Interview

Miriam Höller: „Im Bereich Action bin ich zuhause“

Miriam Höller begann ihre Karriere als Stuntfrau im Movie Park in Bottrop. Dort trat sie in der „Crazy Action Stuntshow“auf.

Foto: Lutz von Staegmann

Miriam Höller begann ihre Karriere als Stuntfrau im Movie Park in Bottrop. Dort trat sie in der „Crazy Action Stuntshow“auf. Foto: Lutz von Staegmann

Mülheim.   Stuntfrau und Actionmodel Miriam Höller aus Mülheim spricht im Interview darüber, warum sie den Beruf Stuntfrau aufgegeben hat.

Stuntfrau Miriam Höller ist wieder auf den Beinen. 2016 brach sie sich bei einer Routine-Übung beide Füße. Dennoch nahm sie kürzlich an der RTL-Sendung „Ninja Warrior“ teil, in der sie einen Parcours durchlaufen musste. Im Interview spricht die gebürtige Mülheimerin über ihren Unfall und darüber, wie sie für „Ninja Warrior“ wieder fit wurde.

Sie sind gerade von einem Dreh zurückgekommen. Für welche Sendung standen Sie vor der Kamera?

Ich drehe gerade für die Mazda Garage. Die filmen die European 5000. Das ist eine Autorallye, die ich im September fahre. Wir haben die Vorbereitung gedreht. Dafür bauen wir meinen Mazda MX-5 um. 5000 Kilometer in 13 Tagen zu fahren, ist für mich eine echte Herausforderung (lacht).

Sie haben kürzlich bei der Sendung „Ninja Warrior“ mitgemacht. Wie haben Sie es geschafft, für die Show wieder fit zu werden, nachdem Sie sich 2016 beide Füße mehrfach gebrochen hatten?

Damals habe ich mir den gesamten rechten Mittelfuß gebrochen. Der linke Fuß war so schwer verletzt, dass er mit Knochen aus der Hüfte komplett nachgebaut werden musste. Das waren mehrere Operationen und der Heilungsprozess hat sehr lange gedauert. Vor der Operation haben mir fünf Ärzte im Beratungsgespräch gesagt, dass ich nie wieder so gehen kann wie bisher. Mein Ziel war es, so hart und fleißig zu trainieren, dass ich ihnen das Gegenteil beweisen kann. Als ich es geschafft hatte, wieder zu gehen, ohne zu humpeln, habe ich mir neue Ziele gesetzt. Damit hab ich schon mehr erreicht, als mir die Ärzte vorhergesagt hatten. Nach wie vor trainiere ich täglich, um die Füße irgendwann wieder ganz gesund zu bekommen.

Wie haben Sie sich motiviert?

Ich habe mir viele Videos von „Let’s Dance“ angeschaut. Als die Anfrage zu „Ninja Warrior“ kam wusste ich, dass es noch viel zu früh dafür ist. Rennen und Springen kann ich im Moment noch nicht. Bei den Dreharbeiten hab ich extrem die Zähne zusammengebissen. Ich dachte: Wenn ich halbwegs durch den Parcours komme, ist das für meine Motivation etwas ganz Besonderes.

Welcher Teil des Parcours war für Sie denn am Schwersten?

Alles, was mit Balance und Springen zu tun hat. Ich habe einen starken und einen schwachen Fuß. Dadurch im Parcours nicht zu stürzen, ist schwierig. Ich musste mich darauf konzentrieren, dass ich beim Springen wirklich gerade mit den Füßen aufkomme, damit ich sie mir nicht wieder breche.

Sie sind im Finale der Sendung für die verletzte Sängerin Beatrice Egli eingesprungen.

Richtig. In der dritten von fünf Runden sind mein Team und ich rausgeflogen. In dieser Runde hatte sich Beatrice verletzt und weil das Team eine Frau brauchte, bin ich dann in ihr Team nachgerutscht. Das war ein großes Durcheinander bei den Dreharbeiten, weil sich so viele verletzt haben, sodass die Teams auseinandergebrochen sind. Von 24 Leuten waren zwölf am Ende verletzt.

Was verbinden Sie als gebürtige Mülheimerin mit der Stadt?

Meine Mutter hat in einem Mülheimer Krankenhaus gearbeitet und wollte mich auch dort zur Welt bringen. Unser Familienunternehmen, die Tischlerei, ist auch in Mülheim. Und so bin ich mit meinem Bruder an der Hobelmaschine meiner Eltern groß geworden. Gelebt haben wir aber in Schermbeck.

Was sind Ihre nächsten Pläne?

Ich möchte wieder zu 100 Prozent fit werden. In den letzten zwei Jahren habe ich zwar schon viel erreicht, aber mein Fokus liegt ganz klar auf meiner beruflichen Karriere. Ich habe meinen Beruf als Stuntfrau emotional aufgegeben. Ich möchte gar nicht mehr dorthin zurück, sondern mich viel mehr auf die Moderation konzentrieren. Dabei kann ich mein Wissen aus zwölf Jahren Berufserfahrung als Stuntfrau sehr gut einbinden. In den Bereichen Action, Abenteuer und Auto bin ich zuhause.

Wie schwer war es denn für Sie, den Stuntberuf nach so langer Zeit aufzugeben?

Der Stuntberuf ist mein absolutes Herzblut. Aber ich bin jetzt 30 – irgendwann kommt man an einen Punkt, an dem man sich fragt: Muss ich so viel Gefahr eingehen? Wenn ich auf keinen anderen Beruf zurückgreifen könnte, hätte ich vielleicht den Druck, wieder zurück in diesen Beruf zu gehen. Aber ich habe immer mehr Anfragen für Moderationen bekommen. Durch die Entscheidung, den Beruf aufzugeben, ist eine Tür zugegangen. Dafür ist aber eine andere Tür aufgegangen. Für mich ist das eine schöne Entwicklung. Meinen Eltern geht es damit auch besser, glaube ich. Die müssen keine Angst mehr um mich haben (lacht).

>>> ZUR PERSON:

Miriam Höller wurde am 27. Juni 1987 in Mülheim geboren.

Im Movie Park in Bottrop begann sie 2007 ihrer Karriere als Stuntfrau in diversen Shows.

Sie nahm an der 5. Staffel von Heidi Klums Casting-Show „Germany’s Next Topmodel“ teil. Dort erreichte sie den elften Platz.

Später moderierte sie Autosendungen wie „Grip“ auf RTL II und „Auto Mobil“ auf Vox.

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