Kinderoper

Kinderoper in der Petrikirche war ein Gesamtkunstwerk

Papageno, gespielt von Jan-Lasse Meurer, und die Königin der Nacht, Elfie Böhmer, zeigten bei der Mülheimer Kinderoper in der Petrikirche zusammen mit allen anderen Beteiligten ein wahres Gesamtkunstwerk.

Papageno, gespielt von Jan-Lasse Meurer, und die Königin der Nacht, Elfie Böhmer, zeigten bei der Mülheimer Kinderoper in der Petrikirche zusammen mit allen anderen Beteiligten ein wahres Gesamtkunstwerk.

Foto: Simon Kieser / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Kinderoper in der Mülheimer Petrikirche: Die Inszenierung von Mozarts Zauberflöte war ein Erfolg. Das größte Lob verdienen dabei die 42 Sänger.

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Alle Jahre wieder beschert Kreismusikdirektor und Petri-Kantor Gijs Burger im November ein Wochenende mit der „Kinderoper“, aufgeführt von den Kindern der Singschule an der Petrikirche. Martin Luther stand in den letzten beiden Jahren im Mittelpunkt, diesmal griff die Singschule zum 25. Jubiläum mit Mozarts Zauberflöte einen „Klassiker“ der Opernliteratur auf – ein musikalisch anspruchsvolles Werk, inhaltlich verschlungen und in seiner Umsetzung auf die Bühne kompliziert – und wie rundherum bezaubernd ist diese Zauberflöte gelungen!

Das größte Lob verdienen die 42 Sänger der Mülheimer Kinderoper

Das vielleicht größte Lob verdienen die 42 mitwirkenden Sänger und Sängerinnen zwischen neun und 15 Jahren, allen voran das „Prinzenpaar“ aus Tamino, Karl Steinmann, und Pamina, Mila Reck, deren schön geführte Stimmen, saubere Höhe in Kombination mit ihrer schauspielerischen Leistung sprachlos machten.

Auch das authentische Rollenspiel des Papageno (Jan-Lasse Meurer), der drei Damen und der Weisen des Sarastro, um nur wenige zu nennen, war überzeugend. Die sängerische Qualität insgesamt, ob Tutti-Chöre, Duette oder Terzette, ist so verblüffend hoch, dass man manches Mal versucht ist, das junge Alter der Sänger in Frage zu stellen. Ein schöner (Zusammen-)Klang ohne Verstärkung, wie er von Laien nicht oft zu hören ist.

Aller Text ist auswendig gelernt, wechselnd gesprochen und gesungen

Die sängerische Höchstleistung verdient noch mehr Respekt, wenn man bedenkt, dass aller Text auswendig gelernt ist, wechselnd gesprochen und gesungen wird und sich die Kinder beim Singen in Kostümen, mit Requisiten in der Hand im Bühnenraum bewegen.

Für die mühevoll und in aufwendiger Eigenarbeit gestalteten Kulissen sowie auch das kluge Regie-Konzept zeichnet der Mülheimer Lehrer Mathias Kocks verantwortlich, der die Handlung der Zauberflöte geschickt und mit guten Ideen in eine kindgerechte Form gegossen und zu einem beeindruckenden wie schlüssigen Operngenuss geformt hat.

Zeugnis fokussierter und motivierender Probenarbeit

Dazu einfallsreiche und selbstkreierte Kostüme vom gefiederten Vogelfänger über das Prinzenpaar bis hin zu Sarastros Sonnenkranzkostüm mit passend dazu ausgewählten Requisiten (C. Kasper, D. Vogelsang) sowie sichtbare choreografische Arbeit (Bianca Pulungan) für einen lebendigen und authentischen Ablauf machten die Aufführung zu einem Gesamtkunstwerk.

Dieses auf die Beine zu stellen in einem Zeitraum von nur zehn Wochen, zeugt von der fokussierten und motivierenden Probenarbeit der Singschule. Gesine Lent hat das Libretto eingerichtet und von Gijs Burger selbst stammt die musikalische Bearbeitung. Es gehört auch viel Mut dazu, eine Zauberflöte mit Kindern umzusetzen, sind doch viele der 26 Gesangsnummern so bekannt, dass fast jeder die Melodien kennt und zu vergleichen beginnt.

Am Ende gab es vom Publikum stehende Ovationen

Einen Vergleich muss diese Inszenierung nicht scheuen: das Publikum war von Klein bis Groß hingerissen von dem lebendigen, facettenreichen Geschehen auf der Bühne und dem Gehörten – stehende Ovationen. Bleibt zu hoffen, dass – alle Jahre wieder - finanzielle Mittel aus dem Förderkreis sowie dem Landesmusikrat NRW zur Verfügung gestellt werden, um weitere Kapitel so gelungener Kinderoper-Geschichte zu schreiben.

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