Wohnen

Mieterhöhungen bei Immeo sind noch in der Schwebe

Immeo hat zahlreiche Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Zum Bestand gehören auch diese Häuser am Weidenweg.

Foto: Oliver Müller

Immeo hat zahlreiche Wohnungen im gesamten Stadtgebiet. Zum Bestand gehören auch diese Häuser am Weidenweg. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Bis Ende Dezember müssten Betroffene in Mülheim einer höheren Miete zustimmen, andernfalls könnte das Wohnungsunternehmen vor Gericht ziehen.

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Ob das neue Jahr für etliche Immeo-Mieter in Mülheim und den Nachbarstädten tatsächlich Mieterhöhungen bringen wird, ist nach wie vor unklar. Bis Ende Dezember läuft die Frist, in der die Betroffenen ihre Zustimmung erklären müssen. Nach Angaben des Mieterschutzbundes haben einige der Immeo inzwischen schriftlich mitgeteilt, dass sie nicht einverstanden sind.

Wie vor einigen Wochen berichtet, hatte das Wohnungsunternehmen zahlreichen Mietern im gesamten Stadtgebiet Mitteilungen geschickt, wonach die Mieten zum 1. Januar 2018 steigen sollen, und zwar durchweg bis zum Höchstwert der jeweiligen Mietpreisspanne. Viele Bürger haben sich darüber beim Mieterschutzbund sowie auch beim Mieterbund Rhein-Ruhr beschwert, weil sanierte und unsanierte Wohnungen gleichermaßen teurer werden sollen. Nach entsprechender Berichterstattung dieser Zeitung hatten etwa die Mülheimer Grünen den „unverschämten Umfang“ der geforderten Mietpreissteigerungen kritisiert.

Jede Wohnung ist anders

Wie Rechtsanwalt Harald Bartnik, Geschäftsführer des örtlichen Mieterschutzbundes, jetzt auf Nachfrage erklärte, habe Immeo drei oder vier Betroffenen, die ihre Zustimmung verweigern, zurück geschrieben, dass man bei der Mieterhöhung bleibe. Nur in einem Fall, bei einer Seniorenwohnung am Bertha-Krupp-Platz, habe das Unternehmen die Erhöhung zurückgenommen. In allen anderen Fällen stehe eine Antwort noch aus. „Allerdings ist jede Wohnung anders“, erklärt Bartnik, „oft gilt dies auch innerhalb desselben Hauses, weil Immeo stets saniert, wenn jemand auszieht.“

Im Namen zweier Betroffener hat auch der Mieterbund Rhein-Ruhr widersprochen, berichtet dessen Vorstand, Anwältin Sonja Herzberg. Dies sei jedoch erst in der vergangenen Woche geschehen, Reaktionen gebe es bislang noch keine.

Mit hohen Kosten und Risiken verbunden

Genaue Zahlen, wie viele Mieter in Mülheim betroffen und wie viele Widersprüche bereits eingegangen sind, nennt Immeo auf Anfrage jedoch nicht, mit Verweis auf den „laufenden Prozess“.

Falls jemand seine Zustimmung nicht erklärt, müsste Immeo sie gerichtlich einklagen, andernfalls darf die Miete nicht erhöht werden. Fraglich ist, ob das Unternehmen im neuen Jahr tatsächlich diesen Schritt gehen wird. Denn, so Rechtsanwältin Sonja Herzberg, „dies ist mit hohen Kosten und Risiken verbunden.“ Teuer werde es etwa, wenn die Richter in jedem Einzelfall Gutachter heranziehen, die Zustand und Lage der Wohnung bewerten.

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