KULTUR

Frank Goosen leidet vor Weihnachten am „Krippenblues“

Leidet am „Krippenblues“: Der Bochumer Autor und Kabarettist Frank Goosen bei seinem Auftritt im Mülheimer Ringlokschuppen.

Leidet am „Krippenblues“: Der Bochumer Autor und Kabarettist Frank Goosen bei seinem Auftritt im Mülheimer Ringlokschuppen.

Foto: Michael Dahlke

Mit dem bekannten Ruhrgebietshumor schildert Autor und Kabarettist Frank Goosen im Ringlokschuppen seine Abneigung gegen die Vorweihnachtszeit.

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Dass er großer Fußball-Fan ist, ist bekannt. Aber ein Weihachtsfan ist Frank Goosen nicht. In der Zeit vor dem Fest leidet der Autor und Kabarettist aus Bochum an einer eigens kreierten Krankheit – dem „Krippenblues“. So heißt sein Programm, mit dem er am Donnerstag im Ringlokschuppen auftrat.

„Weihnachten ist doch eigentlich ein Geburtstag wie jeder andere auch, nur kommt das Geburtstagskind selten vorbei, um einen auszugeben“, erklärt Goosen zum Auftakt seines knapp zweistündigen Auftritts. Die Vorweihnachtszeit kündigt sich für ihn in Etappen an: Zunächst bei der Uhrenumstellung, dann St. Martin („Wir haben Abitur gemacht, um hinter einem Pferdearsch hinterher zu rennen“) und dann schließlich der Totensonntag, an dem er früher mit „Omma“ traditionell „na’m Fritthoff“ musste. „Wie das wohl geschrieben aussieht?“, fragt sich der 52-Jährige. Falls er das hier liest, weiß er’s.

„Früher habe ich dafür Szenenapplaus bekommen“

Am liebsten würde Frank Goosen ja eine Bürgerinitiative gegen Lichterketten gründen, muss aber wohl oder übel feststellen, dass sich sein Publikum mit den Jahren verändert hat. „Früher habe ich dafür Szenenapplaus bekommen, jetzt habt ihr doch alle selbst das Lämpchen angeknipst“, schimpft er.

Wiedererkannt hat sich wohl auch der ein oder andere bei Goosens Schilderung seiner früheren Weihnachtsfeste – wahlweise in der Tante mit geblümter Schürze, dem Opa, „der nicht ganz Mitte ist, wenn sie verstehen, was ich meine“, der Oma, die gleichzeitig kochen und Geschichten erzählen kann, dem Vater, der seinem Sohn die Kunst des Baumschmückens beibringt, oder der Mutter, die diese Kunst am Ende nur mit den Worten lobt: „Watt is’ denn jetzt mit der Lichterkette?“

„Beilage des Grauens“ – dem Rosenkohl

Nicht zu vergessen natürlich die leckeren „Rolladen“ mit der „Beilage des Grauens“, dem Rosenkohl. „Wenn sich das Auge schon weigert. . .“

Dem Mülheimer Publikum hat’s gefallen, und irgendwann wird sich auch Frank Goosen mit Weihnachten anfreunden – falls er nicht wieder am „Krippenblues“ leidet.

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