Benefizprojekt

Kunstkalender: Erlös geht an Grundschule für Leseförderung

„Szene am Kanal“ heißt dieses Bild von Mey Bauer, das 2019 entstanden ist.

„Szene am Kanal“ heißt dieses Bild von Mey Bauer, das 2019 entstanden ist.

Foto: zwobakk

Mülheim.  Der Kunstkalender des Freundeskreises Mülheimer Künstler ist da. 66 Künstler haben Bilder beigesteuert. Der Erlös fließt in die Leseförderung.

Es ist bereits die elfte Auflage: Der Wochenkalender des Freundeskreises Mülheimer Künstler für Kinder ist gerade wieder erschienen. 66 heimische Künstler haben unentgeltlich Bilder, Zeichnungen und Fotografien beigesteuert. Der Kalender ist also nicht nur Kalender, sondern auch eine Art Katalog, der einen äußerst interessanten Überblick gibt über die Kunstszene in der Stadt.

Überblick über die heimische Kunstszene

Doch das ist gar nicht das Hauptanliegen des Projektes: Mit dem Verkaufserlös wird der Verein auch in diesem Jahr rund 600 Bücher erwerben und sie einer Mülheimer Grundschule stiften – diesmal ist es die Grundschule am Klostermarkt in Saarn.

„Unser Freundeskreis ist 2007 entstanden – mit dem Ziel, Kindern in Notsituationen zu helfen. Wir haben schon das Kinderheim Raphaelhaus, die Krankenhäuser, das Hospiz oder das Frauenhaus mit Spenden, zum Beispiel mit ganzen Säcken voller Steifftiere, unterstützt“, berichtet Birte-Marie Loehr, Vorsitzende des Freundeskreises Mülheimer Künstler für Kinder.

Lesen ist eine wichtige Grundkompetenz für das Lernen

Seit 2008 setzt man sich vorwiegend für die Leseförderung an den Grundschulen ein. „Es gibt immer mehr Kinder, die nicht gut lesen können. Das Lesen ist aber eine wichtige Grundkompetenz für das Lernen allgemein. Ebenso wie das handschriftliche Schreiben, dass ebenfalls gut beherrscht werden sollte. Trotz Digitalisierung können wir auf das Lesen und Schreiben nicht verzichten,“ so Loehr.

Damit die Grundschulkinder Spaß an der Lektüre finden und das Lesen üben, stiftet der Verein jeweils einer Grundschule pro Jahr reichlich Lesestoff für die Schulbücherei. In der Schule an der Trooststraße richtete man 2018 mit der Bücherspende sogar eine ganz neue Schulbücherei ein. „Das jeweilige Schulkollegium erarbeitet eine Wunschliste, beraten von den Buchhändlerinnen von Hilberath & Lange. Die Kinder sollen schließlich Bücher bekommen, die sie fesseln, in denen sie immer weiter lesen möchten“, erklärt die Vereinsvorsitzende.

Eltern motivieren, mit Kindern zu lesen

Aber auch die Eltern möchte man erreichen, sie beispielsweise zum Vorlesen oder gemeinsamen Lesen mit ihrem Kind motivieren. Jede Familie bekommt anlässlich der Bücherspende auch einen Info-Zettel, auf dem erläutert wird, wie wichtig eine gute Lesekompetenz ist und wie hilfreich und unterhaltsam das Lesen für Kinder sein kann.

„Als wir den ersten Kalender erstellt haben, wurde eine Schule bedacht, in der es Kinder aus 69 Nationalitäten gibt. Wir haben unseren Text also in 69 Sprachen übersetzen lassen – in Tamilisch, Arabisch, Kroatisch und so weiter. Von Menschen aus unserer der Stadt. Das war ein großer Aufwand, aber wir haben es geschafft – und zwar alles ehrenamtlich“, berichtet Birte-Marie Loehr.

Sponsor unterstützt das Projekt des Vereins

Rund 12.000 Euro sind pro Jahr für das Leseförderprojekt – also die Herstellung des Kalenders und die Bücherspende – notwendig. Etwa die Hälfte kommt durch den Verkauf des Jahreskalenders (Auflage: 850 Exemplare) zusammen, für die andere Hälfte muss ein Sponsor gefunden werden. Diesmal ist die Mülheimer Sparkasse mit im Boot.

Neben den Bildern der Mülheimer Künstler gibt es im Kalender auch ein Künstlerverzeichnis. Außerdem sind diesmal auch die Kinderrechte der Vereinten Nationen abgedruckt. Zu denen zählt auch das Recht auf Bildung.

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