Schädlinge

Kleine Raupe richtet große Schäden in der Müga an

Vom Schadpilz Cylindrocladium Buxicola ist die Labyrinth-Hecke in der Müga befallen, weitere Gewächse hat dort der Zünsler besiedelt.

Foto: Oliver Müller

Vom Schadpilz Cylindrocladium Buxicola ist die Labyrinth-Hecke in der Müga befallen, weitere Gewächse hat dort der Zünsler besiedelt. Foto: Oliver Müller

Mülheim.  Der Buchsbaumzünsler breitet sich dieses Jahr enorm in privaten Gärten, Parks oder auf Friedhöfen aus. Auch in der Müga sind Pflanzen befallen.

Eine kleine Raupe frisst sich derzeit durch die Gärten der Stadt: der Buchsbaumzünsler. Der kleine Parasit aus Ostasien liebt die saftigen Blätter der Buchsbäume und nagt diese bis auf das Skelett ab.

Seit einigen Jahren schon wütet der Zünsler bei uns, doch in diesem Frühjahr sind die Schäden besonders extrem. „Jedes zweite Beratungsgespräch, das ich führe, hat mit dem Zünsler zu tun“, berichtet Christof Rumbaum vom Selbecker Gartencenter Blumen Rumbaum. Nicht nur Privatleute versuchen die Raupe in Gärten und Kübeln zu bekämpfen. Auch die Stadt meldet Befall des städtischen Grüns.

Die Vögel fressen die Raupe nicht

„Ich habe noch nie erlebt, dass sich ein Parasit so rapide ausbreitet“, berichtet Christof Rumbaum, der aufgrund der Plage gar keine Buchsbäume mehr an seine Kunden verkauft. „Die Chance, dass diese befallen und reklamiert werden, ist zu hoch.“ Zwar gebe es die Raupe bereits seit einigen Jahren in Deutschland, so massiv wie in diesem Jahr, habe sie jedoch noch nie zugeschlagen. „Da Vögel sie nicht fressen, hat die Raupe keine natürlichen Feinde.“ Daher vermehre sie sich so schnell auf des Deutschen liebstem Garten-Gewächs.

Viel Geld wird die Plage die Stadt kosten. Im Stadthallengarten mussten bereits ganze Heckenstrukturen aus geschnittenem Buchsbaum entfernt und ersetzt werden, etwa das Labyrinth im Tourainer Garten. „Sie sind von einem Schadpilz und teilweise auch vom Zünsler befallen – dort war alles abgestorben“, berichtet Sylvia Waage, Leiterin des Amtes für Grünflächenmanagement.

Auch zahlreiche Hecken auf den Friedhöfen der Stadt weisen die typischen Symptome auf, jedoch hauptsächlich auf Privatgräbern, so Waage. „Da hilft nur noch rausreißen und etwas anderes pflanzen.“ Allein die Kosten für die über 700 neuen Pflanzen belaufen sich auf über 3000 Euro. „Oben drauf kommen noch Material und Arbeitskosten.“ Damit die Gärten der Müga gerade im Jubiläumsjahr trotzdem schön anzusehen sind, setzte die Stadt im Stadthallengarten nach Beratungen mit Fachleuten nun auf Ilex crenata, ein Gewächs, das dem Buchsbaum ähnlich ist. Diese empfiehlt auch Christof Rumbaum seinen Kunden. Genau wie Eibe, Spindelsträucher oder andere Formgewächse.

Grünlich-schwarzer Körper

„Den Zünsler loszuwerden, ist ein harter Kampf“, weiß der Fachmann. Um zu schauen, ob die eigenen Gewächse betroffen sind, rät Rumbaum, sich zunächst die Blätter genau anzuschauen. „Die grünlich-schwarzen Raupen sind nicht zu übersehen.“ Die Blätter sind zudem grau, papierartig und verklebt. Dann gibt es verschiedene Bekämpfungsmethoden: „Man kann die Tiere absammeln, eine Duftstofffalle legen, mit chemischen oder biologischen Mitteln bekämpfen.“ Ein effektives Präparat seien etwa Bakterien, die man auf die Pflanze sprüht – die Raupen fressen diese und verenden dann daran. Jedoch brauche diese Methode mehrere Anwendungen. „Denn auch aus den Eiern können später noch Raupen schlüpfen.“ Sind die Blätter bereits abgenagt, hilft nur noch eins: rausreißen und fachgerecht entsorgen. Am besten außerhalb des Gartens. „Sonst verbreitet der Zünsler sich immer weiter.“

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