Sexuelle Gewalt

Mülheim: Ele-Phone hilft Kindern bei sexueller Gewalt

Besiegelten die Partnerschaft im Januar 2020: (v.l.) Thomas Weise, Kuratoriumsvorsitzender der Polizeistiftung David und Goliath, Kirsten Schumacher (Ele-Phone), Polizeipräsident Frank Richter, Heiner Jansen vom Spendenmanagement des Ele-Phones und Awo-Geschäftsführerin Michaela Rosenbaum.

Besiegelten die Partnerschaft im Januar 2020: (v.l.) Thomas Weise, Kuratoriumsvorsitzender der Polizeistiftung David und Goliath, Kirsten Schumacher (Ele-Phone), Polizeipräsident Frank Richter, Heiner Jansen vom Spendenmanagement des Ele-Phones und Awo-Geschäftsführerin Michaela Rosenbaum.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Gerade in Zeiten von Kontaktsperre und Schulschließungen soll das Ele-Phone Kindern und Jugendlichen helfen, wenn diese sexuelle Gewalt erleben.

Das Ele-Phone, das Kindern in Mülheim Hilfe bei sexueller Gewalt bietet, ist ab sofort rund um die Uhr erreichbar.

Das Hilfetelefon ist unter der kostenlosen Rufnummer 0800/666 777 6 erreichbar. Eigentlich sollte es dank der Finanzierungszusage der Polizeistiftung David und Goliath für die nächsten fünf Jahre schon früher geschaltet werden. „Die Suche nach interessiertem Ehrenamtlichen, die den Telefondienst übernehmen wollen, lief gerade an, parallel wurden Fortbildungskonzepte zur Vorbereitung auf die Rufbereitschaft am Hilfetelefon entwickelt – und dann kam durch Corona alles anders“, so Heiner Jansen.

Hilfsangebot startet in Zeit, in der viele Betroffene ans Zuhause gebunden sind

Nun startet es doch schon während der Corona-Krise. Dies sei wichtig, so Jansen mit Blick darauf, dass betroffene Kinder und Jugendliche aktuell keinerlei Ausweichmöglichkeiten aus dem häuslichen Umfeld haben und womöglich akut von sexueller Gewalt und Übergriffen bedroht seien.

Improvisation ist der Initiative rund um das Ele-Phone abverlangt: Präventionsprojekte an Mülheimer Schulen mussten einstellt werden. Stattdessen stehen die Mitarbeiter nun für die Besetzung des Hilfetelefons zur Verfügung – „eine gute Lösung für alle Beteiligten“, sagt Jansen. „Vor allem eine gute Lösung für alle Kinder und Jugendlichen, die Hilfe brauchen und in ihrem Umfeld keine Vertrauensperson finden können, aber auch für alle Erwachsenen, die Fragen oder vielleicht Hinweise auf mögliche Gefährdungssituationen haben.“

Ele-Phone sucht weiter Unterstützer

Das Beratungstelefon ist kostenlos, vertraulich und laut Jansen ein guter Anlaufpunkt, sich Hilfe und Unterstützung zu holen. Weiter gesucht sind Ehrenamtliche, die sich vorstellen können, Bereitschaftsdienste am Telefon zu übernehmen. Eine pädagogische Grundausbildung ist wünschenswert, ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis muss beigebracht werden (wenn die Bürgerämter wieder öffnen) und die Bereitschaft zur Teilnahme an Schulungen und monatlichem Austausch muss gegeben sein.

Kontakt: Michaela Rosenbaum, 0208/450 03; Heiner Jansen, 0208/30 18 415, Kirsten Schumacher, 0208/450 03-225.

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