Menschen in Mülheim

Milena Niehues landet mit ihrem Monster auf Platz 1

Milena Niehues siegte bei der Deutschen Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung.

Milena Niehues siegte bei der Deutschen Meisterschaft für Maskenbildner in Ausbildung.

Foto: Messe Düsseldorf

Mülheim.   Großer Erfolg für Mülheimerin Milena Niehues. Die 25-Jährige Maskenbildner-Auszubildende arbeitet am Staatstheater in Mainz.

Milena Niehues, Maskenbildnerin im zweiten Lehrjahr, hat einen harten Wettbewerb gemeistert. Am Ende war ihr eigenes Make-up dahin, verwischt von Freudentränen: „Ich konnte gar nicht glauben, dass ich auf dem ersten Platz bin“, sagt die 25-jährige Mülheimerin. „Alle Teilnehmer waren super.“ Sie war besonders gut und gewann die Deutsche Meisterschaft der Maskenbildner-Azubis, als Thema war vorgegeben: Monster.

Der Wettkampf fand am Wochenende zum achten Mal in Düsseldorf statt, im Rahmen der Design-Show der Make-up-Künstler. Im Herbst war die aktuelle Aufgabe bekannt gegeben worden. In den Vorjahren standen beispielsweise „Mordopfer“, „Das Reich der Märchen“ oder Die Welt der Pflanzen“ auf dem Programm. Dieses Mal sollten also Monster erschaffen werden. Milena, die ihre Ausbildung am Staatstheater Mainz absolviert, fand das Thema anfangs „schwierig, weil es so breit gefächert ist“, doch dann machte sie sich an die Arbeit, reichte einen Entwurf samt Farbskizze ein.

32 Nachwuchs-Maskenbildner bewarben sich

Insgesamt 23 Nachwuchs-Maskenbildner aus ganz Deutschland haben sich laut Veranstalter beworben. Acht wurden zur Meisterschaft eingeladen, sieben wetteiferten schließlich vor den Augen einer Fachjury, die geleitet wurde vom Chefmaskenbildner der Deutschen Oper am Rhein. Die Aufgabe lautete, binnen 90 Minuten eine effektvolle Monster-Maske zu erstellen. Bei Milena wurde es eine weibliche Fledermaus, der man nicht unbedingt nachts begegnen möchte.

Gut gerüstet, mit größerem Gepäck ging die Make-up-Künstlerin ins Rennen. Denn ein Geschöpf wie ihres schlüpft nicht in anderthalb Stunden. Seit Jahresbeginn hatte Milena sich auf die Meisterschaft vorbereitet und bereits den Kopfputz samt Gesichtsteil ihrer Fledermaus hergestellt. Diese bestehen, wie das skelettartige Oberteil, aus Silikon und sind maßgefertigt. „Formbau ist ein wichtiger Bereich in unserer Ausbildung.“ Modell stand ihr Saskia, eine junge Frau, die am Mainzer Theater ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ Kultur) absolviert. Sie wurde während des Wettbewerbs verwandelt, die Maske passt nur ihr, „wenn sie krank gewesen wäre“, so Milena, „hätte ich ein Problem gehabt.“

Mit weiblicher Fledermaus in die Endrunde

Zwei Drittel des Gesichtes, so die Vorgabe, müssen frei bleiben und geschminkt werden. Korsage und Rock, in die Saskia gekleidet war, stammten aus dem Fundus des Mainzer Theaters. Das Duo besiegte letztlich eine Reihe anderer phantasievoller Kreaturen. Milena bewertet ihren ersten Platz als „Riesenehre, denn das Sehen und Gesehenwerden spielt bei diesem Wettbewerb eine große Rolle“.

Für sie persönlich ist es ein weiterer Schritt, um in ihrem Traumberuf Fuß zu fassen, auf den sie seit etlichen Jahren hinarbeitet.

Milena Niehues ist in Speldorf aufgewachsen, machte ihren Abschluss an der Realschule Broich und anschließend Fachabitur an einem Duisburger Berufskolleg. Parallel absolvierte sie eine Ausbildung zur Kosmetikerin und hängte noch eine Friseurlehre an. Sie hatte bei mehreren Theatern gehört, dies sei erwünscht, wenn jemand in der Maske beginnen möchte. Auch diese Ausbildung brachte sie zu Ende, ging als FSJlerin an das Landestheater in Detmold und bewarb sich deutschlandweit für ihren dritten, den eigentlich ersehnten Beruf. „Wir Maskenbildner sind Künstler und Handwerker, beides.“ In Mainz wohnt Milena jetzt mit einer Freundin zusammen, zwischendurch hat sie Blockunterricht an einer Berufsfachschule in Baden-Baden.

Zunächst Kosmetiker- und Friseurlehre

Ob sie nach erfolgreicher Ausbildung am Staatstheater bleiben kann, ist offen. „Aber ich denke, es wird nicht so problematisch, einen Job zu finden.“ Wenn sie so weitermacht, bestimmt nicht.

>> Den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft der angehenden Maskenbildner belegte Cara Binder vom Nationaltheater Mannheim mit einem „Grüffelo“ nach der bekannten, gleichnamigen Kinderbuchfigur. Dritte wurde Lara Krause vom Theater Augsburg, die eine Spinnenfrau schuf.

Die duale Ausbildung zum/zur Maskenbildner/in dauert drei Jahre. Laut Arbeitsagentur ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben, die Betriebe stellen aber inzwischen zu 70 Prozent Abiturienten ein. Arbeiten können sie anschließend an Theatern, bei Fernsehanstalten oder in Filmstudios.

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