Festival

Mölmsch Open Air sorgt für gute Stimmung in Mülheim

Die Band „Die Schande von“ tritt beim Mölmsch Open Air auf.

Die Band „Die Schande von“ tritt beim Mölmsch Open Air auf.

Foto: Michael Dahlke / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Trotz der Unwetterwarnung kam das Publikum zahlreich zur Mülheimer Freilichtbühne. Musiker zeigen sich begeistert von der Location.

Geplant war, dass Samstagnachmittag, 17 Uhr, die erste Band den zweiten Tag des Mölmsch Open Air eröffnet. Doch es regnet in Strömen, und die Bühne darf wegen einer Unwetterwarnung nicht bespielt werden. Kein Problem für Julie And Me: Spontan gesellt sich das Singersongwriter-Duo zu den wenigen Leuten, die unter dem Zeltdach Schutz vor dem Regen suchen, und performen dort einen Ausschnitt aus ihrem Programm.

Als einzige akustische Band des Tages brauchen sie eh keine Verstärker. Sängerin Julia Bak sagt nach dem kuscheligen Auftritt: „Wir haben es uns ein bisschen gemütlich gemacht. Das passt auch ganz gut zu unserer Musik.“

Das rührige und ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam um Gavin Karlmeier und Jakob Noll hat das Wetter ständig im Blick. Seit der ersten Auflage des Umsonst & Draußen-Festivals hatte man nie Probleme mit dem Regen. Höchstens mit zu hohen Temperaturen. Der Auftritt des nächsten Acts wird aufgrund der Prognosen erst einmal um eine halbe Stunde verschoben

Woodship aus Unna können pünktlich und im Trockenen spielen

Tatsächlich können Woodship aus Unna dann pünktlich ihren rifflastigen Alternative Rock im Trockenen dem langsam vermehrt zur Freilichtbühne eintrudelnden Publikum um die Ohren blasen. Sänger und Gitarrist Leon Radix ist begeistert von der Freilichtbühne: „Das ist eine megacoole Location mit der Wiese zum Hinlegen und der Fläche zum Abgehen.

Schade nur, dass das Wetter dem heute leider entgegen spielte.“ Abgesehen davon hatten die Macher einige Konkurrenz am Wochenende, unter anderem den Kulinarischen Treff in den Ruhranlagen und das Reggae-Festival in Styrum.

Volles Lob bekommen die Veranstalter von den Bands. Stefan Schaus, Drummer der Saarbrücker Punk-Band Die Schande Von: „ Es ist großartig hier. Ich finde es super liebevoll gemacht und bin begeistert von der Organisation.“ Sein Bandkollege Alex ergänzt: „Ein tolles intimes Festival, professionell organisiert und mit einer guten Soundanlage.“

Von ihrer Set-List haben sie wegen des verspäteten Beginns nichts streichen müssen: „Das ist unser ganzes Repertoire.“

Beim fröhlichen Surf-Punk von Drens kommt das Publikum in Fahrt

Beim Auftritt von Drens bricht die Sonne sich durch die Wolken. Ob‘s an dem fröhlichen Surf-Punk der Dortmunder liegt? Langsam kommt das Publikum mehr in Fahrt. Erste Tanzbewegungen werden sichtbar beim Erschallen der aktuellen Single „Curacao“. Zum Abschluss geht Sänger und Gitarrist Arno Augustin ins Publikum und fordert es zum Hinsetzen auf. Die Musik wird leise, dann wird gezählt und bei Vier dürfen alle beim lauten, schrammeligen Einsetzen der Gitarren aufspringen.

Der Headliner des Abends bringt die Stimmung vollends zum Kochen. Bei Spiegelblick aus Köln bleibt kein Bein still. Die seit neun Jahren existierende Band hat sich sommerlichen Pop auf die Fahnen geschrieben. Mit einem gehörigen Schuss Ironie. In „Champagner Langeweile“, für das sie ein Video mal so eben innerhalb von 48 Stunden auf Mallorca drehten, nehmen sie das Jet-Set-Leben aufs Korn. Das Prahlen eines promiskuitiv lebenden Boys wird in dem Song „Alle gebangt“ persifliert. Am Ende ihres Sets testen die Kölner die Spaßfähigkeit des Mülheimer Publikums. „Ihr kennt doch sicher Gottlieb Wendehals“, fragt Sänger Moe Ripp. „Denn wir machen jetzt alle hier eine Riesenpolonaise!“ Die geht dann auch los, nicht nach Blankenese, sondern zu den Klängen von „Kimono“ nach Tokio.

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