Sozales/Umwelt

Kinder aus Mülheimer Schulen tragen Wasser für guten Zweck

Bei der Weltwassertag-Aktion „Wandern für Wasser“ tragen diese Schüler der Karl-Ziegler-Schule Wasser vom Haus Ruhrnatur zum Aquarius.

Foto: Oliver Müller

Bei der Weltwassertag-Aktion „Wandern für Wasser“ tragen diese Schüler der Karl-Ziegler-Schule Wasser vom Haus Ruhrnatur zum Aquarius. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Am Aktionstag „Wandern für Wasser“ beteiligten sich fünf Mülheimer Schulen. Schüler schleppten Flaschen zwischen Haus Ruhrnatur und Aquarius.

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„So, kommt mal alle hierher, zur Belohnung gibt’s einen Apfel, einen Müsliriegel und einen Stempel“. Heike Gothe vom Rotary Club Uhlenhorst hatte am Samstagmorgen viel zu tun. Rund 500 Mal musste die ehrenamtliche Mitarbeiterin fleißigen Kindern den Beweis für die erfolgreiche Teilnahme an der Aktion „Wandern für Wasser“ geben. Anlass dafür ist der Weltwassertag am 22. März.

Die Schüler aus den siebten und achten Jahrgangsstufen legten einen 3,6 Kilometer langen Weg vom Haus Ruhrnatur zum Aquarius zurück und leisteten dabei eine symbolische Geste. Sie hatten am Startpunkt jeweils drei Flaschen mit Wasser gefüllt und diese zu Fuß ans Ziel gebracht.

Auf Missstände in der Welt hinweisen

„Wir wollen nicht nur auf Missstände in der Welt hinweisen, sondern diesen Anlass auch nutzen, um Spenden für wasserwirtschaftliche Projekte in Bangladesch zu sammeln. Sie kommen dem Kinderhilfswerk Global-Care zugute“, erklärte Andreas Macat den Hintergrund der Initiative. Er ist Leiter des Aquarius Wassermuseums, das von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) betrieben wird. Für das Unternehmen war es auch in diesem Jahr selbstverständlich, einen Beitrag zum Weltwassertag zu leisten.

Und so gab es wieder eine gemeinsame Aktion mit dem Rotary Club und der Hochschule Ruhr West. Im Vorfeld führte eine Expertenrunde die Schüler an das Thema heran und erklärte zum Beispiel, was die Wasserversorgung für manche Menschen in fernen Ländern bedeutet. So marschieren Frauen, aber vor allem Kinder täglich mehrere Kilometer bis zur nächsten Wasserstelle, um von dort Wasser in fragwürdiger Qualität mittels Kanistern zum Dorf zurückzutragen. Diese Kinder sind wegen fehlender öffentlicher Trinkwasser-Versorgung und anderen schwierigen Bedingungen nicht selten vom Bildungssystem ausgeschlossen.

Strapazen am eigenen Leib erfahren

„Die Schüler waren sehr nachdenklich und dank der intensiven Vorbereitung haben sie heute am eigenen Leibe erfahren, was Wassertragen bedeutet“, erklärte Direktor Martin Teuber von der Karl-Ziegler-Schule. Die teilnehmenden Schüler bestätigten seine Einschätzung. „Wir können uns in etwa vorstellen, wie das ist, jeden Tag Wasser zu schleppen. Und die Kinder in Afrika tragen ja noch viel mehr mit sich herum als wir heute“, erklärten Nora, Zoe, Victor und Jamie-Lee. Der 50-minütige Lauf habe sich wirklich gelohnt, lautete die einhellige Meinung der Siebtklässler.

Drei weitere Schulen nahmen an der Gemeinschaftsaktion „Wandern für Wasser“ teil, so die Luisen- und die Willy-Brandt-Schule sowie, neu in diesem Jahr, das Gymnasium Broich.

Schon im Vorfeld Spenden gesammelt

Darüber hinaus hatten die Schüler schon im Vorfeld mit Spendenläufen, finanziert durch ihre Verwandten, an den Schulen Geld gesammelt und für das Projekt gespendet. 1000 Euro gab es zudem von der Willy-Brandt-Schule aus Anlass des 30-jährigen Bestehens. „Es ist motivierend für die Schüler“, so der stellvertretende Schulleiter Matthias Kocks, „wenn sie die Spendengelder selbst akquirieren müssen.“

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