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Hirte aus Palästina braucht Prothese: Mülheimer will helfen

Suleiman Rahayla mit seiner Familie: Der Mülheimer Heiner Schmitz bittet um Hilfe für den Beduinen.

Suleiman Rahayla mit seiner Familie: Der Mülheimer Heiner Schmitz bittet um Hilfe für den Beduinen.

Foto: Heiner Schmitz

Mülheim.  Der Mülheimer Heiner Schmitz unterstützt die Aktion für Suleiman Rahayla. Der Beduine hat ein Bein im Konflikt mit bewaffneten Siedlern verloren.

Die Corona-Krise beschert uns zur Zeit viele Einschränkungen. Noch mehr Beschränkungen im Leben trifft die Palästinenser im nördlichen Jordantal. Israelische Siedler haben das Land besetzt. Es kommt häufig zu Konflikten, die auch mit Waffen ausgetragen werden. Bei einem solchen Schusswechsel hat der unbeteiligte Hirte Suleiman Rahayla seinen Unterschenkel verloren. Heiner Schmitz sammelt nun Spenden für eine Prothese, damit der 20-Jährige wieder seine Ziegen hüten kann.

Heiner Schmitz, der sich für die Verständigung zwischen Palästinensern und Israelis einsetzt, hat die besetzten Gebiete mehrfach bereist – zweimal in 2019. „Bei diesen Reisen habe ich fast 20 Beduinen-Familien besucht. Es begleitete mich ein Palästinenser, der in Bardala eine NGO (Nicht von einer Regierung kontrollierte Hilfsorganisation) leitet, die versucht, den Beduinen bei Schwierigkeiten mit dem israelischen Soldaten oder auch Siedlern zu helfe“, erläutert Schmitz.

Schicksal des Beduinen hat Mülheimer bewegt

Der Palästinenser hat mit Suleiman Rahayla die Interviews geführt und übersetzt. Dabei konnte der Mülheimer einige Geschichten dieser Familien erfahren und die Familien porträtieren. „Neben Geschichten, die mich sehr betroffen machen, gibt es eine, die mir die Aufgabe gestellt hat, hier zu helfen.“

Vereidigung der neuen israelischen Regierung verschoben
Vereidigung der neuen israelischen Regierung verschoben

Schmitz berichtet: „Suleiman Rahayla ist Beduine und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Jericho, im von Israel besetzten nördlichen Jordantal.“ Vor zwei Jahren sei Suleiman mit seinen Ziegen unterwegs gewesen und musste eine Straße überqueren. „Dabei kam es mit drei vorbeifahrenden, bewaffneten Siedlern zu einer heftigen verbalen Auseinandersetzung.“ Am Ende habe einer der Siedler seine Pistole gezogen und Suleiman ins Bein geschossen.

„Man ließ ihn einfach mit der schweren Wunde auf der Straße liegen. Sein Bruder kam zu Hilfe. Aber es war für ihn nicht leicht, für Suleiman Rahayla schnell ärztliche Hilfe zu bekommen.“ In Jericho sei man nicht in der Lage, Suleiman mit seinem schwer verletzten Bein zu helfen. „Als er endlich am Nachmittag in Jerusalem in ein Hospital eingeliefert wurde, war sein Bein nicht mehr zu retten und musste amputiert werden“, schildert Schmitz. Es habe nie ein Verfahren gegen diese israelischen Siedler gegeben.

Als Beduine ist Arbeit mit Tieren sein Leben

Durch diesen schrecklichen Vorfall habe sich Suleimans Leben komplett verändert. Er hat sein Bein verloren und er musste seine Tiere verkaufen, um die hohen Arztkosten zu bezahlen. Schmitz: „Seinen spärlichen Lebensunterhalt für sich und seine fünfköpfige Familie versucht er seitdem mit einer kleinen Verkaufsbude am Straßenrand zu erwirtschaften.“

Die Palästina-Gruppe in Mülheim/Duisburg möchte ihm gern helfen, die 6000 Euro zu sammeln, damit ihm eine Prothese angepasst und damit sein Lebenswunsch erfüllt werden kann, wieder als Hirte arbeiten zu können. Als Beduine sei für ihn die Arbeit mit Tieren sein Leben.

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