Forschung

Max-Planck-Institut baut seine Zukunft

Willi Schlamann, Leiter des Technischen Dienstes am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion, erläutert die anstehenden Neubauten.

Willi Schlamann, Leiter des Technischen Dienstes am Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion, erläutert die anstehenden Neubauten.

Foto: STEPHAN GLAGLA PHOTOGRAPHIE / WA

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Mülheim.Das Max-Planck-Institut für chemische Energiekonversion (MPI CEC) an der Stiftstraße ist jünger und kleiner als das benachbarte MPI für Kohlenforschung. Doch es tut sich in den nächsten Jahren eine Menge; das Haus soll in beachtlichem Umfang wachsen.

Die drei bereits bestehenden Abteilungen werden um eine vierte ergänzt und die Mitarbeiterzahl soll langfristig von 200 auf rund 350 aufgestockt werden. Arbeit ist schließlich genug da im Bereich der chemischen Energiespeicherung. Und fürs Renommee ist eine vierte Direktorenstelle samt Mitarbeiterstab auch gut.

1000 Quadratmetern Laborfläche

35 Millionen Euro hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz dem von Prof. Dr. Robert Schlögl geleiteten Institut zur Verfügung gestellt – investiert werden sollen sie in zwei neue Gebäude. In einem ersten Schritt werden zwei Häuser auf dem Campus Ecke Stift­straße/Höhenweg abgerissen; dort kamen bislang ausländische Wissenschaftler unter. Für diese Fläche ist ein Gebäude mit rund 1000 Quadratmetern Laborfläche angedacht.

Wie konkret das neue Heim der Chemiker aussehen könnte, weiß noch niemand. Der Architekten-Wettbewerb ist gerade erst angeschoben worden und wird wohl gegen Ende des Jahres abgeschlossen sein, schätzt Willi Schlamann, Technischer Leiter. „Baubeginn könnte dann in einem bis anderthalb Jahren sein und der Bezug irgendwann ab 2017/2018.“

Parallel zum ersten Gebäude soll in einem zweiten Bauabschnitt ein weiteres entstehen – noch liegen dafür aber nicht alle Genehmigungen vor. Gibt es grünes Licht, müssen wieder Bagger anrücken und ein zum MPI für Kohlenforschung gehörendes Wohnhaus im Eck zwischen Stiftstraße und Kluse abreißen. Was dort entsteht? „Es wäre Kaffeesatz-Leserei, würden wir dazu jetzt schon etwas sagen.“

Anwohner werden frühzeitig beteiligt

Klar sei, dass die Anwohner frühzeitig ins Boot geholt werden müssen. Bereits zweimal konnten diese ihre Meinung zu den Plänen kundtun – und dabei ging es auch mal hoch her, erinnert sich Schlamann. Zu viel Verkehr, zu viel Lärm, zu viele Gefahrgut-Transporter – das waren einige der Bedenken. „Doch es gab auch Bürger, die es mit Stolz erfüllt, neben so einem Institut zu leben.“

Für die anderen hat Schlamann beruhigende Nachrichten: Lärmtechnisch werde es eher besser werden als heute und auch Laster mit gefährlichen Gütern werde es künftig seltener geben, verspricht er. Und trotz der vielen neuen Mitarbeiter werde es selbst in puncto Verkehr keine Verschlechterungen im Kahlenberg-Viertel geben. „Forschungsinstitute sind anders gestrickt als andere Unternehmen. Die meisten Mitarbeiter wohnen in unmittelbarer Umgebung und kommen zu Fuß oder mit dem Rad.“ Auf 100 neue Mitarbeiter, so schätzt er, kämen maximal fünf, sechs weitere Autos.

Neue Energiezentrale und neue Wohnhäuser

Auch am benachbarten MPI für Kohlenforschung ist einiges in Bewegung, berichtet Sprecherin Sarah-Lena Gombert: So entsteht eine neue Energiezentrale, die voraussichtlich im Sommer 2014 an den Start gehen und beide Institute mit Energie versorgen wird. Die Anlage soll bestehen aus zwei Blockheizkraftwerken und zwei Heizkesseln.

Außerdem wird sich das Gesicht der Lembkestraße verändern; geplant sind mehrere Mehrfamilienhäuser, deren Wohnungen von Angehörigen des Instituts, aber auch von anderen Personen angemietet werden können, so Gombert. Erste Bauarbeiten für eines der Häuser stehen an, und zwar gegenüber des großen Hörsaal-Gebäudes. „Für den ersten Bauabschnitt hat die Stadt die Baugenehmigung erteilt.“

Aktuell zählen zum MPI für Kohlenforschung, das 2014 übrigens 100 Jahre alt wird, 350 Mitarbeiter. Das Haus ist unterteilt in fünf Abteilungen mit je einem Direktor. Eine Abteilung ist vakant, soll aber neu besetzt werden. Da ein neuer Direktor für gewöhnlich auch Mitarbeiter mitbringt, dürfte die Zahl der Mitarbeiter noch leicht wachsen.

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