Kunstaktion

In der Mittagspause Möbel bemalen, zersägen und gestalten

Selbst Künstler werden ohne Leistungsdruck: Der Verein Art Obscura veranstaltete im vergangenen Jahr  in der Müga das Wochenendprojekt „Kunst.Machen.Leben“. Ein Teilnehmer der damaligen Aktion bemalt den Boden.

Selbst Künstler werden ohne Leistungsdruck: Der Verein Art Obscura veranstaltete im vergangenen Jahr in der Müga das Wochenendprojekt „Kunst.Machen.Leben“. Ein Teilnehmer der damaligen Aktion bemalt den Boden.

Foto: Janet Kempken

Mülheim.   Der Verein Art Obscura richtet in der Mülheimer Einkaufszone einen Wohnraum zum Selbstgestalten her. Workshops und Konzerte locken Besucher.

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Vier Wochen lang kommt Kunst mitten in die Mülheimer Einkaufszone, und zwar Kunst zum Selbermachen. Der integrative Verein Art Obscura hat die Ladenfläche an der Schloßstraße 17 angemietet und veranstaltet darin einen „Art Shop“, also einen Kunstladen. „Wir wollten das Projekt nicht im Theater oder Museum unterbringen, sondern im öffentlichen Raum, mitten in der Stadt“, erläutert Gert Rudolph. Er hat zusammen mit Heike Motikat die Aktion im Rahmen des Vereins Art Obscura organisiert. Der Verein arbeitet mit behinderten Menschen. Das Projekt in der Innenstadt steht unter dem Motto „Was ist ein gutes Leben?“ und richtet sich an jedermann.

Eine Ecke der angemieteten Ladenfläche ist als Wohnzimmer hergerichtet: Sofa und Sessel mit türkis-verblasstem Bezug, Couchtisch, Wandschrank, schräg gegenüber die Küche. Die Möbel sind teils wuchtig, gebraucht und hochglänzend: Gelsenkirchener Barock. So soll dieser Wohnraum aber nicht bleiben. Jeder, der gerade Zeit und Lust hat, kann die Möbel künstlerisch verändern.

Wie die Umgebung gestalten, damit ich mich wohlfühle?

„Menschen sollen diese Wohnlandschaft nach ihren Wünschen, Träumen und Bedürfnissen gestalten. Ob mit oder ohne Handicap, spontan in der Mittagspause oder zum Workshop angemeldet, wir freuen uns über jeden“, sagt Rudolph. Bei der Kunstaktion stehe die Frage im Vordergrund: Wie will ich meine Umgebung gestalten, damit ich mich wohlfühle? „Das ist auch ein Statement für die Innenstadt, wie diese mit Kreativität und Kunst verändert werden kann.“

Die Aktion hat zwei Phasen: Während der ersten beiden Wochen kann jedermann im Rahmen von Workshops künstlerisch tätig werden. Das Resultat dieser Workshop-Phase kann dann zwei weitere Wochen bestaunt und besichtigt werden.

Möbel-Kunst wird versteigert

In der zweiten Phase locken unter anderem eine Vorführung des Films „Geld oder Leben“, eine Lesung mit Eva Kurowski oder auch eine Abschlussfeier mit der Berliner Band „Die Couchies“.

Am Abschlusstag, Samstag, 27. Oktober, wird die Möbel-Kunst gegen Geld versteigert. „Wer ein gutes Argument nennt, weshalb gerade er ein Kunstwerk mitnehmen sollte, bekommt es auch umsonst“, sagt Heike Motikat.

Passanten zeigen sich neugierig

Passanten zeigen sich bereits während des Aufbaus des Kunstraums neugierig. Dieter und Elvira Eisennach aus Duisburg wollen wissen, was hier entsteht. „Die Möbel erinnern mich an meine Kindheit in den 1950ern“, sagt der 67-Jährige. „Wir kommen wieder und machen mit“, versprechen die Eisennachs. Ein weiterer Grund für das Ehepaar nach Mülheim zu kommen. Das Kunstmuseum schätzen sie bereits.

>> DER ART SHOP: ANMELDUNG UND DETAILS

Die Kunstaktion „Art Shop“ dauert von Samstag, 29. September, bis Samstag, 27. Oktober und gliedert sich in eine Workshop- und eine Veranstaltungsphase. Der Eintritt ist frei.

Anmeldungen für Workshops – auch am selben Tag – bei Heike Motikat: 0177 599 10 31 oder via der E-Mail-Adresse artobscura@yahoo.de.

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