Schulzentrum Broich

Für Zeit der Sanierung setzt Stadt Mülheim auf Container

An einigen Gebäuden ist die Betonplatten-Verkleidung demontiert.

Foto: Oliver Müller

An einigen Gebäuden ist die Betonplatten-Verkleidung demontiert. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Während der Fassadensanierung im Schulzentrum Broich sollen Schüler und Verwaltung doch nicht im Altgebäude des Gymnasiums unterkommen.

Im kommenden Sommer könnte – sollte ein genehmigungsfähiger Haushalt vorliegen – der Startschuss fallen für das millionenschwere Bau- und Sanierungsvorhaben am Schulzentrum Broich. Der städtische Immobilienservice hat seine Planungen für das zeitaufwändige Projekt überarbeitet, ebenso seine Kostenkalkulation: Wie bei anderen Investitionsvorhaben wird’s auch hier eine Million Euro teurer.

Aktuell verlangt der Immobilienservice der Kommunalpolitik eine Entscheidung darüber ab, ob in der eineinhalbjährigen Bauphase in den Jahren 2020 und 2021 Schüler und Verwaltung in Containern oder doch im ehemaligen Nebengebäude des Gymnasiums unterkommen sollen. Letzteres war ursprünglich angedacht, wird nun aber von den Immobilienfachleuten der Verwaltung nicht mehr favorisiert.

Unkalkulierbares finanzielles Risiko befürchtet

Befürchtet wird ein unkalkulierbares finanzielles Risiko, sollte man das alte Gebäude, das zuletzt als Kita und aktuell als Notstandort hauptsächlich für die Sprachkurse der obdachlosen Volkshochschule genutzt wird, wieder für den Schulbetrieb herrichten. „Die Bausubstanz kann vorab nicht hinreichend beurteilt werden“, heißt es mit Blick auf böse Überraschungen, die in der Vergangenheit an anderen Stellen deutlich Mehrkosten verursacht haben.

Trotz aktueller Nutzung rechnet man ohnehin schon damit, mindestens 1,8 Millionen Euro in die Hand nehmen zu müssen, um das Gebäude allein für einen „zeitlich begrenzten Schulbetrieb“ nutzbar zu machen, wenn an anderer Stelle des Schulzentrums Gebäude zur Sanierung geräumt werden müssen. 430 000 Euro für Umbauten, eine halbe Million für den Brandschutz, 250 000 für die technische Ausstattung, 70 000 für die Dachabdichtung und 550 000 für eine Schadstoffsanierung sind angesetzt.

Alles hängt am seidenen Faden

Die Anmietung von Containern sieht der Immobilienservice als kostengünstigere und risikolose Variante. Die Container könnten an Stelle des alten Gymnasialtraktes platziert werden, wenn dieser ab Sommer 2018 abgerissen wird. Die Container-Lösung ist mit 1,72 Millionen Euro kalkuliert.

Im Haushaltsentwurf des Kämmerers ist abzulesen, dass mit dem Erweiterungsbau für die Realschule auch im Sommer 2018 begonnen werden soll, die Sanierung der Fassaden an Altgebäuden könnte in der zweiten Jahreshälfte 2019 beginnen. Doch all dies hängt am seidenen Faden – selbst für den Abriss des alten Gymnasialgebäudes ist theoretisch ein genehmigter Haushalt 2018 Voraussetzung. Die Rats­politik tut sich bekanntlich schwer, einen Etat zu beschließen.

Die Stadt schiebt schon massenhaft Projekte auf

Wegen offener Posten im aktuellen Etat steht die Stadt jetzt schon unter dem Diktat der vorläufigen Haushaltsführung. Ohne Etat würde die Bezirksregierung Mülheim wohl nicht alle Investitionsprojekte freigeben – dabei schiebt die Stadt schon massenhaft Projekte vor sich her, die nach Umsetzung schreien. So braucht auch das 10 Millionen Euro schwere Projekt am Schulzentrum Broich den Etat-Beschluss, damit endlich Planungsaufträge vergeben werden können.

Die Schulleiter von Gymnasium und Realschule üben noch keine Kritik. Das könnte sich schnell ändern, wenn Sanierung und Erweiterung auf die lange Bank geraten.

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