Umwelt

Im Dienste der Ruhr

Mit dem Stromaufsichtsboot "MS Bussard" unterwegs.

Mit dem Stromaufsichtsboot "MS Bussard" unterwegs.

Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

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Mülheim.Alle Besucher der Ruhr am Wasserbahnhof sehen es – kaum jemand weiß, zu welchem Zweck es oberhalb der Schleuse vertäut liegt: das gelb-weiße, schnittige Stromaufsichtsboot Bussard. Um Auf­klärung bemüht, begleitet die WAZ das Boot bei einer seiner re­gelmäßigen Touren durchs ­Flussrevier.

Seit über 40 Jahren sind die MS Bussard und seine ­Kollegen, die Schub- und Arbeitsschiffe Graugans, Wildente und Möwe, im Dienst der Ruhr, früher für das Staatliche Umweltamt Duisburg, seit der Reform vor fünf Jahren für das Wasserwirtschaft-Dezernat 54 der Bezirksregierung Düsseldorf.

Beaufsichtigung des Flussverkehrs

Die Überwachung des Verkehrsweges Ruhr in seinem schiffbaren Verlauf von der Schlossbrücke Mülheim bei km 12,2 bis zur Grenze des Regierungsbezirks Düsseldorf bei km 41,4 unterliegt der Stromaufsicht der Bezirksregierung. Das beinhaltet, wie der Name schon besagt, die Beaufsichtigung des Fluss-Verkehrs. Geschwindigkeiten anderer Motorschiffe werden geprüft, Liegeplätze und Bootsverleihe kontrolliert, Schifffahrtszeichen überprüft, Tonnen ausgelegt und Wassersportveranstaltungen begleitet.

Mit dem „Radarpilot 720º“ können die Bootsführer Georg Dolejsi und Helmut Schmitz andere Schiffe präzise und „gerichtsfest“ überwachen, bei Geschwindigkeitsüberschreitungen oder anderen Vergehen drohen den Haltern Bußgeldzahlungen.

Wichtig für die Instandhaltung der Fahrrinne ist, dass immer die genaue Wassertiefe angezeigt wird, die den sicheren Schiffsverkehr von April bis Oktober möglich macht. „Bei mehr als 1000 Schleusungen pro Jahr ist die Ruhr ein viel befahrenes Gewässer“, betont ­Dezernent Jürgen Buderus die Notwendigkeit der Verkehrswegeüberwachung und die Bedeutung des Freizeitfaktors an unserem idyllischen Fluss.

Amtshilfe für die Stadt

Die Bussard dient ebenso als Laborschiff, auf dem regelmäßig Wasser- und Sedimentproben zur Gewässergütekontrolle entnommen werden. In den Aufgabenbereich des Dezernats fällt die Überwachung vieler Bauten an der unteren Ruhr, wie die drei Schleusen, die Staustufen, Bootsgassen und Fischaufstiegsanlagen.

Bootsführer Georg Dolejsi und sein Mitarbeiter, der Wasserbauer Robin Kriete, messen heute die Wassertemperatur an der Einleitungsstelle der Aspera Brauerei im Mülheimer Hafen, und werden das zufriedenstellende Ergebnis weiterleiten. Die Crew leistet in diesem Fall Amtshilfe für die Stadt, um sicherzustellen, dass die Temperatur an dieser Stelle nicht zu hoch und den Fischen nicht ungemütlich wird.

Freie Bahn für die Fische

Auch auf die naturnah angelegte Fischaufstiegsanlage an der Wasserkraftanlage am Raffelberg, die auf 130 Metern Länge fast sieben Meter Höhenunterschied überwindet, wird ein prüfendes Auge geworfen. Vor dem Ausgang haben sich Treibholz und Müll gesammelt, durch den die Fische behindert werden könnten. Durch ein geschicktes Fahrmanöver schafft es Dolejsi, die Barriere zu entfernen, damit die Fische wieder freie Bahn haben.