Bildung

Hochschule Ruhr West lehrt Schüler Spaß an der Wissenschaft

Noah, Marlon, Tartil, Luisa und Oscar (v.l.) lernten Nao kennen – und Niklas Kalthoff, der ihn programmiert hat

Noah, Marlon, Tartil, Luisa und Oscar (v.l.) lernten Nao kennen – und Niklas Kalthoff, der ihn programmiert hat

Foto: M. Dahlke

Broich.   120 Kinder aus Mülheim waren für einen Tag lang „HRW-Kids“, besuchten Vorlesungen, lernten spielerisch die unterschiedlichen Disziplinen kennen.

Die Junior-Uni Ruhr erlebte am Sonntag ihren „Urknall“. Mehrere Tausend Besucher waren begeistert von der spektakulären Geburtsstunde der Hochschule für Vier- bis 18-Jährige. Nur drei Tage später haben am Mittwoch einige Grundschüler erneut die Chance auf eine spannende Bildungsreise: Die Hochschule Ruhr West empfängt 120 Jungen und Mädchen, macht sie zu „HRW Kids“. Erneut baumeln Pässe um den Hals, erneut sammeln Kinder Stempel an Wissens-Stationen, erneut lernen sie eine Menge Neues.

Ganz wie es sich für brave Studenten gehört, besuchen die Dritt- und Viertklässler zu Beginn des Tages Vorlesungen. Zum Beispiel die von Mathematik-Professor Andreas Sauer, der schon in Vorjahren Staunen ausgelöst hat mit der Antwort auf seine gar nicht so kompliziert klingende Frage: „Wie viele Möglichkeiten, sich hinzusetzen gibt es in einer Klasse mit 20 Kindern und 20 Stühlen?“ Eine unfassbar große Zahl mit 19 Stellen als Ergebnis fasziniert die Kinder.

Keine Angst vor Robotern

Einen Einblick in die Praxis bekommen die Schüler von Katharinenschule, Hölterschule und den Grundschulen am Klostermarkt, Saarnberg und Dichterviertel im Mensa-Gebäude: Über zwei Etagen verteilt, warten Mitarbeiter aller HRW-Bereiche auf die kleinen Forscher. Marlon (9), Oscar (9) und Luisa (9) haben Glück. Sie treffen gleich zu Beginn auf den süßen „Nao“. Oscar findet die Stimme des humanoiden – also menschenähnlichen – Roboters „witzig“, Luisa „die Musik, die er macht“ und Marlon die Platte an seinem Fuß: „Wenn man die berührt, fragt er ,Hihi, wer kitzelt mich denn da?’“ Der Niedlichkeitsfaktor allein aber ist es nicht, der sie fesselt. „Programme schreiben und Maschinen steuern ist cool“, sagt Marlon.

Björn Beberniß, wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für Maschinenbau, freut sich über die positive Reaktion der Neunjährigen. Genau das sei der Sinn des Kerlchens: „Nao soll Menschen die Scheu vor Robotern nehmen.“ Ganz bald, wenn ein passender Arbeitsraum eingerichtet ist, werden auch Studenten ihren Spaß mit Nao haben, verrät Beberniß.

Wissenschaft macht Spaß

Alina (9) und Lisa (9) bauen derweil Taschenlampen aus Holzspateln, die sonst Ärzte verwenden, um in den Rachen zu schauen. Sie kleben Kupferstreifen und LED-Lämpchen an, befestigen Mini-Batterien mit Büroklemmen. Das Experiment verdient eine „Eins plus“, loben sie. Helga Westerhuis vom „Mint4U“-Team weiß, dass die Bastelei – das Erstellen des kleinen Stromkreislaufes – Mädchen und Jungs gleichermaßen Vergnügen bereitet. Und darauf kommt es an: Dass Wissenschaft Spaß macht.

Drei Fragen an Initiatorin Dagmar Mühlenfeld

Das war ja ein toller Auftakt der Junior-Uni Ruhr mit geschätzt 5000 Besuchern am Sonntag im Ringlokschuppen. Hatten Sie mit einem solch fulminanten Start gerechnet?

Mühlenfeld: Nein, darauf hatten wir nicht zu hoffen gewagt. Wir sind total begeistert und freuen uns, dass die Junior-Uni Ruhr so viele Menschen interessiert. Das war ein richtiger Urknall für die Junior-Uni Ruhr.

Sie haben angekündigt, dass die Junior-Uni nach den Osterferien mit einigen Schnupperkursen Lust auf mehr machen will. Können Sie schon Näheres verraten? Wie viele Kinder und Jugendliche werden ihren Wissensdurst stillen können?

Wir arbeiten aktuell das Schnupperangebot aus. Zusätzlich werten wir noch das Feedback der Kinder und Jugendlichen vom Urknall aus. Uns ist es sehr wichtig, dass wir das anbieten, was die Studierenden wirklich machen wollen. Ich bin sehr optimistisch, dass auch das Schnupperangebot großen Zuspruch finden wird. Wir arbeiten auch daran, dass es Kurse für alle vier Altersgruppen geben wird. Schon sehr bald werden die Kursangebote auf der Homepage junioruni.ruhr zu finden sein. Dort gibt es dann auch alle Hinweise zum Anmeldeverfahren. Es lohnt sich also unbedingt, dort regelmäßig „vorbeizuschauen“.

Nach den Sommerferien soll es ein erstes umfangreicheres Semesterprogramm geben? Welchen Ausblick können Sie da jetzt schon geben?

Nach den Sommerferien wird es auch wieder einen Buchungssonntag für alle Angebote geben. Und es wird auf jeden Fall mindestens doppelt so viele Kursangebote geben wie jetzt bei unserem Schnupperangebot. Hier haben wir schon einige tolle Angebote bekommen. Wir haben außerdem die Kinder und Jugendlichen beim Urknall aufgefordert, sich für den Kinderbeirat zu bewerben. Wir hoffen, dass viele dem Aufruf folgen und sind schon sehr gespannt, welchen Input wir aus diesem Beirat noch für die weiteren Kursinhalte nach den Sommerferien erhalten werden.

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