Handel

Modernisierung des Rhein-Ruhr-Zentrums soll 2020 starten

So skizzieren die Projektentwickler das künftige Bild vom Mülheimer  Rhein-Ruhr-Zentrum.

So skizzieren die Projektentwickler das künftige Bild vom Mülheimer Rhein-Ruhr-Zentrum.

Foto: ECE Projektmanagement

Mülheim.  Das 45 Jahre alte Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim soll für Millionen modernisiert werden. Nicht nur junge Marken sollen angestaubtes Image beleben.

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Die Pläne zur Modernisierung des Rhein-Ruhr-Zentrums (RRZ) werden konkreter: Die neuen Eigentümer wollen ab Frühjahr 2020 eine dreistellige Millionen-Summe investieren, um das 45 Jahre alte Einkaufszentrum endlich nicht nur für den Wettbewerb mit den umliegenden Handels-Oasen zu rüsten, sondern auch für den Existenzkampf gegen den Online-Handel.

Ende Februar hatten ein von Morgan Stanley verwalteter Immobilienfonds und die Redos Gruppe als neue Eigentümer des RRZ verkündet, in drei Etappen von drei vorherigen Eigentümern das Rhein-Ruhr-Zentrum, die Karstadt-Arkaden und das benachbarte Stinnes-Hochhaus, aus dem zuletzt der Chemikalienhändler Brenntag ausgezogen ist, erworben zu haben. Die neuen Eigentümer kündigten direkt an, eine „umfassende Revitalisierung“ in Angriff nehmen zu wollen.

Planungen laufen auf Hochtouren

Diese Planungen laufen nun auf Hochtouren. Am Donnerstag wurden erste Pläne den Mietern vorgestellt. „Uns war es wichtig, heute im Haus den Startschuss zu setzen. Wir können uns alle darauf freuen, was da kommt“, sagte Centermanagerin Heike Marzen im Anschluss im Gespräch mit dieser Zeitung. „Nach Jahren des Stillstands beginnt für unser Center jetzt eine neue Ära.“

Marzen ist erst seit August als Centermanagerin tätig, zuvor hatte es in dieser Position ständige Wechsel gegeben. Das Centermanagement bleibt aber in Händen des ECE Projektmanagements (Hamburg). Marzen wechselte von der jungen Thiergalerie in Dortmund nach Mülheim. Dort war sie sechs Jahre lang. Die Restrukturierung im RRZ sei nun eine sehr spannende Aufgabe, sagt sie.

Insgesamt 138.000 Quadratmeter Mietfläche

Inklusive Stinnes-Hochhaus gilt es, 138.000 Quadratmeter Mietfläche für die Zukunft aufzustellen. Das Shopping-Center soll ein freundlicheres Erscheinungsbild bekommen, das Angebot soll vielfältiger werden. Wie am Donnerstag verkündet, sollen die Eingänge erneuert werden, soll es neue Fußböden geben und ein neues Lichtkonzept. Mehr Sitzmöglichkeiten, mehr Pflanzen, mehr Barrierefreiheit. Auch die Orientierung soll künftig leichter fallen.

An Atmosphäre und Erlebnis soll das RRZ gewinnen. Der Festival Garden, seinerzeit einer der deutschlandweit ersten „Food Courts“, soll in Verbindung mit anderen Flächen nach Markthallen-Vorbild umgebaut werden. Sehen, kaufen, verzehren – höherwertige Lebensmittel sollen Besuchern ein Erlebnis sein.

Center plant Aktionen und Entertainment

Abwechslungsreiche Aktions- und Entertainment-Angebote sollen zusätzlich einen Aufenthalt im RRZ attraktiver machen. Ein Kino und eine Bowling-Bahn zu haben, sei „richtig und wichtig“, sagt Centermanagerin Marzen. Es solle in Zukunft aber mehr werden. Ohne schon viel zu verraten, kündigt die 42-Jährige an, neue Technologien ins Center holen zu wollen, neue Veranstaltungen, regelmäßige Events und Unterhaltungsmöglichkeiten.

Angekündigt ist insgesamt ein neues Flächenkonzept. Bei neuen Mietern will das RRZ auf neue, jüngere Marken setzen und den bestehenden Branchenmix erweitern. Bei der Auswahl neuer Mieter will das Centermanagement den Fokus auf „Omnichannel-Konzepte“ (Omnichannel = Mehrkanal) legen – also Händler, die in der Lage sind, ihr Angebot sowohl stationär im Center anzubieten als auch online über eine neue Plattform des Rhein-Ruhr-Zentrum.

Einkauf über mehrere Kanäle

ECE testet solche Konzepte laut Marzen bereits, etwa im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg. Es gehe darum, sich zur „digital mall“ weiterzuentwickeln, um potenzielle Kunden, die sonst nur online shoppen, „vom Sofa zu holen“. Auf der Online-Plattform können Kunden sich über das Angebot im RRZ informieren und sich Ware reservieren lassen, die sie später im Center abholen können. Marzen nennt das „serviceorientierte Lösungen“. Es gebe viele moderne Technologien, die man im stationären Handel einsetzen könne, um dem Trend zum Online-Kauf zu trotzen.

Zu möglichen Erweiterungsplänen – gut 80 000 Quadratmeter Einkaufsfläche sind baurechtlich genehmigt, wenige Tausend stehen davon als Erweiterung zur Option – schweigen die Investoren noch. „Kleiner werden wir nicht“, sagt Marzen nur. Geplant ist in jedem Fall ein direkter Anschluss vom Center zum Stinnes-Hochhaus, in dem Büros, Hotel und Gastronomie Platz finden könnten.

>>>Einkaufscenter mit Freizeitaktivität

Der Projektentwickler HLG Gesellschaft zur Entwicklung von Handelscentren ist verantwortlich für die geplanten Umbauarbeiten.

„Durch all die Maßnahmen wollen wir das Rhein-Ruhr-Zentrum zu einem Ort weiterentwickeln, an dem verschiedene Generationen nicht nur gerne einkaufen, sondern auch regelmäßig aktiv ihre Freizeit verbringen wollen“, sagt HLG-Geschäftsführer Christian Diesen – und setzt auf Erlebnis und Service.

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