Unfall

Flugschüler stirbt bei Absturz am Flughafen Essen/Mülheim

Das Wrack des völlig zertrümmerten Fliegers: Ein junger Flugschüler hat den Absturz nicht überlebt.

Das Wrack des völlig zertrümmerten Fliegers: Ein junger Flugschüler hat den Absturz nicht überlebt.

Essen/Mülheim.  Beim Flugzeugabsturz in der Nähe des Flughafens Essen/Mülheim ist am Sonntag ein Mann gestorben. Dutzende Zeugen informierten die Rettungskräfte.

Nur wenige Dutzend Meter vom Zelt des Rü-Oktoberfestes auf dem Flughafen Essen-Mülheim ist am Sonntagnachmittag ein Segelflugzeug abgestürzt. Ein junger Flugschüler ist dabei ums Leben gekommen. Laut Zeugen soll er im Landeanflug gewesen sein. Details zur Unfallursache nannte Polizeisprecher Christoph Wickhorst am Sonntag noch nicht. Die Kripo war vor Ort sowie Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung.

Polizei leitet Großeinsatz ein

Bei strahlendem Sonnenschein und lauen Temperaturen waren viele Menschen an der Stadtgrenze unterwegs, zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto. Im angrenzenden Gartencenter an der Lilienthalstraße wurde ein Kürbisfest gefeiert. Gegen kurz vor drei gingen daher bei Polizei und Feuerwehr unzählige Anrufe ein. Das Stichwort Flugzeug-Absturz führte zu einem Großeinsatz, so Wickhorst, zumal die Unfallstelle auch in der Einflugschneise zum Düsseldorfer Flughafen liegt.

Feuerwehr und Polizei aus Essen und Mülheim eilten zum nahe der A 52 gelegenen Messeparkplatz P 10. Die Einsatzkräfte konnten den jungen Mann aus dem Wrack befreien, alle Wiederbelebungsversuche von Rettungsdienst und Notärztin aber blieben erfolglos: „Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen ist der Mann noch an der Unfallstelle gestorben“, teilte Christoph Wickhorst mit.

Zur Identität des Mannes machte die Polizei keine weiteren Angaben; man wolle zunächst in Ruhe die Angehörigen informieren, hieß es.

Flieger ist völlig zertrümmert

Der völlig zertrümmerte Flieger – ein nicht-motorisierter Einsitzer – hatte sich in eine Furche zwischen zwei Parkplatzreihen gebohrt; der Boden war mit Glasscherben, Sperrholz-Resten und Stofffetzen übersät. Die Flugzeug-Front wurde abgerissen, lag einige Meter entfernt im Gras. Der Sitz des Piloten war in dem Wrack noch auszumachen. Und neben dem Flieger lag ein roter Rucksack, darin wohl der Fallschirm, der den Mann nicht mehr hatte retten können.

Die Augenzeugen des Unfalls und weitere Flugschüler wurden durch mehrere Notfallseelsorger aus Essen und Mülheim betreut.

Der blaue Himmel, die bunten Strohpuppen vom Kürbisfest, die Freude aufs Oktoberfest, das am Dienstag weitergeht – und dann eine Tragödie? Familien auf Sonntagsausflug liefen ungläubig vorbei, spähten über die Hecken. „Ist da echt ein Flugzeug abgestürzt?“ Keine 500 Meter von der Absturzstelle befindet sich das Flugfeld; und während die Ermittler ihrer Arbeit nachgingen, starteten und landeten dort weiter kleine Flieger. Auch Luftschiff Theo brummte über den Ort des Geschehens, so, als sei nichts gewesen.

Polizei spricht von „Fluch des Oktoberfestes“

Polizeisprecher Wickhorst sprach derweil vom „Fluch des Oktoberfestes“. Schon im vergangenen Jahr nämlich hatte es rund um die beliebte Feier einen tödlichen Unfall gegeben: Bei Aufbauarbeiten war ein 36-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Mitarbeiter einer Zeltbaufirma war von einem herabstürzenden Heizungstank getroffen und tödlich verletzt worden. Zwei weitere Menschen wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.

Das Fest war damals kurzzeitig unterbrochen worden. Davon war nun allerdings keine Rede. Am Sonntag war das Festzelt ganz regulär geschlossen, weiter gehen soll es am Dienstag, 2. Oktober.

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