Karneval

Mülheim feiert beim Rosenmontagszug ausgelassen und sicher

Fröhliche Stimmung beim Mülheimer Rosenmontagsumzug – alles blieb friedlich.

Fröhliche Stimmung beim Mülheimer Rosenmontagsumzug – alles blieb friedlich.

Foto: Herbert Höltgen

Mülheim.   Das Fazit der Organisatoren zum Rosenmontagsumzug fällt rundum positiv aus. Nur Kinderprinz Nico I. hatte etwas zu bemängeln.

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Einen Rosenmontagszug unter blauem Himmel hatte Mülheim schon länger nicht mehr gesehen. Nicht nur deshalb werden sich die geschätzt 25 000 Karnevalisten gern an den Höhepunkt dieser Session erinnern. Denn rund um die Parade von 27 Wagen (darunter sechs Motivwagen) und fünf Musikzügen blieb alles friedlich. „Die Zusammenarbeit der Karnevalisten mit Polizei, Deutschem Rotem Kreuz, Feuerwehr und dem THW hat hervorragend geklappt“, bilanzierte Markus Uferkamp, Vorsitzender des Hauptausschusses Gross-Mülheimer-Karneval. Lediglich zweimal mussten die Sanitäter des DRK eingreifen, eine der beiden Personen wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die Polizei verzeichnete rund um den Zug keinen einzigen Eingriff.

Für Gelächter sorgte Kinderprinz Nico I. im Abschlussgespräch, als er sein Resümee mit dem Satz „Das Wurfmaterial war schon sehr knapp“ eröffnete. Vollen Einsatz zeigte sicher auch deshalb Prinz Jürgen II., der gegen Ende des Zuges sogar seine Handschuhe ins feiernde Volk schmiss.

Einhörner haben Hochkonjunktur

Da zeigte selbst Petrus sein sonniges Gemüt: erträgliche 5 Grad und zumindest stellenweise blauer Himmel. Unter diesen Bedingungen feierten die Mülheimer ihren Rosenmontag. Und selbst der Himmel fing an zu weinen, als der Zug zu Ende ging – statt Konfetti und Kamelle fielen Schneeflocken vom Himmel. Doch davor hatte die Jecken Spaß – vor allem die kleinen Feen, Tiger, Darth Vaders, die ordentlich Kamelle schnappten.

„Dieses Jahr haben wir richtig viel gefangen“, sagt André, 13 Jahre, aus Heißen – unverkleidet, aber zufrieden – und zeigt auf die prall gefüllten Tüten, deren Inhalt er mit seinen kleinen Geschwistern teilen wird. Leon, sechs Jahre, geht als Pirat, seine Schwester Doreen als Zorro. Damit tanzt die Achtjährige gehörig aus der Reihe, denn dem Karnevalstrend unter Mädchen – und Frauen – entspricht sie damit gar nicht. Die weiblichen Jecken wollen in diesem Jahr nur eins: Einmal Einhorn sein.

Politisches spielt keine große Rolle

Manche Eltern entlang der Zugstrecke fachsimpelten über die Aussagekraft der Wagen. So politisch wie in Düsseldorf oder Köln geht es in Mülheim nicht zu, da war man sich schnell einig. Aber immerhin traute sich die Karnevalsgesellschaft „Knatsch Geck“ ihr Narrenschiff mit dem Standpunkt zu versehen: „So groß die Terrorspinne auch sei, beim Karneval sind wir dabei.“ Und in Anspielung auf das Gerangel um den Flughafen Essen/Mülheim schickte der Hauptausschuss Gross-Mülheimer-Karneval einen Motivwagen auf die Strecke – versehen mit Tower, Flugzeugen sowie Blimp und dem Spruch: „Spielball der Politik und Verwaltung“.

Mehr um die Gemeinschaft als um Stellungnahmen zu aktuellen Ereignisse geht es an Rosenmontag Ralf Schmelz und seiner Familie. Seit mindestens 15 Jahren kommt der Dümptener samt Anhang zum Umzug in die Innenstadt – zu Fuß wohl gemerkt, und mit gut gefülltem Bollerwagen. „Wir laufen so gegen elf los, damit wir pünktlich zum Zug hier sind.“ Nächstes Jahr, da laufen sie wieder los – Ehrensache.

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