Event in der Stadt

Markt mit lauter Ansage: Marktschreier kommen in die Stadt

Wurst-Achim versteht sein Geschäft: Marktschreier bieten

Foto: Stephan Schuetze, Jobo

Wurst-Achim versteht sein Geschäft: Marktschreier bieten Foto: Stephan Schuetze, Jobo

Mülheim.   Marktschreier bieten ihre Waren am Wochenende auf dem Rathausmarkt an. Wurst-Achim, Aal-Ole oder Nudel-Dieter buhlen um die Gunst des Publikums.

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Die Namen sind alle Programm: Ob Wurst-Achim, Aal-Ole, Käse-Alex oder Nudel-Dieter – man weiß sogleich, was diese Herren feilbieten. Und wenn nicht, so dürfte es auch in den Seitenstraßen kaum zu überhören sein, was die Marktschreier auf dem Rathausmarkt zu verkaufen haben.

Kommendes Wochenende wird es lärmig zugehen rund ums Rathaus, wenn dort Wurst, Fisch, Käse, Süßigkeiten lautstark angeboten werden. Und natürlich auch Pflanzen. Denn der „Blumenkönig von Holland“ ist auch mit dabei.

Marktschreier klopfen Sprüche und bieten Wortwitz

Einen Marktschreier-Markt muss man sich vorstellen wie eine Verkaufsveranstaltung mit Entertainment. Es geht zwar ums Verkaufen – und zwar in für kleine bis normale Haushalte in eher unüblichen größeren Mengen von Nudeln, Wurst, Käse, Blumen und Co. – aber eben auch um die Ein-Mann-Show der Marktschreier auf den großen Trucks, die sich gegenseitig überbieten, frotzeln und Sprüche klopfen. „Wir haben die Top-Marktschreier hier, die sich duellieren“, wirbt denn auch Mel-Kelly Kühn von der veranstaltenden Agentur JoBo für den „erstmaligen Auftritt“ der Marktschreier in Mülheim. „Hier wird nicht nur gebrüllt, es gibt viel Wortwitz“, verspricht Kühn. „Da fliegt auch mal ‘ne Wurst in den Blumen-Truck.“

Ist alles nur Show, beeilt sich der Eventmanager zu versichern, das seien alles ganz normale, nette Familienväter, die als selbstständige Unternehmer eben viel unterwegs sind für den Job, und die am Ende des Arbeitstages auch mal miteinander ein Bier trinken gehen.

Rund 46 solcher Märkte veranstalten sie im Jahr, der in Mülheim beginnt am kommenden Freitag, 10 Uhr, und dauert, wie am Samstag bis 19 Uhr und am Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Neben den Stars der Szene, Wurst-Achim (dessen Stimmkraft 110 Dezibel erreichen soll) und dem „Holländischen Blumenkönig“ (bestimmt nicht viel zurückhaltender) und ihren Kollegen gibt es Getränke- und Imbissstände, Bestuhlung, Kinderkarussell für die Kleinen und einen Krammarkt für die Großen.

Publikum kann über besten Marktschreier abstimmen

Am Freitag, 15. September, wird der Markt offiziell um 11 Uhr mit Fassanstich und Freibier für alle anwesenden Gäste eröffnet. Und wer möchte, kann dann am Nachmittag beim Marktschrei-Wettbewerb (16 bis 18 Uhr) mit darüber abstimmen, ob nun Milka-Micha, Matjes-Stefan oder Aal-Ole sich am besten gegen Käse-Alex oder Nudel-Dieter behaupten konnten.

Was von den Besuchern erwartet wird: Kommen, gucken, essen trinken, Spaß haben – und natürlich: kaufen. Nudeln säcke- sowie Wurst und Käse kiloweise. Masse, aber dennoch Klasse, verspricht der Veranstalter. „Das ist nicht mit Discounterware zu vergleichen“, versichert Mel-Kelly Kühn, „Das ist 1 A- Qualität zum guten Preis.“ Der käme eben durch die an den Mann/ die Frau gebrachte Masse an Waren zustande, ein paar Tausend Kilo kommen da pro Marktschreier-Arbeitstag schnell zusammen. Alles sei frisch und lange haltbar.

Ab Donnerstagnachmittag wird aufgebaut

Ab Donnerstagnachmittag rollen die ersten Trucks an, die nicht nur Verkaufsfläche, sondern auch Bühne für die Verkäufer sind, dann wird aufgebaut auf dem Rathausmarkt. „Ein sehr schöner Platz“, lobt Eventmanager Kühn, der sonst auch größere Orte bespielt. „Der Platz wird proppenvoll sein“, prophezeit er. Und das dürfte der Mülheimer Innenstadt ja auch mal ganz gut zu Gesicht stehen.

>> DAS „LAUTESTE LEBEWESEN“ AUF DER WELT

Ein Star der Marktschreier-Szene ist Wurst-Achim, eigentlich Joachim Pfaff (54). 2013 wurde er Deutscher Meister. Seit 2009 hält er mit 110 Dezibel den Weltrekord in der Lautstärke und wurde ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen.

Er wurde u. a. als das „lauteste Lebewesen der Welt“ bezeichnet. In einer TV-Sendung war er lauter als ein Brüllaffe.

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