Prozessbeginn

Mann soll Stieftochter jahrelang sexuell missbraucht haben

Im Landgericht Duisburg wurde am Donnerstag die Anklageschrift verlesen.

Im Landgericht Duisburg wurde am Donnerstag die Anklageschrift verlesen.

Foto: Christophe Gateau

Duisburg/Mülheim.   Ein 48-jähriger Mülheimer soll seine Stieftochter regelmäßig sexuell missbraucht haben. Die Anklage spricht von besonders schwerem Missbrauch.

Über Jahre soll ein 48-jähriger Mann in Mülheim seine Stieftochter sexuell missbraucht haben. Die Anklageschrift listet insgesamt 22 Fälle auf, die sich zwischen März 2015 und März 2017 in der damaligen Wohnung der Familie in Speldorf ereignet haben sollen. Zu Beginn der Taten soll die Stieftochter elf Jahre alt gewesen sein. Die Frau des Angeklagten hatte das Mädchen mit in die Ehe gebracht. Danach bekam das Paar noch vier gemeinsame Kinder.

Zu dem ersten Übergriff soll es im Frühjahr 2015 gekommen sein, als die Mutter des Kindes in der Badewanne saß. Der Angeklagte soll das Kind im Intimbereich angefasst haben. Ähnliche Übergriffe, welche die Staatsanwaltschaft als besonders schwere Fälle des sexuellen Missbrauchs wertet, sollen sich danach beinahe monatlich wiederholt haben. Gegen bestimmte Sex-Spielarten hatte sich die Geschädigte laut Anklage allerdings erfolgreich durch Fußtritte wehren können. Mehrfach soll der Stiefvater sich in Gegenwart des Mädchens auch selbst befriedigt haben.

Zwei Sachverständige nicht erschienen

Über die Verlesung der Anklageschrift kam das Verfahren am Gründonnerstag allerdings nicht hinaus. Denn zwei Sachverständige - ein psychiatrischer Gutachter, der etwas zur Schuldfähigkeit des Angeklagten sagen soll, und ein psychologischer Experte, der die Glaubhaftigkeit der Aussagen der jungen Hauptbelastungszeugin wissenschaftlich bewerten soll - waren zu Prozessbeginn terminlich verhindert.

Der Angeklagte kündigte an, sich am nächsten Verhandlungstag zur Sache äußern zu wollen. Sein Verteidiger deutete auf Nachfrage des Staatsanwaltes allerdings an, dass ein rückhaltloses Geständnis nicht zu erwarten ist. Dabei wäre das vermutlich der einzige Weg, im Falle einer schuldhaften Verurteilung wenigstens eine so niedrige Haftstrafe zu erreichen, dass sie der Angeklagte im offenen Vollzug antreten könnte.

Für das Verfahren sind bis zum 7. Mai zwei weitere Verhandlungstage geplant.

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