Immobilien-Markt

Grundstückspreise in Mülheim steigen fast durchgängig

Die Wertentwicklung in der Innenstadt ist gemäß der Feststellungen des Gutachterausschusses unterschiedlich. Die von Leerstand geprägten Bereiche verlieren weiter an Wert, die Ruhrpromenade und das Areal des künftigen Schloßstraßen-Quartiers gewinnen.

Foto: Oliver Müller

Die Wertentwicklung in der Innenstadt ist gemäß der Feststellungen des Gutachterausschusses unterschiedlich. Die von Leerstand geprägten Bereiche verlieren weiter an Wert, die Ruhrpromenade und das Areal des künftigen Schloßstraßen-Quartiers gewinnen. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Der Gutachterausschuss hat 1600 Mülheimer Kaufverträge aus 2016 ausgewertet:Nur in der City verlieren Grundstücke mancherorts weiter an Wert.

Wer in Mülheim ein Grundstück, ob bebaut oder unbebaut, kaufen will, wird in Zukunft tiefer in die Tasche greifen müssen. Aufgrund der weiter sehr hohen Nachfrage hat der städtische Gutachterausschuss die für die Grundstückswertermittlung maßgeblichen Bodenrichtwerte nahezu flächendeckend angehoben. Lediglich in Teilen der Innenstadt ist der Abwärtstrend nicht gestoppt.

Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte hat für das vergangene Jahr alle Immobilien- und Grundstückskaufverträge ausgewertet – 1605 an der Zahl. Im Jahr zuvor hatten weniger Grundstücke, Häuser und Wohnungen die Besitzer gewechselt: 1429.

Nachfrage kann nicht befriedigt werden

Dabei stellt der Gutachterausschuss fest, dass die Nachfrage nach unbebauten Grundstücken längst nicht befriedigt werden kann. Nur noch 89 Baugrundstücke gingen in die Kaufstatistik für 2016 ein, noch einmal ein Minus von 13 Prozent. So wächst laut Analyse der Gutachter die Zahl der Käufer, die bebaute Grundstücke erwerben, alte Immobilien abreißen und an ihrer Stelle etwas Modernes bauen. Das gelte sowohl für selbst genutzte Ein- oder Zweifamilienhäuser als auch für Mehrfamilienhäuser, die Investoren als Renditeobjekte bauen. 2016 ist bereits die Hälfte aller neuen Ein- und Zweifamilienhäuser auf Grundstücken geplant worden, auf denen erst alte Bausubstanz abzureißen war. Bei Mehrfamilienhäusern lag die Quote laut Gutachterausschuss gar bei 70 Prozent.

743 bebaute Grundstücke haben im Jahr 2016 den Besitzer gewechselt, ein Plus von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erstmals wieder seit 2012 ist dabei die Zahl der Kaufverträge für neu erstellte, schlüsselfertige Einfamilienhäuser gestiegen (80 Fälle). Die Durchschnittspreise schwanken im Stadtgebiet von 260 000 Euro in Styrum bis 470 000 Euro in den hochpreisigen Lagen von Speldorf.

Kaufpreise für Baugrundstücke steigen weiter

Es setzt sich der Trend zu steigenden Kaufpreisen für Baugrundstücke fort. So hat der Gutachterausschuss die entsprechenden Bodenrichtwerte für Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke je nach Wohnlage um 5 bis 20 Euro je Quadratmeter heraufgesetzt. Bei Grundstücken für den Geschosswohnungsbau ist ein Preisanstieg von bis zu 10 Euro/m2 in den Bodenrichtwerten ablesbar.

Uneinheitlich ist das Bild in der Innenstadt. Im Bereich der Ruhrpromenade sind die Richtwerte um rund 5 Prozent auf 470 Euro/m2, für das alte Kaufhof-Areal um rund 15 Prozent auf 630 Euro/m2 angehoben worden. Hingegen dreht sich die Abwärtsspirale in umliegenden Zonen weiter: Um rund 5 Prozent sind die Richtwerte an der unteren Schloßstraße, an der unteren Wallstraße und an der Südseite der Leineweberstraße gesunken – dort also, wo der Leerstand seit Jahren erheblich ist. An der unteren Wallstraße fällt der Wertverlust der Grundstücke in den vergangenen Jahren am meisten ins Gewicht: Allein von 2013 bis heute ist der Quadratmeter-Richtwert in zwei Schritten von 590 auf 530 Euro gesunken – das sind gut 10 Prozent Minus.

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