Gastronomie

Gasthaus „Union“ in Mülheim-Styrum schließt im Sommer

Im roten Backsteinbau (1912) hinter der Marienkirche in Styrum gibt es seit 17 Jahren das Gasthaus „Union“.

Foto: Oliver Müller

Im roten Backsteinbau (1912) hinter der Marienkirche in Styrum gibt es seit 17 Jahren das Gasthaus „Union“. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Die „Union“ macht zu, die Kirche hat das Gasthaus verkauft. Wie geht es weiter für Stammgäste wie die Karnevalsgesellschaften?

Die Gaststätte „Union“ ist ein Traditionshaus in Styrum. Nicht nur mehrere Karnevalsvereine treffen sich hier und feiern ihre jecken Feste, auch Chöre, Partei- oder Gewerkschaftsgruppen und Musikgruppen kommen seit vielen Jahren regelmäßig in dem geräumigen Gasthaus nahe der Marienkirche zusammen. Einen offenen Kneipenbetrieb gibt es zwar nicht, dafür werden der große Saal und andere Räume darüber hinaus für private Feiern gebucht.

Ob das weiterhin so sein wird, steht jedoch in den Sternen, teilt Pächter Wolfgang Thöne auf Anfrage unserer Zeitung mit. Denn: Der Eigentümer, die katholische Kirche, hat das Backsteingebäude an der Neustadtstraße, das früher mal als Pfarrheim für die Gemeinde St. Mariae Rosenkranz diente, verkauft. Im Spätsommer ist für die „Union“ erstmal Schluss.

Treffpunkt für Gruppen jeder Art

„Das ist sehr bedauerlich, ich habe das Haus seit 17 Jahren gepachtet. Wir waren und sind ein Treffpunkt für Gruppen jeder Art“, erklärt Thöne und präzisiert: „Damit fällt auch der letzte bezahlbare Saal mit richtiger Bühne in Mülheim.“ (In den großen Saal der Union passen rund 400 Personen.) Nicht nachvollziehen kann der Wirt, warum das Haus verkauft wurde. „Wir machen nicht gerne dicht, unsere Gäste sind traurig bis sauer“, so Wolfgang Thöne.

„Das Gebäude war stark renovierungsbedürftig, wir haben uns davon getrennt, weil die Kosten für Instandsetzung und Unterhaltung zu hoch gewesen wären“, erläuterte Christian Lindmüller, Verwaltungsleiter in der Pfarrei St. Barbara. Der Kirchenvorstand habe das so entschieden. Die Absicht, die Immobilie zu veräußern, habe es schon länger gegeben. Was der neue Eigentümer mit dem Gebäude vorhabe, könne er nicht sagen.

Union war seit 15 Jahren Heimat des KG Düse

„Die Union war unsere Heimat seit 15 Jahren, das ist sehr blöd für uns“, bedauert Mark Frehmann, der 1. Vorsitzende der KG Düse, die Entwicklung. Man trainiere und probe hier wöchentlich für den Karneval, führe alle Veranstaltungen im Styrumer Gasthaus durch: Große Sitzung, Altweiber-Party, aber auch Hoppeditz-Erwachen und Hoppeditz-Beerdigung.

„Wir müssen uns nun umschauen, wo wir weitermachen können, aber das wird schwierig. Die Stadthalle ist für uns zu teuer, die Feldmannstiftung zu klein und ohne Bühne“, sagt Frehmann. Eine mögliche Alternative, die Lukasgemeinde, habe sich wegen Terminüberschneidungen zerschlagen.

Suche nach Alternativen

Die 1. Große Mülheimer Karnevalsgesellschaft (MüKaGe) hat bereits eine Alternative aufgetan: „Wir haben Kontakt mit der neuen Eigentümer-Familie der Union aufgenommen, die will das Haus ab September umbauen, der Saal soll auch weiterhin für Veranstaltungen vermietet werden“, sagt Horst Heinrich, 1. Vorsitzender. Für die ersten Termine in der Session 2017/18 habe der neue Inhaber jedoch nicht verbindlich zusagen können. „Wir mussten aber wegen der Planungen schnell reagieren und weichen im nächsten Jahr in den Altenhof aus. In 2018/19 würden wir aber in die Union zurückkehren, wenn dort dann alles hergerichtet ist.“ Vielleicht, so hofft Heinrich, könne auch schon die närrische Feier von MüKaGe und den Gemeinden St. Mariae Rosenkranz sowie St. Engelbert am Karnevalssamstag 2018 wieder in Styrum steigen.

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