Kreißsaal-Check

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Mülheim

Alle Kreißsäle im Evangelischen Krankenhaus Mülheim verfügen über Hilfsmittel wie Gymnastikball, Gebärhocker, Tuch, Gymnastikmatte, Seil und ein verstellbares Gebärbett.

Alle Kreißsäle im Evangelischen Krankenhaus Mülheim verfügen über Hilfsmittel wie Gymnastikball, Gebärhocker, Tuch, Gymnastikmatte, Seil und ein verstellbares Gebärbett.

Foto: Walter Schernstein

Mülheim.  Was bieten die Geburtsstationen in der Region? Im Kreißsaal-Check beantwortet das Evangelische Krankenhaus alle unsere Fragen rund um die Geburt.

Hell und freundlich sind die Kreißsäle im Evangelischen Krankenhaus in Mülheim. Was Eltern rund um die Geburt wissen müssen: Hier beantwortet das Krankenhaus die Fragen in unserem Kreißsaal-Check:

Wie viele Geburten gibt es pro Jahr?

840 Babys wurden im Jahr 2018 im Evangelischen Krankenhaus Mülheim geboren. Im Jahr 2017 waren es 829 kleine Mädchen und Jungen.

Wie hoch ist die Kaiserschnitt-Rate?

Die Kaiserschnitt-Rate lag laut Krankenhaus im Jahr 2018 bei 27 Prozent.

Wie viele Hebammen arbeiten in einer Schicht?

In einer Schicht kümmern sich laut EKM zwei Hebammen um die Mütter und ihre Babys.

Wie viele Ärzte arbeiten in einer Schicht?

Je nach Schicht seien zwischen zwei und sechs Ärzte im Einsatz.

Wie viele Kreißsäle gibt es? Gibt es eine besondere Ausstattung?

Es gibt drei Entbindungsräume, von denen einer mit einer Gebärwanne ausgestattet ist. Das EKM erklärt: "Unsere Kreißsäle sind hell und freundlich. Jeder Raum hat sein eigenes Farbkonzept – wir möchten, dass die werdenden Eltern sich dort wohlfühlen. Gleichzeitig verfügen alle Säle über eine Ausstattung, die maximale Sicherheit bietet."

Zur besonderen Ausstattung zählt das Krankenhaus: Notfallknöpfe in jedem Kreißsaal und ein OP-Saal direkt im Kreißsaalbereich. "In jedem Kreißsaal sind Hilfsmittel wie Gymnastikball, Gebärhocker, Tuch, Gymnastikmatte, Seil und ein verstellbares Gebärbett vorhanden. In einem Kreißsaal ist außerdem eine Sprossenwand", so das Krankenhaus. Es gibt zudem ein Badezimmer mit einer zweiten Wanne für ein Entspannungsbad. Zwei Kreißsäle haben ein eigenes WC/Bad.

Wie sind die Wöchnerinnen untergebracht? Wie viele Zimmer gibt es?

Die Wöchenerinnen sind in Ein- und Zweibettzimmern untergebracht, insgesamt handelt es sich um 14 Zimmer. Das Krankenhaus bietet ein 24-Stunden-Rooming-In, Babys können rund um die Uhr bei ihren Müttern bleiben.

Das separate Stillzimmer ist exklusiv nur für die frischgebackenen Mütter und ihre Babys zugänglich. "Alles, was die Eltern für ihr Baby benötigen, ist im Zimmer", so das Krankenhaus – dazu zählen erste Babykleidung und Wickel-Zubehör. Außerdem verfügt das Krankenhaus über ein Säuglingsuntersuchungszimmer.

Können Väter mit untergebracht werden?

Väter können in Familienzimmern oder der Familiensuite untergebracht werden (siehe unten).

Gibt es Familienzimmer? Wie sind diese ausgestattet? Wie hoch ist die Zuzahlung?

"Wir haben eine Familiensuite, die großzügig gestaltet und modern ausgestattet ist, natürlich mit Wickeltisch und Babybetten, aber auch mit einer gemütlichen Sitzecke mit Sofa", erklärt das Krankenhaus. Der Partner zahle dafür 60 Euro, die Mutter 40 Euro.

Auf der Station können laut Krankenhaus alle Zimmer als Familienzimmer genutzt werden, der Partner zahlt in diesem Fall 50 Euro.

"Das Team der Station versucht immer, den Wunsch nach einem Familienzimmer zu erfüllen, wenn es die Belegung hergibt. Denn uns ist es wichtig, dass die Familie die ersten Tage gemeinsam erleben kann.´", so das Evangelische Krankenhaus Mülheim.

Zu den zusätzlichen Wahlleistungen gehören:

  • kostenloser Wäscheservice für persönliche Wäsche
  • Tageszeitungen
  • Bad mit Dusche und WC, flauschigen Handtüchern, Fön und Frotteesandalen
  • kleine Besorgungen durch Mitarbeitende
  • Frühstück auf Wunsch auf dem Zimmer

Wie ist die Verpflegung?

Aufgrund der Ergebnisse einer Patientenbefragung vor einigen Jahren habe sich das Krankenhaus dazu entschlossen, auf ein Buffet zu verzichten. Denn die Mütter bekommen gerne das Essen ins Zimmer gebracht, um flexibler zu sein, schildert das EKM seine Erfahrungen. Die Gerichte sind von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zertifiziert.

Gibt es eine Neugeborenenstation?

"Unsere Station ist eine Entbindungsstation, auf der Wöchnerinnen und Neugeborene liegen (integrative Wochenbettpflege)", so das EKM.

Ist das Krankenhaus Perinatalzentrum? Wenn ja, welche Stufe?

Das EKM ist kein Perinatalzentrum. Allerdings verweist das Krankenhaus an dieser Stelle auf seine Kooperation mit dem Schwesternkrankenhaus, dem Evangelischen Krankenhaus Oberhausen (EKO). Das EKO ist ein Perinatalzentrum Level 1.

Weitere Besonderheiten, wie beispielsweise Infoabende:

Weitere Besonderheiten des Evangelischen Krankenhauses Mülheim:

  • Die Einrichtung ist als babyfreundliches Krankenhaus durch die Weltgesundheitsorganisation und Unicef zertifiziert.
  • Zum Einsatz kommen alternative Methoden zur Geburtseinleitung und Schmerzlinderung unter der Geburt, wie zum Beispiel Aromatherapie und Homöopathie.
  • Es gibt eine Still- und Laktationsberaterin im Haus.
  • Eine Kinderärztin ist vor Ort.
  • Zum medizinischen Service für die Neugeborenen gehört die tägliche Visite durch einen Kinderarzt, die U2-Untersuchung durch eine Kinderärztin, Hör-Screening, Pulsoxymetriescreening, Veranlassung des Stoffwechseltests sowie Hüft-Sonographie durch das Team der Klinik für Unfall- und Wirbelsäulenchirurgie.
  • Das Krankenhaus arbeitet nach eigenen Angaben mit Beleghebammen zusammen.
  • Es gibt einen Storchenparkplatz vor dem Haupteingang.
  • Jedes Neugeborene erhalte selbstgestrickte Söckchen aus dem Projekt „Mülheimer Kuschelfüßchen“ sowie einen Babyschlafsack.

Infoabende finden jeden ersten und dritten Donnerstag (außer an Feiertagen) des Monats um 18 Uhr im Krankenhaus statt. Ein ärztlicher Mitarbeiter und eine Hebamme beantworten dann die Fragen der werdenden Eltern. Außerdem gibt es eine Kreißsaal-Besichtung, wenn diese nicht gerade belegt sind. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zudem bietet das Krankenhaus unter dem Titel "Fit für das Baby" Infoabende für werdende Eltern zu den Themen Säuglingspflege, Ernährung und Erste Hilfe für Säuglinge. Außerdem gibt es folgende Veranstaltungen:

  • Wochenend-Intensivkurs zur Geburtsvorbereitung (zwei Tage)
  • Wassergymnastik für Schwangere
  • Yoga für Schwangere
  • Babybauchabformung
  • Akupunktur zur Geburtsvorbereitung
  • Roter Faden durch die Bürokratie
  • "HappyBauch®" (SuperMAMAfitness)
  • Singen und Tönen mit Bauch
  • HypnoBirthing
  • Akupunktur zur Geburtsvorbereitung

Das EKM bietet drei verschiedene Sprechstunden an:

  1. Hebammen-Sprechstunde (hier werden Fragen rund um die Geburt und die Anmeldung zur Geburt geklärt).
  2. Schwangeren- und Doppler-Sprechstunde mit Geburtsplanungs-Gespräch. Dafür brauchen die Frauen, die sich in einer besonderen Schwangerschaftssituation befinden (Beckenendlage, Schwangerschaftsdiabetes oder Bluthochdruck) eine Überweisung von ihrem Frauenarzt.
  3. Anästhesie-Sprechstunde: Hier gibt es wichtige Infos rund um das Thema Schmerzbehandlung.

Darüber hinaus begleitet das Team der Elternschule die frischgebackenen Mütter und Väter auch nach der Geburt. Hier werden zahlreiche Kurse geboten. Weitere Informationen gibt es hier auf der Internetseite des EKM.

Ansprechpartnerinnen: Anja Walther, Leiterin der Elternschule und Leitende Hebamme: 0208 309-2511, anja.walther@evkmh.de; Yvonne Heun, Bildungsinstitut: 0208 309-2537 (dienstags und mittwochs, 10-14 Uhr), yvonnecoral.heun@ategris.de.

Ist eine Anmeldung für die Geburt möglich/nötig? Und wann sollte man sich anmelden?

Werdende Eltern können sich laut Krankenhaus in der Hebammen-Sprechstunde, die montags stattfindet, anmelden. "So lernen sie das Haus schon einmal kennen und können die nötigen Formalitäten entspannt vor der Geburt erledigen", erklärt das EKM.

Die Schwangeren müssen für die Geburtsanmeldung ihren Mutterpass und ihre Krankenversichertenkarte mitbringen. Termine kann man unter der Telefonnummer 0208 309-2512 (Kreißsaal) vereinbaren.

"Bei Voroperationen oder Risiken wie Bluthochdruck bieten wir werdenden Eltern in der Schwangeren-Sprechstunde ein ärztliches Geburtsplanungs-Gespräch an", erklärt das Krankenhaus. Auch diese Sprechstunde findet montags statt. Die Schwangeren brauchen dafür eine Überweisung vom Frauenarzt, den Mutterpass, die Krankenversicherungskarte. Termine können unter der Telefonnummer 0208 309-2512 vereinbart werden.

Und wie bei allen Geburtsstationen gilt: Kinder werden auch ohne Anmeldung zur Welt gebracht.

Die Adresse des Krankenhauses: Evangelisches Krankenhaus Mülheim (EKM), Wertgasse 30, 45468 Mülheim a. d. Ruhr. Kontaktdaten der Frauenklinik im Ev. Krankenhaus Mülheim: Chefärztin Dr. med. Andrea Schmidt (E-Mail: andrea.schmidt@evkmh.de), Sekretariat: Sandra Schaffrien, Tel.: 0208 309-2501, E-Mail: sandra.schaffrien@evkmh.de. Leitende Hebamme Anja Walther, Telefonnummer des Kreißsaals: 0208 309-2511, E-Mail: anja. walther@evkmh.de. Zur Homepage.

Alles zum Kreißsaal-Check

Diese Krankenhäuser in der Region haben im Kreißsaal-Check unsere Fragen beantwortet:

Bocholt

Kreißsaal-Check: Das St. Agnes-Hospital in Bocholt

Bochum

Kreißsaal-Check: Die Augusta-Kranken-Anstalt in Bochum

Kreißsaal-Check: Das St. Elisabeth-Hospital in Bochum

Bottrop:

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Bottrop

Dinslaken:

Kreißsaal-Check: Das St. Vinzenz-Hospital in Dinslaken

Duisburg:

Kreißsaal-Check: Das Bethesda Krankenhaus in Duisburg

Kreißsaal-Check: Die Sana Kliniken in Duisburg

Kreißsaal-Check: Das Krankenhaus St. Anna in Duisburg

Kreißsaal-Check: Die St. Johannes Klinik in Duisburg

Düsseldorf:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Düsseldorf

Kreißsaal-Check: Das Sana Krankenhaus in Düsseldorf-Benrath

Kreißsaal-Check: Das Florence-Nightingale-Krankenhaus Düsseldorf

Essen:

Kreißsaal-Check: Das Elisabeth-Krankenhaus in Essen

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Essen-Altenessen

Kreißsaal-Check: Das Universitätsklinikum in Essen

Kreißsaal-Check: Das Alfried Krupp Krankenhaus in Essen

Geldern:

Kreißsaal-Check: Das St.-Clemens-Hospital in Geldern

Gelsenkirchen:

Kreißsaal-Check: Das Marienhospital in Gelsenkirchen

Kreißsaal-Check: Sankt Marien-Hospital Buer in Gelsenkirchen

Herne:

Kreißsaal-Check: Das Marien Hospital in Herne

Kreißsaal-Check: Das St. Anna Hospital in Herne

Kleve:

Kreißsaal-Check: Das St. Antonius-Hospital in Kleve

Moers:

Kreißsaal-Check: Das Krankenhaus Bethanien in Moers

Kreißsaal-Check: Das St. Josef Krankenhaus in Moers

Mülheim:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Mülheim

Oberhausen:

Kreißsaal-Check: Das Evangelische Krankenhaus in Oberhausen

Kreißsaal-Check: Das Katholische Klinikum in Oberhausen

Velbert:

Kreißsaal-Check: Das Helios Klinikum Niederberg in Velbert

Wesel:

Kreißsaal-Check: Das Marien-Hospital in Wesel

Witten:

Kreißsaal-Check: Das Marien Hospital in Witten

Kreißsaal-Check: Unsere weitere Berichterstattung zum Thema:

  • Die Stadt Hattingen hat seit 2007 keine Geburtsstation mehr. Werdende Eltern sollten die Entbindung und Betreuung durch eine Hebamme sehr früh planen. Lesen Sie hier mehr.
  • Hebamme Regine Hoffmann aus Witten begleitet bis zu 300 Schwangere jährlich – seit mehr als 40 Jahren. In ihren Vorbereitungskursen räumt sie mit längst überholten Weisheiten auf: „Hecheln ist mega-out!“ Lesen Sie hier mehr.
  • In Dortmund und Duisburg können werdende Mütter ihren Nachwuchs im Fußball-Kreißsaal auf die Welt bringen. Die Nachfrage bei den Fans ist groß. Lesen Sie hier mehr.
  • Adina Stracke ist Hebamme in Sprockhövel. Sie erklärt, warum es immer weniger freiberufliche Hebammen gibt und wie Eltern die Bürokratie spüren. Lesen Sie hier mehr.
  • Eine Hebamme erklärt, warum der Babyblues nicht ungewöhnlich, eine Wochenbett-Depression aber gefährlich ist. Lesen Sie hier mehr.
  • Das Baby von BVB-Star Marco Reus kam in Witten zur Welt. Ein BVB-Fan tröstet sich damals im April 2019 so: „Solange sie nicht in Gelsenkirchen geboren ist, ist alles gut. Hauptsache, im Meisterschaftsjahr.“ Lesen Sie hier mehr.
  • Die Elternschule Essen hat in Rüttenscheid Räume gefunden. Die hohe Kurs-Nachfrage zeigt: Auch in Essen gibt es einen Hebammenmangel. Lesen Sie mehr.
  • Im Marienhospital Bottrop bahnt sich ein Geburtenrekord an. Schon im Oktober zählte das Krankenhaus die 1000. Geburt am MHB. So lautet seine Prognose für 2019.
  • In Deutschland sind Hausgeburten eher Ausnahme als Norm, in den Niederlanden sind es hingegen 13 Prozent. Warum Hausgeburten in den Niederlanden beliebter sind.

Kreißsaal-Check: Geburtsstationen aus der Region:

Zur interaktiven Karte
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben