Gemeinschaftsladen

Kreative mieten Regale in Broicher Laden an

18 Kreative stellen im Laden von Anja Schellberg an der Kirchstraße in Mülheim-Broich schöne Dinge aus und verkaufen sie.

Foto: Alexandra Roth

18 Kreative stellen im Laden von Anja Schellberg an der Kirchstraße in Mülheim-Broich schöne Dinge aus und verkaufen sie. Foto: Alexandra Roth

Broich.   Eine ungewöhnliche Geschäftsidee hat Anja Schellberg in Mülheim-Broich umgesetzt. Sie vermietet in ihren Laden Regale an Kunsthandwerker.

Der ,Aventskalender to go’ – ein kleines handgenähtes Täschchen, in dem eine Packung mit 24 Schokolinsen steckt – war ein Bestseller im November. Bei „VielFach-Creativ“, dem kleinen Laden von Anja Schellberg an der Kirchstraße 14a, findet man aber noch viele weitere fantasievolle Produkte. Insgesamt 18 Künstler und Kunsthandwerker bieten hier hübsche und witzige Dinge an, mit denen man andere, aber auch sich selbst beschenken kann.

Das Konzept hat Anja Schellberg in den USA entdeckt

Das Konzept ihrer „kunterbunten Verkaufswelt“ hat Anja Schellberg in den USA abgeguckt. „Ich habe dort 2012 einen kleinen Künstlerort besucht und ein Geschäft gesehen, in dem verschiedene Kreative einzelne Regale angemietet hatten. Das fand ich eine gute Idee.“ Und die griff sie auf, als sie im Sommer 2016 beschloss, selbst einen Laden in Broich zu eröffnen:

„Alleine hätte ich den Raum hier nicht bestücken können, dazu ist er zu groß“, erklärt sie. Deshalbe suchte und fand sie über Facebook andere kreative Menschen, die ebenfalls nach einer Möglichkeit Ausschau hielten, auf begrenztem Raum selbstgefertigte Stücke auszustellen und zu vertreiben. „Es ging alles sehr schnell. Schon vier Wochen vor der Eröffnung waren alle Regale vermietet“, erinnert sich die gelernte Floristin. Für ein großes Regal zahlen ihre Mitstreiter 50 Euro, für ein kleines 25 Euro im Monat. „Eine Warteliste für frei werdende Regale gibt es auch schon“, sagt Schellberg.

Das Sortiment reicht von Gestricktem bis zu Schmuck

An zwei Regeln hielt sie sich bei der Auswahl der Partner. Erstens: Pro Gewerk sollte es nur zwei Aussteller geben. Zweitens: Die Qualität der Ware musste stimmen. „Selbstgenähte Kinderkleidung machen heute unheimlich viele Frauen, da gab es zig Bewerberinnen. Ich möchte aber eine bunte Mischung an Handgemachtem und Handverlesenem bieten“, so Anja Schellberg. Sie selber hat sich dem Upcycling verschrieben: Aus alten Kleidungsstücken (z.B. Jeans) macht sie zum Beispiel Tablet-Taschen, Mäppchen oder Portemonnaies. Außerdem fertigt sie Patchwork-Arbeiten (etwa Decken, Sets, Topflappen) an.

Wer sich im Lädchen umschaut, entdeckt Gestrickes, Gehäkeltes und Gefilztes, Schmuck und Taschen, Liköre und Fruchtaufstriche, Kinderkleider und Haushaltswäsche, Lampenschirme, Blumengestecke, Perlenketten, Weihnachtsbaumanhänger und vieles mehr. Zwei Singer-Songwriter aus Amerika präsentieren ihre CDs: James Morrison und Colin Merrick. Daneben gibt es auch noch ein Regal mit Second-Hand-Keramik und zwei „Charity-Fächer“. „Was wir damit verdienen, wird an soziale Initiativen gespendet“, erläutert Anja Schellberg.

Im neuen Jahr soll es auch Kreativkurse in ihrem Lädchen geben – im Januar/Februar beispielsweise werden Stoffmäuse genäht. Außerdem soll zusätzlich noch eine Galerie für Gemälde, Zeichnungen und Fotografien eingebaut werden. Zurzeit hat die Kunsthandwerker-Gruppe auch einen Außenposten: An einem Stand auf dem Adventsmarkt in der Altstadt stellen sie ausgesuchte Produkte aus.

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