Forschung

Hochschule Ruhr West arbeitet an neuen Verkehrskonzepten

Elektrisch betriebene Autos wird es künftig immer mehr geben. Um die Verkehrsprobleme zu lösen, reicht dies allein aber nicht aus.

Foto: Jan Woitas, dpa

Elektrisch betriebene Autos wird es künftig immer mehr geben. Um die Verkehrsprobleme zu lösen, reicht dies allein aber nicht aus. Foto: Jan Woitas, dpa

Mülheim.   „Intelligente Mobilität“ heißt ein Forschungsschwerpunkt an der HRW. Mehrere Fachbereiche sind beteiligt. 90 000 Euro Fördergelder bis 2020.

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Viel wird angesichts des Dieselskandals geredet über E-Mobilität. Die Belastung durch die wachsende Zahl an Pkw und Lkw wird allerdings mit Elektrifizierung allein nicht gelöst. An der Hochschule Ruhr West (HRW) denkt man daher ein paar Buchstaben weiter: I-Mobilität – intelligente Verkehrskonzepte – sollen in naher Zukunft Mensch und Waren von A nach B bringen. Gefördert wird der Forschungsschwerpunkt mit 90 000 Euro für die kommenden drei Jahre.

Beteiligt an der Grundlagenforschung sind die Informatik (Prof. Dr. Anselm Haselhoff), der Maschinenbau (Prof. Dr. Katja Rösler), die Mess- und Sensortechnik (Prof. Dr. Klaus Thelen) sowie die Energiesysteme und Energiewirtschaft. „Mit der Einrichtung dieses neuen Forschungsschwerpunktes unterstützt die Hochschule Ruhr West ein aktuell sehr wichtiges und zukunftsweisendes Thema“, sagt Prof. Dr. Oliver Koch, Vizepräsident für Forschung und Transfer. Die vielschichtige I-Mobilität sei hier aufgrund der schon bestehenden interdisziplinären Zusammenarbeit der vier Institute in Mülheim und Bottrop besonders gut aufgehoben.

Vernetzte Assistenzfunktionen unterstützen Fahrer

Beispiele, wie intelligente Mobilität den steigenden und komplexer werdenden Verkehr bewältigen und verbessern könnte, gibt es etliche: So werden künftig digitale, vernetzte Assistenzfunktionen und -systeme den Autofahrer vor riskanten Situationen warnen, Unfälle vermeiden oder bei Gefahr unterstützen können. Auch das Smartphone kann als Schnittstelle eingebunden werden, über die viele Funktionen im Auto und im häuslichen Umfeld laufen. Ebenso wird an der HRW über autonomes Fahren nachgedacht, das individuelle Mobilität bis ins hohe Alter und bei körperlicher Behinderung erhalten kann.

Wie kann stetig wachsender Verkehr überhaupt weiterhin umweltverträglich, nachhaltig und für alle bezahlbar gestaltet werden? Für die Forscher der HRW kann Elektromobilität angesichts schwindender Brennstoffe eine Lösung bieten – aber nicht allein. Mit Hilfe mehrdimensionaler Mobilitätssimulationen will man ein ganzheitliches Konzept schaffen, in dem Elektrifizierung in die sozialen, ökonomischen und ökologischen Bedürfnisse eingebunden wird.

Feld zwischen Informatik und Maschinenbau

Diese drei Arbeitsfelder wollen die vier HRW-Institute praxisbezogen beackern: Intelligente Systeme, Elektromobilität und Mobilitätskonzepte. Querschnittsthemen wie Maschinelles Lernen, Big Data, Systemoptimierung und Benchmarking sind für denkbare Lösungen ebenso notwendig – es ist also ein weites Feld zwischen Informatik und Maschinenbau, dass sich die Forscher vorgenommen haben.

Eingerichtet wurde der Forschungsschwerpunkt „Intelligente Mobilität“ bereits zum 1. Januar. Gefördert wird er zunächst bis Ende 2020. Wenn die Zwischenbewertung positiv verläuft, geht das Projekt in die Verlängerung.

>> VIERTER SCHWERPUNKT AN DER HRW

„Intelligente Mobilität“ ist der vierte Forschungsschwerpunkt an der HRW. Er ergänzt die seit Sommer 2016 bestehenden „Berührungslose oder minimal-invasive Methoden“, „Positive Computing“ und „Wasserökonomik und Wasserwirtschaft“.


Weitere Infos unter www.hochschule-ruhr-west.de

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