Kultur

Künstler proben die Ruhrrevolution

Das Künstlerkollektiv EGfKA schaut im Mülheimer Makroscope mit Wissenschaftlerinnen Bini Adamczak und Ulrike Haß auf den Ruhraufstand vor 100 Jahren.

Foto: EGfKA

Das Künstlerkollektiv EGfKA schaut im Mülheimer Makroscope mit Wissenschaftlerinnen Bini Adamczak und Ulrike Haß auf den Ruhraufstand vor 100 Jahren. Foto: EGfKA

Mülheim.   Was wäre, wenn...? Am Freitag, 12. Januar, diskutiert das Kollektiv EGfKA mit Wissenschaftlerinnen und Publikum im Makroscope soziale Utopien.

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2018 steht für den Ringlokschuppen und das Makroscope im Zeichen der Revolution – oder besser der künstlerischen Auseinandersetzung damit: „Wir wollen das Phantasma der Alternativlosigkeit durchbrechen, die politische Vorstellungskraft anregen“, sagt Tina Turnheim des Berliner Künstlerkollektivs EGfKA.

In einer Reihe aus spielerischen Diskussionsformaten und Theateraufführungen wollen sie etwa dem Ruhraufstand von 1920 und der ‘68er Studentenrevolte auf den Grund gehen. Der Start der Reihe ist am Freitag, 12. Januar. Was ist geblieben von den linken Idealen angesichts eines erstarkten Nationalismus und ‘alternativer Fakten’?

Ansatz ist der Ruhraufstand im März 1920

Der Ruhraufstand im März 1920 ist für Turnheim und Florian Thamer ein Ansatzpunkt, geschichtliche Entwicklungen zu hinterfragen. Nachdem die linke Arbeiterbewegung einen Putsch von Nationalisten durch Widerstand verhinderte, wurden ihre Demonstrationen anschließend durch die Reichsregierung blutig niedergeschlagen. „Die Arbeiter, aber auch viele Frauen hatten sich der Protestbewegung angeschlossen, sie wollten mehr Rechte“, fasst Turnheim zusammen.

Was wäre, wenn sich diese Kräfte durchgesetzt hätten? Die spannende Frage diskutieren die Geschlechterforscherin Bini Adamczak und frühere Theaterprofessorin Ulrike Haß heute im Makroscope. Ganz bewusst allerdings will das Künstlerkollektiv keinen Podiumsvortrag von oben, sondern ein „spielerisches Diskursformat. Die Beiträge werden auf drei Minuten begrenzt, das Publikum kann bestimmen, wie es danach weitergeht“, sagt Thamer.

Das Publikum kann Fragen stellen

Nach der ersten Diskussionshälfte werden Publikumsfragen gezogen. Bewährt habe sich die Form in ähnlichen Projekten der Künstlergruppe, die sich bewusst selbstironisch überhöht „Europäische Gemeinschaft für kulturelle Angelegenheiten“ nennt. „Wir müssen gesellschaftlich wieder lernen, Dinge zu hinterfragen“, sind Thamer und Turnheim überzeugt. Seit vielen Jahren haben sie ihr Modell eines „Theaters der Sorge“ entwickelt, das etwa Geflüchtete und Erwerbslose an Theaterprojekte beteiligt.

Am Sonntag, 14. Januar, sollen die Erkenntnisse der Freitagsdiskussion in einer „Live-Feature Radioperformance“ verarbeitet werden. Publikum ist erwünscht. „Der Fokus ist auditiv, aber wir haben auch performative Elemente“, sagt Thamer.

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