Ehrenamt

Interesse junger Mülheimer am freiwilligen Engagement steigt

Eva Winkler, Michael Schüring und Anna-Maria Allegrezza (von links) vom CBE freuen sich auf die Mülheimer Engagement Tage 2019.

Eva Winkler, Michael Schüring und Anna-Maria Allegrezza (von links) vom CBE freuen sich auf die Mülheimer Engagement Tage 2019.

Foto: Jörg Schimmel / FUNKE Foto Services

Mülheim.  Das Interesse gerade junger Mülheimer am Ehrenamt steigt. Die Mülheimer Engagement Tage bieten auch in diesem Jahr wieder passende Orientierung.

Fridays for Future, Demos gegen Artikel 13, der vermehrte Wunsch nach nachhaltigen Produkten – die heutige Jugend befasst sich zunehmend mehr mit Themen zu Politik und Umwelt. Das Internet ist voll von Videos über plastikfreie Ernährung, Upcycling von nicht mehr funktionstüchtigen Alltagsgegenständen und klimafreundlichen Lebensweisen. Da stellt sich die Frage: Wie sieht es aus mit dem ehrenamtlichen Engagement für den Umweltschutz vor Ort? Und wie steht es um soziale Projekte, vor allem bei der Jugend in Mülheim?

Das Centrum für bürgerschaftliches Engagement (CBE) hat Antworten darauf. Und ja, tatsächlich geht der Trend eindeutig in die Richtung, dass immer mehr Schüler und Studenten zu den Beratungsgesprächen für die Freiwilligenarbeit kommen. „Sie machen zwar bei weitem nicht den größten Anteil der Leute, die zu uns kommen, aus“, erzählt Eva Winkler, Projektleiterin der Mülheimer Engagement Tage im CBE, „aber es sind deutlich mehr Jugendliche bei uns als früher.“

Gerade Umwelt-Projekte sind momentan oft gefragt

Woran liegt das genau? Oftmals daran, dass immer mehr Jugendliche sich nach der Schule noch nicht direkt ins Berufsleben starten wollen. „Der Trend geht zum Bundesfreiwilligendienst, viele möchten vor dem Studium oder der Ausbildung noch etwas Sinnvolles tun“, weiß Eva Winkler. Auch Videos auf Youtube und die Klimademos würden dazu inspirieren, selber aktiv zu werden. Gerade Umwelt-Projekte seien momentan oft gefragt. Aber auch für andere Bereiche der freiwilligen Arbeit interessieren sich Jugendliche: Viele möchten im Bereich Schule und Bildung tätig sein oder zum Vorlesen in Kitas oder in Seniorenheime gehen. „Die Interessen sind also breitgefächert“, so Eva Winkler.

Die Möglichkeiten im Ehrenamt sind groß, von Umwelt-Projekten über soziale Arbeit im Seniorenheim bis hin zu Hilfe in Sportvereinen gibt es zahlreiche Möglichkeiten. „Laut Studien engagiert sich ungefähr ein Drittel der Bevölkerung in Deutschland ehrenamtlich“, so Michael Schüring, Leiter vom Centrum für Bürgerschaftliches Engagement, „in Mülheim sogar noch mehr“. Die hohe Beteiligung in Mülheim habe wohl mit dem hohen Bildungsstandard hier zu tun.

Menschen suchen Aufgaben im Ehrenamt, um etwas Sinnvolles zu tun

Aber auch Arbeitslose wollen sich freiwillig engagieren. „Wenn man keinen Job hat, sucht man natürlich erst Recht den Kontakt zu Menschen. Und viele möchte auch nicht nur rumsitzen“, berichtet Michael Schüring. Menschen aller Altersklassen kommen in die Wallstraße 7, um sich mit ihren Stärken und Interessen für ganz unterschiedliche Projekte einzusetzen. „Die Leute suchen das Ehrenamt, um etwas Sinnvolles zu tun.“ Bei wachsender Digitalisierung wollen Menschen wieder den Kontakt zu echten Menschen aufbauen. Auch das sei ein Grund, warum Engagement immer noch so gefragt ist.

Um noch mehr Menschen zum Ehrenamt zu bewegen, veranstaltet das CBE in Zusammenarbeit mit der Essener Industrie- und Handelskammer die Mülheimer Engagement Tage 2019. Bei 15 verschiedenen Schnupper-Angeboten am 13. und 14. September haben Interessierte aller Altersgruppen die Möglichkeit, in vielfältige ehrenamtliche Tätigkeiten hineinzuschnuppern. Angesprochen sind zum einen Menschen, die auf der Suche nach einem längerfristigen Engagement sind. Diese haben dort die Möglichkeit, verschiedene Projekte auszuprobieren und das für sich Passende zu finden. Aber auch Bürger, die sonst eher wenig Zeit haben, aber sich gerne einmal im Jahr für ein spannendes und gemeinnütziges Projekt einsetzen wollen, sind willkommen.

Zwischen 90 und 120 Teilnehmer beteiligen sich im Schnitt an den Engagement Tagen

„Bei den Mülheimer Engagement Tagen wurde in den vergangenen vier Jahren bereits eine Menge spannender Projekte umgesetzt und viele Menschen haben mitgemacht, meist zwischen 90 und 120 Teilnehmer“, erläutert Michael Schüring.

Auch in diesem Jahr gibt es ein abwechslungsreiches Angebot: So können die Teilnehmer bei „Mülheim räumt auf und macht’s neu!“ die Stadt vom Müll befreien, den Garten der VBGS-Geschäftsstelle pflegen oder dem Linuxtreff im Medienhaus dabei helfen, alte Computer wieder fit zu machen. „Wir haben versucht, etwas für ganz viele Interessen anzubieten. Es gibt vielfältige Schnuppermöglichkeiten“, erläutert Eva Winkler.

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