Wirtschaft

Industrieantriebe „Made in Mülheim“

Inhaber Bernd Gildemeyer (r.) mit Prokurist Jens Geuken in der Fertigung der Firma.

Foto: Oliver Müller

Inhaber Bernd Gildemeyer (r.) mit Prokurist Jens Geuken in der Fertigung der Firma. Foto: Oliver Müller

mülheim.   Die Ruhrgetriebe KG fertigt Getriebe, die Maschinen in den unterschiedlichsten Bereichen zum Laufen bringen. Demnächst wird die Firma 65 Jahre.

Getriebe „Made in Mülheim“ bringen in den unterschiedlichsten Industriebereichen Maschinen zum Laufen. Die Ruhrgetriebe KG fertigt Getriebe für Förderbänder an. Aber auch in der Verpackungs- oder Lebensmittel-Branche kommen Maschinen zum Einsatz, die von den Produkten aus Heißen angetrieben werden.

„Wir beliefern nahezu alle Sparten des Maschinenbaus“, berichtet Inhaber Bernd Gildemeyer. 2018 wird das Unternehmen 65 Jahre alt, die Firmenphilosophie ist über alle Jahrzehnte gleich geblieben. Gildemeyer verdeutlicht sie an einem Motto seines Vaters Erich: „Was der Kunde sucht, müssen wir im Lager haben.“

Schnelligkeit und Zuverlässigkeit als Schlüssel

Bevor Erich Gildemeyer, der 2005 gestorben ist, 1953 mit Anfang 20 den Sprung in die Selbständigkeit wagte, beobachtete der ausgebildete technische Kaufmann genau den Markt. „Er hat erkannt: Getriebe produzieren viele. Wir können uns nur dadurch absetzen, dass wir schneller und zuverlässiger sind“, beschreibt sein Sohn Bernd die Strategie des Unternehmensgründers. Auch heute gilt: Innerhalb von ein bis zwei Wochen bekommen die Kunden ihre Ware geliefert. Wobei das ein Durchschnittswert ist: „Wenn es notwendig ist, können wir auch noch schneller. Das hängt dann auch von der Stückzahl ab.“

Großes Lob gibt es für qualifizierte Mitarbeiter

Beachtlich, wenn man bedenkt, dass die üblichen Lieferzeiten in der Branche zwischen acht und vier Wochen liegen. Dass diese Zielmarke erreicht wird, liegt für Gildemeyer an drei Faktoren: dem bestens ausgestatten Lager, der engen Kundenbeziehung, aber vor allem: an der Qualität der Mitarbeiter.

Das Herzstück der Firma, die Am Förderturm in Heißen ihren Sitz hat, ist das Lager. „Es existieren Hundertausende von Getriebe-Varianten. Wir haben hier die verschiedenen Komponenten vorrätig, die wir dann je nach Getriebe-Wunsch des Kunden zusammensetzen.“ Das Lager ist stetig größer geworden. Denn als in den vergangenen Jahren Unternehmen in der Nachbarschaft geschlossen haben, wurden deren Flächen dazu gekauft. Mittlerweile umfasst das Gelände über 3000 Quadratmeter. „Es ist schön, dass wir uns am Standort erweitern konnten und nicht umziehen mussten“, findet Gildemeyer.

Spezialisierung als Strategie

Er zitiert noch einen zweiten Leitsatz seines Vaters: „Wenn andere etwas besser machen können, dann sollen die es machen.“ Auf die Arbeit bezogen bedeutet das: Nicht jedes Getriebe-Teil wird selbst produziert. Wir haben uns darauf spezialisiert, die Teile zusammenzusetzen und konzentrieren uns so auf die Fertigung der Getriebe.“, sagt Gildemeyer.

Eine Entscheidung, die sich als richtig erwiesen hat, aber in den 90er Jahren durchaus in der Branche beargwöhnt wurde. Viele Konkurrenten erweiterten damals ihre Produktpalette und wurden immer größer. Mancher übernahm sich. „Unsere Strategie hat sich bewährt“, sagt Gildemeyer. Und fügt hinzu: „Mit Ausnahme des Krisenjahres 2009 haben wir noch nie rote Zahlen geschrieben.“

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Der Standort könnte theoretisch überall sein. „Aber wir sind alte Mölmsche“, sagt Bernd Gildemeyer. Dahinter steht ein Bekenntnis zu Werten, die für ihn typisch für die Region sind: Ehrlichkeit, klare Sprache, aber auch familiäre Atmosphäre im Betrieb.

In den Jahrzehnten hat sich auf dieser Basis eine Betriebsgemeinschaft entwickelt. „Wir haben Mitarbeiter, die seit 45 Jahren bei uns sind. Es wechselt hier niemand.“ Zu den 65 Mitarbeitern gehören auch sechs Azubis, die in der Regel übernommen werden.

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