Kriminalität

Junge in Mülheim bedroht? Zweifel der Polizei wachsen

Foto: Thomas Nitsche

Mülheim.   Neulich flogen zwei Mülheimer Jungs auf mit einer Lügengeschichte vom Mann mit Pistole. Auch in einem anderen Fall war wohl Phantasie im Spiel.

In jüngster Zeit haben mehrere Fälle Aufsehen erregt, in denen Mülheimer Kinder, ausnahmslos Jungs, von bedrohlichen Begegnungen mit Unbekannten berichteten. Nachdem allerdings vergangene Woche zwei Schüler in Saarn aufgeflogen sind, deren Geschichte vom bösen Mann mit Pistole eindeutig erfunden war, zweifelt die Polizei nun auch immer stärker an der Schilderung eines Vorfalls vom 23. April in Speldorf: An der Liebigstraße, neben der „Tengelmannmauer“, ist ein elfjähriger Junge von einem Fremden angeblich sogar festgehalten worden.

Überwachungsvideo zeigt keinen silbernen Mercedes

Auch hier scheint Phantasie mit im Spiel gewesen zu sein: „Die Geschichte kann zumindest in dieser Form nicht stimmen“, sagt Polizeisprecherin Bettina Wehram am Montag auf Anfrage. Erstens sei auf Videoaufzeichnungen einer Überwachungskamera, die polizeilich ausgewertet wurden, der beschriebene silberne Mercedes nicht zu sehen. „Außerdem kommt der zeitliche Ablauf so nicht hin.“

Oembergschule: „Junge wirkt glaubwürdig“

Auch ein dritter Fall aus Mülheim, der in den letzten Wochen publik geworden ist, beschäftigt die Polizei weiterhin: Am 2. Mai soll ein Unbekannter vor der Oembergschule in Saarn einen Neunjährigen angesprochen haben, um ihn ins Auto zu locken. Hier gebe es bislang aber keinerlei Hinweise, dass auch diese Geschichte erfunden war, berichtet die Polizeisprecherin: „Der Junge wirkt glaubwürdig.“ Die Ermittlungen dauern noch an.

So oder so rät die Polizei, jeden Fall zu melden, in dem Kinder von möglicherweise kriminellen Vorfällen erzählen, „lieber einmal mehr als zu wenig“.

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