Start-up

Mülheim fördert neue Arbeitsformen für freie Kreative

Projekt „CoWorking“ will neue Arbeitsformen zwischen Freiberuflern fördern. Ab 2019 soll Gemeinschaftsbüro an Friedrich-Ebert-Straße 9 eröffnen. Frank Esser (v.l.), Tim Schabsky und Jürgen Schnitzmeier diskutieren Chancen.

Projekt „CoWorking“ will neue Arbeitsformen zwischen Freiberuflern fördern. Ab 2019 soll Gemeinschaftsbüro an Friedrich-Ebert-Straße 9 eröffnen. Frank Esser (v.l.), Tim Schabsky und Jürgen Schnitzmeier diskutieren Chancen.

Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.   Das Projekt „CoWorking“ will Freiberufler, kleine und mittelständische Unternehmen unterstützen, neue Formen der Zusammenarbeit zu finden.

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Wer als Freiberufler bislang damit unzufrieden war, nur in den eigenen vier Wänden zu arbeiten, und es sich schlicht nicht leisten konnte, ein Büro im Mülheim anzumieten, hat zum Jahreswechsel eine sehr günstige Alternative. Die Wirtschaftsförderung Mülheim & Business wird auf gut 330 Quadratmetern Arbeitsplätze einrichten, die von kreativen Freien und kleinen und mittleren Unternehmen kostenlos genutzt werden können.

Jürgen Schnitzmeier, Geschäftsführer von Mülheim & Business, hat sich für das Projekt zwei erfahrene Partner an die Seite geholt: Der Mülheimer Wohnungsbau stellt die Räume in der ehemaligen Zentrale der Barmer Krankenkasse an der Friedrich-Ebert-Straße 9 zur Verfügung. Das Dortmunder Unternehmen „Work Inn“ hat hingegen ähnliche Projekte in seiner Heimatstadt, aber auch etwa in Oberhausen und Bochum ins Leben gerufen.

Gemeinsame Infrastruktur für Freiberufler

Schnitzmeier sieht nicht nur Sparmöglichkeiten für Freiberufler durch eine gemeinsame Infrastruktur, sondern in erster Linie Synergien etwa für freiberufliche Texter und Fotografen oder den Bereich IT, die in der Situation des Großraumbüros zusammentreffen. „Es gibt auch einige Konzerne, die ihre Projektgruppen bewusst ausgliedern, um ihnen gedankliche Freiräume zu schaffen“, weiß der Chef der Mülheimer Wirtschaftsförderung.

Das „CoWorking“ soll für alle Beteiligten kurze Wege und Auftragschancen bieten, ähnlich wie es der Ruhr-Hub in Essen kann. Tim Schabsky, der die Idee einer solchen „Arbeitsgemeinschaft“ allein vier Mal in Dortmund umsetzte, kennt die Problematik von Freiberuflern genau aus seiner Zeit in London: „Büromieten sind für Freie oft zu teuer. Aber Infrastruktur allein reicht nicht, die Bürogemeinschaft muss einen eigenen ‘drive’, eine Kultur entwickeln.“

Was braucht es für eine kreative Atmosphäre?

Um das „Wir-Gefühl“ zu fördern, hat sich Schabsky mit Büro-Stilen und auch Freizeit-Bereichen innerhalb des Arbeitsplatzes auseinandergesetzt: „Was brauchen Menschen, um eine kreative Atmosphäre zu schaffen? Einen Kicker, eine Playstation, Popcorn? Das ist unterschiedlich.“ Es soll einiges ausprobiert werden, um Individualisten zur erfolgreichen Zusammenarbeit zu begleiten.

Zehn Interessenten haben sich bereits für das Experiment „CoWorking“ beworben, Schabsky peilt 30 an. Sobald das Stadtquartier an der Ruhr fertig gestellt ist, will er von der ehemaligen Barmer-Zentrale umziehen. Frank Esser vom Mülheimer Wohnungsbau unterstützt das Vorhaben auch dort: „Ich glaube, dass auch im Zeitalter der Digitalisierung die menschliche Nähe, der persönliche Kontakt wichtig ist. Wir fördern deshalb gern solche neuen Bürokonzepte, die gemeinschaftliches, produktives Arbeiten ermöglichen.“

>> SO KANN MAN SICH BEWERBEN

Das Dortmunder Work Inn besteht seit 2013. Nach dem Aufbau von vier CoWorking-Standorten ist es seit Herbst 2018 auf kräftigem Wachstumskurs, sagt Chef Tim Schabsky.

Das Gemeinschaftsprojekt von Work Inn, Wirtschaftsförderung und Mülheimer Wohnungsbau ist bis Ende Juni 2019 befristet, da der „Co-Working-Place“ dann in das neue Stadtquartier Schloßstraße einziehen wird.

Wer sich für das Projekt interessiert oder bewerben möchte, kann das per E-Mail bei info@workinn.de oder bei Mülheim & Business: Telefon 48 48 54.

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