Karneval

Jecken toben in Mülheim mitten durch den Pfarrsaal

Die Ulk-Garde der KG Mölm Boowenaan persiflierte das 1899-1919 in Mülheim stationierte Infanterieregiment 159. Nummern von eigenen Aktiven sparen viel Geld.

Die Ulk-Garde der KG Mölm Boowenaan persiflierte das 1899-1919 in Mülheim stationierte Infanterieregiment 159. Nummern von eigenen Aktiven sparen viel Geld.

Foto: Joerg Schimmel

Mülheim.   Die KG Mölm Boowenaan richtete seit Langem wieder eine Sitzung aus. Mit eigenen Gruppen werden Kosten in Grenzen gehalten – aber der Spaß bleibt.

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Mölm Boowenaan. „Mülheim oben auf“. So heißt die Karnevalsgesellschaft, die am Samstagabend mit 120 Jecken im Pfarrsaal von St. Barbara nach einer längeren Pause wieder eine Narrensitzung feierte. Nicht nur die Gastgeber waren obenauf, weil der Saal ausverkauft ist und die Jecken gut gelaunt sind. Das Bühnenprogramm mit Hinkemann-Soldaten, Tanzmariechen und einer Rock’n-Roll-Kinder-Tanzshow wurden ebenso mit Applaus, Zugabe-Rufen und Saal-Raketen belohnt wie die Tanzshows der kleinen und der großen Tollitäten.

Mit der Laune steigen Appetit und Durst der Gäste. Was die Mitglieder der 50-köpfigen Gesellschaft freut, die an diesem Abend, ganz hinten im Saal mit dem Buffet- und Thekendienst zusätzliche Euros in die Vereinskasse bringen. Jeder Euro zählt. Denn eine Karnevalsveranstaltung auf die Beine zu stellen, ist für die seit 1955 für Frohsinn sorgende Gesellschaft kein Pappenstiel. „Eine Sitzung im Festsaal der Stadthalle wäre für uns unbezahlbar“, sagt Geschäftsführer Christian Steube, der an diesem Abend als Präsident durch das Programm führt. Kein Wunder. 3000 Euro, so Steube, müsse man allein für die Miete des Stadthallen-Festsaals bezahlen. Außerdem müsse man in der Stadthalle die dortige Gastronomie nutzen und könne keine Einnahmen durch eigenes Catering erwirtschaften.

900 Euro kostet ein Abend

Die Frikadellen vom Buffet im Pfarrsaal sind dagegen die Marke Eigenbau. Für den Abend im Barbara-Saal, der die Karnevalisten von Mölm Boowenaan 250 Euro Miete kostet, hat Geschäftsführer Steube 900 Euro kalkuliert. Alle Eintrittskarten waren bereits im Vorverkauf zum Stückpreis von 12,50 Euro weggegangen. „Für 900 Euro bekommen Sie heute noch nicht mal einen professionellen Schlagersänger oder Büttenredner auf die Bühne. Die nehmen heute, je nach Kaliber für einen 30- bis 40-minütigen Bühnenauftritt zwischen 1200 bis 1500 Euro“, weiß Hans Klingels zu berichten. Er ist Geschäftsführer des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, unter dessen Dach sich aktuell 1350 Karnevalisten in 13 Gesellschaften organisieren.

An diesem Abend treten alle Tänzer und Musiker entweder gratis oder für ganz kleines Geld auf, so dass dem Geschäftsführer von Mölm Boowenaan auch beim Kassensturz nach dem letzten „Uss Mölm, helau!“ der Spaß an der Freud nicht vergeht und er mit seinem achtköpfigen Organisationsteam die Lust auf die nächste Narrensitzung in der Session 2019/20 behält.

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