Kirche

Katholische Pfarrgemeinden müssen sich kleiner setzen

Sie haben das Gemeindevotum von St. Mariä Himmelfahrt mit entwickelt und vorgestellt: (v.li.) Manuel Gatz, Norbert Wortberg, Anne Rakowski, Pater Josef Prinz und Ludger Klingeberg.

Sie haben das Gemeindevotum von St. Mariä Himmelfahrt mit entwickelt und vorgestellt: (v.li.) Manuel Gatz, Norbert Wortberg, Anne Rakowski, Pater Josef Prinz und Ludger Klingeberg.

Foto: Udo Gottschalk

Mülheim.  Gemeindemitgliedern in St. Mariae Geburt und St. Mariä Himmelfahrt wurden jetzt die Voten für den Pfarreientwicklungsprozess vorgestellt.

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Die Pfarrgemeinderäte und Kirchenvorstände der katholischen Pfarreien St. Mariae Geburt (Stadtmitte, Heißen und Holthausen) und St. Mariä Himmelfahrt (Saarn, Broich, Speldorf, Selbeck) haben am Sonntag ihre Voten für den Pfarreientwicklungsprozess des Ruhrbistums vorgestellt.

Jeweils mehr als 200 Gemeindemitglieder haben sich seit 2016 aktiv in den Beratungsprozess eingebracht. Weil es auch künftig weniger katholische Christen und weniger Priester gibt, müssen beide Pfarreien, in denen zurzeit jeweils 16 000 Katholiken leben, wirtschaftlich abspecken.

Pastorale Arbeit soll Vorrang haben

Beide Voten betonen aber den Vorrang der pastoralen Arbeit. Sie soll an allen vorhandenen Kirchenstandorten fortgeführt werden, wenn auch unter veränderten Rahmenbedingungen. Die dem Bischof vorgeschlagenen Maßnahmen zur finanziellen Absicherung der Gemeinden sollen schrittweise im kommenden Jahrzehnt umgesetzt werden. Das letzte Wort hat der Bischof. Er entscheidet voraussichtlich bis Ostern.

Die Pfarrkirche St. Mariae Geburt soll künftig verstärkt auch für Konzerte genutzt werden. Das benachbarte Pfarrheim an der Althofstraße und die Begegnungsstätte an der Pastor-Jakobs-Straße werden aufgegeben. Für sie und die benachbarte Pfarrbücherei sowie für die jetzt noch im Pfarrheim untergebrachte OGS-Gruppe werden neue Räume gesucht. Für ihre Seniorenwohnungen an der Pastor-Jakobs-Straße wird St. Mariae Geburt langfristig ein neues Finanzierungsmodell suchen. Die Ladenkirche bleibt erhalten. Die Heilig-Geist-Kirche soll künftig Jugendkirche sein oder von einem privaten Bauverein weiterhin als Gemeindekirche unterhalten werden. Das Gemeindeheim Heilig Geist wird schon jetzt von einem privaten Förderverein getragen.

Gottesdienste in der Seniorenwohnanlage

St. Josef soll als Seniorenwohnanlage mit Gottesdienstort umgestaltet werden. Das Pfarrhaus von St. Josef wird künftig von Pfadfinder- und Messdienergruppen genutzt. Für St. Theresia vom Kinde Jesu ist eine multifunktionale Nutzung als Kirchen- und Veranstaltungsraum vorgesehen. Das Gemeindeheim wird aufgegeben.

Unter der Voraussetzung, dass sich nicht noch private und alternative Finanzierungsmodelle finden, wird die Pfarrgemeinde St. Mariä Himmelfahrt bis 2030 die Herz-Jesu-Kirche und ihr Gemeindezentrum in Broich sowie die Elisabethkirche in Saarn und deren Pfarrhaus aufgeben, um es zu vermieten oder zu verkaufen. Das Pfarrhaus von St. Theresia von Avila steht bereits ab 2020 auf der Verkaufsliste der Pfarrei. Das gilt für das dazugehörige Gemeindezentrum ab 2025. Das Pfarrhaus von St. Michael soll dagegen ab 2025 vermietet werden.

Ab Ostern 2018 wird es in St. Mariä Himmelfahrt nur noch ein zentrales Pfarrbüro an der Klosterkirche geben. Grundsätzlich sind die Pfarreien aufgrund des akuten Priestermangels dazu gezwungen, mehr ehrenamtliche Wortgottesdienstleiter auszubilden.

Sobald der Verwaltungsleiter von St. Mariae Geburt in den Ruhestand geht, werden St. Mariae Geburt und St. Barbara einen gemeinsamen Verwaltungsleiter bekommen. Und sobald der für St. Josef und Theresia vom Kinde Jesu zuständige Kirchenmusiker pensioniert wird, bekommt der Vollzeit-Kirchenmusiker von St. Mariae Geburt einen Teilzeit-Kollegen zur Seite gestellt.

Ohne die vorgeschlagenen Maßnahmen würden beide Pfarreien angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen ihren finanziellen Bankrott riskieren.

Mehrere Gemeindeversammlungen sind geplant

Um Details ihres Votums zum Pfarreientwicklungsprozess noch einmal vorzustellen, laden Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand von St. Mariä Himmelfahrt am 18. Februar um 11.30 Uhr in der Kirche St. Michael (Speldorf), am 21. Februar um 19.30 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche (Broich) und am 14. März um 19.30 Uhr in der Mariä-Himmelfahrt-Pfarr- und Klosterkirche zu Gemeindeversammlungen ein.

Die vollständigen Gemeindevoten, die jetzt dem Ruhrbischof übermittelt werden, findet man im Internet auf: www.kirchengemeinde.net sowie auf: www.pfarreimariaegeburt.de.

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