Kirche und Kultur

Kinder begeistern mit Krimi-Oper in der Petrikirche

Ohne Scheu brachten die kleinen Darsteller das Singspiel auf die Bühne. Für die Aufführung wurde die Petrikirche komplett umgebaut.

Ohne Scheu brachten die kleinen Darsteller das Singspiel auf die Bühne. Für die Aufführung wurde die Petrikirche komplett umgebaut.

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.  33 Kinder führten das Singspiel „Luther und das Geheimnis der Kathedrale“ in der Petrikirche auf. Sie hatten nur sechs Wochen Probezeit.

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Passend zur 500-Jahr-Feier der Reformation hat Kreismusikdirektor und Kantor Gijs Burger seine diesjährige Kinderoper in der Petrikirche dem Thema Martin Luther gewidmet: Mit dem Singspiel Luther und das Geheimnis der Kathedrale hat er ein gänzlich unbekanntes aber sehr lohnendes musikalisches Werk des Schwäbisch Haller Komponisten Kurt Enßle wiederbelebt und mit Singschulkindern sowie nur acht Instrumentalisten zu einem mitreißenden Sing-Schau-Spiel geformt.

Es gelang den Beteiligten die beeindruckende Leistung, die Partitur, von Gijs Burger für Kinderchor und Instrumentalisten eingerichtet und bearbeitet, in nur sechs Wochen einzustudieren.

Kinder der Singschule

Die Akteure, 33 Kinder aus der „mittleren“ Generation der Singschule an der Petrikirche, also im Alter von neun bis 13 Jahren, probten den musikalischen Anteil mit Gijs Burger und den gleichwertigen schauspielerischen Anteil mit Mathias Kocks, einem Mülheimer Lehrer, der seit vielen Jahren mit großem Engagement an der Entstehung der Kinder- und Märchenopern beteiligt ist.

Hochmotivierte Regiearbeit

Die Regiearbeit muss hochmotiviert gewesen sein, denn den Kindern ihre Rollen als Martin Luther als Erzähler (Karl von Sonntag) oder als alte und blinde Greisin Hiltgard (Charlotte Liebsch) nahezubringen, ist wunderbar und überzeugend gelungen. Auch das junge Mädchen Johanna (Julia Oltmanns) sowie der Bischof (Jan-Lasse Meurer) und Domschullehrer Renatus (Leander Klimsch) haben ihre Rollen leidenschaftlich und glaubhaft ausgefüllt. Julia Oltmanns und Charlotte Liebsch’ gut geführte Stimmen hatten ganz ohne Mikrofon eine beachtliche Strahlkraft.

Nicht weniger schön die Chöre, bei denen die Kinder und Jugendlichen immer auf Textverständlichkeit und Ausdruck achteten. Das gesamte Bild wurde durch aufwendige Bühnenbilder, liebevoll gestaltete Kostüme und authentische Requisiten abgerundet.

Schnörkellos, aber schwierig aufzuführen

Auch musikalisch wird man gleich in die Zeit des ausgehenden Mittelalters versetzt: Kirchentonarten und modale Strukturen, Orgelpunkte und choralartige Anklänge.

Was hier so schlicht, schnörkellos und schön einfach klang, war schwierig auszuführen – eben darin bestand die große Kunst der Akteure. Wie dieses Gesamtkunstwerk in nur sechs Wochen reifen konnte: das bleibt wohl Gijs Burgers Geheimnis der Kathedrale.

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