Freizeit

Kampfsportler entwickeln ihre innere Kraft

Mitglieder der Kampfkunstschule „Zhang Sanfeng Wuguan“ bei der Übung „64er Taijiquan Michuan“.

Mitglieder der Kampfkunstschule „Zhang Sanfeng Wuguan“ bei der Übung „64er Taijiquan Michuan“.

Foto: Jörg Schimmel

Speldorf.  Beim Festakt zum 20-jährigen bestehen der chinesischen Kampfkunstschule „Zhang Sanfeng Wuguan“ in Speldorf war auch ein Meister China zu Gast.

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Seit 20 Jahren gibt es die chinesische Kampfkunstschule „Zhang Sanfeng Wuguan“ an der Heerstraße. Anlässlich des Jubiläums öffnete ihr Gründer Jo Augustin, der seit 1987 ostasiatische Kampfkünste praktiziert, am Samstag seine Pforten. Die Trainingsräume hat er gemeinsam mit seiner Frau Petra Elisabeth in einer ehemaligen Schreinerei gestaltet und liebevoll umgebaut.

Heute sind rings um die Trainingsfläche Bierbänke aufgebaut, auf denen Angehörige, Freunde und Kampfsportbegeisterte Platz genommen haben. Ein dezenter Duft von Räucherstäbchen liegt in der Luft. „Wir sind hier wie eine große Familie“, sagt Augustin bei der Begrüßung seiner Gäste. Und diesen Eindruck gewinnt man auch durchaus von außen.

Weiche, langsame Bewegungen

Sogar hoher Besuch aus China war anwesend: Meister Tian Liyang, ein Vertreter der 15.Generation des Wudang Pai, ließ es sich nehmen, den Feierlichkeiten beizuwohnen. Tian Liyang betreibt seit seinem 14. Lebensjahr Taijichan und andere chinesische Kampfkünste. In den Wudang-Bergen hat er eine eigene Kampfkunstschule. Augustin hat mit seinen Schülern den Meister auch schon in seiner Heimat besucht, wie er berichtet. „Da waren wir quasi auf der Suche nach unseren Wurzeln“, so Augustin schmunzelnd. Denn an dem dort entstandenen Wudang-Stil orientiert sich auch die Mülheimer Kampfkunstschule. Sie lehrt vor allem die sogenannten inneren und weichen Kampfkünste. „Die Übungen bestehen aus weichen Bewegungen, wir orientieren uns dabei zum Beispiel an Tieren, die lange leben wie etwa Schildkröten“, erklärt ein Schüler. Die Wudang-Schule legt laut Augustin großen Wert auf entspannte, natürliche Bewegungen und auf die Entwicklung der inneren Kraft.

Davon konnten sich die Anwesenden auch bei den zahlreichen Vorführungen überzeugen.

Die Stille ist fast zum Greifen im Übungsraum, als sich rund 16 Schüler zur ersten Gruppenchoreographie aufstellen. Ihre Bewegungen sind langsam, fast schon hypnotisch bewegen sie sich durch den Raum. „Da ist man ja schon vom Zuschauen entspannt“, raunt es aus dem Publikum. Auch Moritz, der erst seit einem Jahr Mitglied der Kampfkunstschule ist, zeigt sich bei seiner Übung „Bewege dich mit den Wellen und folge dem Fluss“ eher bedacht. Aber es geht auch durchaus dynamisch: Augustin präsentiert eine Übung mit Schwert, seine Frau lässt einen großen Fächer durch den Raum schweben. „Kampfkunst soll uns im Leben helfen“, meint Augustin.

Wer mal in einer solchen Situation sei, dass er diese Hilfe benötigt, sei jederzeit herzlich willkommen, sagt er. Für die Trainingseinheiten brauche man kein Vorwissen, Anfänger könnten jederzeit einsteigen, hieß es. Der Unterricht findet in gemischten Gruppen fortlaufend statt.

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