Stadtentwicklung

Harter Kampf um Baufirmen für Mülheims neue Innenstadt-Perle

An der Baugrube: Frank Esser (MWB), Jürgen Steinmetz (MWB), Albert Heinermann (SQS/AIP), OB Ulrich Scholten und Gerd Rainer Scholze (SQS/AIP) (v.l.)

An der Baugrube: Frank Esser (MWB), Jürgen Steinmetz (MWB), Albert Heinermann (SQS/AIP), OB Ulrich Scholten und Gerd Rainer Scholze (SQS/AIP) (v.l.)

Foto: Oliver Müller

Mülheim.  Es erwies sich als schwierig, Unternehmen für die Errichtung des Stadtquartiers Schloßstraße zu finden. Jetzt kann die erste Aufbauphase starten.

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Auch für 60-Millionen-Euro-Projekte stehen in diesen Zeiten Bauunternehmen keineswegs Schlange. Im Gegenteil: „Wir haben ein halbes Jahr darum kämpfen müssen, Baufirmen zu finden“, berichtet Gerd-Rainer Scholze, Bauherr und Projektentwickler aus Düsseldorf, der zusammen mit dem Mülheimer Wohnungsbau (MWB) das Stadtquartier Schloßstraße am alten Kaufhof-Standort errichtet. Nach dem Abriss beginnt nun der Aufbau. „Wir liegen voll im Zeitplan“, hieß es am Montag an der Baugrube gleich hinter der Ruhrpromenade. Anfang 2019 sollen die Gebäude stehen.

Seit 40 Jahren ist Scholze im Geschäft und ist froh, wie er betont, mit den Firmen Baresel aus Stuttgart und Rehms aus Borken zwei Bauunternehmen für das Mülheimer Objekt gefunden zu haben. „Der Baumarkt ist völlig überhitzt, man läuft den Firmen hinterher, alle haben die Auftragsbücher voll, viele verlangen inzwischen Fantasiepreise“, schildert Scholze seine Erfahrungen aus den vergangenen Monaten. Ursache seien die anhaltend niedrigen Zinsen. „Jeder will bauen.“ Die Firma Baresel wird auch den MWB-Komplex errichten, für den Innenausbau setzt das Mülheimer Wohnungsunternehmen dagegen auf eine kleinteilige Ausschreibung, um örtliche Anbieter zu berücksichtigen, wie Jürgen Steinmetz von der MWB-Geschäftsführung erklärt.

Mitte 2018 soll der Rohbau fertig sein

In den nächsten zwei, drei Wochen werden Stahlträger ins Erdreich gesetzt, um die Baugrube zu sichern, Ende März soll der erste von vier Kränen kommen, Mitte 2018 soll der Rohbau fertig sein, parallel sollen die Innenausbauten erfolgen. Der kleinere MWB-Bau wird etwas zeitversetzt entstehen, „da wir die Flächen für die Baulogistik benötigen“, so Steinmetz.

Es ist kein einfacher Bau neben dem Rathaus. Die Flächen zum Rangieren, Lagern und Arbeiten sind klein. Für die Sperrung der Schollenstraße sind die Bauherren der Stadt dankbar. Alles andere, so MWB-Chef Frank Esser, hätte Chaos bedeutet und wäre zudem gefährlich gewesen. Fast 50 000 Quadratmeter Brutto-Geschossfläche entstehen bis Ende 2018. Im dritten Quartal des Jahres könnten die ersten Mieter mit dem Einzug beginnen. so die Planungen.

82 Prozent der Flächen sind bereits vermietet

82 Prozent der Flächen sind bereits vermietet. Für die Bauherren ein guter Wert, 60 Prozent seien in solchen Phasen des Projekts eher normal. Mit etlichen möglichen Nutzern, so Frank Esser, werde noch verhandelt. Eine Arztpraxis, eine Apotheke, ein Bio-Supermarkt, eine Drogerie, eine Eisdiele, ein Tourismus-Unternehmen, eine Sushi-Bar – noch einiges sei für die restlichen freien Flächen „gezielt im Fluss“, wie Scholze meint.

Esser ist überzeugt, dass der Standort durch weitere Gastronomieangebote an Zugkraft gewinnt. „Mancher meldet sich auch erst, wenn vom Bau etwas zu sehen ist.“

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