Fotokunst

Mülheim: Fotograf zeigt in Volxbühne „Berührte Landschaften“

Der Dortmunder Fotograf Udo Kreikenbohm zeigt in den Räumen der Volxbühne seine Bilder von Landschaften im Ruhrgebiet, in die der Mensch eingegriffen hat.

Der Dortmunder Fotograf Udo Kreikenbohm zeigt in den Räumen der Volxbühne seine Bilder von Landschaften im Ruhrgebiet, in die der Mensch eingegriffen hat.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Verkehrsinseln, Kanäle, besprühte Wände – Lebensräume sind vom Menschen gemacht. Wo in die Natur eingegriffen wurde, zeigt Udo Kreikenbohm.

Im Ruhrgebiet gibt es kaum noch Orte, an denen die Natur unberührt ist. Fast überall hat der Mensch eingegriffen, unsere Lebensräume sind von ihm gemacht. Genau das zeigt die Fotoausstellung „Berührte Landschaften“ von Udo Kreikenbohm, die am 23. Januar um 18 Uhr in der Volxbühne eröffnet.

Besucher können 13 Bilder seiner insgesamt über 100 Werke sehen. Kreikenbohm hat verschiedenste Orte in der Region zwischen Ruhr und Lippe fotografiert, er selbst lebt in Dortmund. „Meine Fotos zeigen, dass der Mensch die Landschaft so gestaltet hat, wie es wirtschaftlich notwendig war. Nichts ist mehr übrig geblieben von dem, wie es einmal war“, erzählt der ehemalige Bildredakteur der WAZ.

„Wir leben in einer Landschaft, die vollkommen geplant und durchgestaltet ist“

Die Idee für das Projekt kam Kreikenbohm bereits vor vier Jahren. Der Fotograf war in Dortmund unterwegs und machte mit seiner Kamera Halt auf einer Brücke über Eisenbahnschienen. „Ich habe mich umgeschaut und nichts gesehen, was noch unberührt war“, erinnert sich der Fotograf. Ringsherum war er umgeben von der Schienenlandschaft, von Straßen und Brücken. Am Horizont sah er bloß Häuser und Industrie.

„Wir leben in einer Landschaft, die vollkommen geplant und durchgestaltet ist“, weiß er. Ob Verkehrsinseln, Kanäle, mit Graffiti besprühte Wände oder landwirtschaftlich genutzte Felder – seine Fotografien zeigen unterschiedliche Arten, wie und wo in die Natur eingegriffen wurde.

Kreikenbohm hat ein Buch zu den „berührten Landschaften“ herausgebracht

Ganz anders sei das zum Beispiel in den Alpen. Um diesen Eindruck zu stärken, hat Kreikenbohm seine Werke angelehnt an Postkarten. Die stets menschenleeren Aufnahmen der „berührten Landschaften“ zeigen aber statt Urlaubsorten die Gegend, in der wir leben.

Die Ausstellung ist voraussichtlich bis zur Sommerpause des Theaters an Veranstaltungstagen der Volxbühne immer eine Stunde vor Vorstellungsbeginn für Besucher geöffnet. Wer noch mehr als die 13 aufgehängten Fotografien sehen möchte, kann im Buch zur Ausstellung auch die weiteren Werke von Kreikenbohms Projekt sehen. Und dabei vielleicht erkennen, dass das „Ruhrgebiet aufgrund der industriellen Entwicklung“ so ist, wie es ist.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben