Luftfahrt

Flughafen Essen/Mülheim: Zukunft für Luftschiff Theo

Mindestens bis zum Jahresende 2034 kann das Luftschiff Theo vom Flughafen Essen-Mülheim aus abheben. Momentan sind Rundflüge wegen der Corona-Auflagen allerdings nicht möglich.

Mindestens bis zum Jahresende 2034 kann das Luftschiff Theo vom Flughafen Essen-Mülheim aus abheben. Momentan sind Rundflüge wegen der Corona-Auflagen allerdings nicht möglich.

Foto: Lars Heidrich / FFS

Mülheim/Essen.  Die Stadt Mülheim und WDL haben sich auf einen neuen Erbbaupachtvertrag geeinigt. Dabei kommt die Stadt dem Luftschiffunternehmen weit entgegen.

Luftschiff Theo lebt und hat am Flughafen Essen-Mülheim eine Zukunft. Jetzt haben sich die Stadt Mülheim und das Unternehmen WDL auf einen neuen Erbbaupachtvertrag geeinigt. Hier die bekannten Details.

Im Februar hatten SPD, BAMH, FDP und Bündnis für Bildung der Stadtverwaltung ein weitreichendes Verhandlungsmandat erteilt, um einen neuen Vertrag mit WDL auszuhandeln. Der alte Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2024, bei Beendigung der Pacht hätte die Stadt der WDL eine Entschädigung für die Bauten in Höhe von 50 Prozent des Verkehrswertes zahlen müssen. Gegen den anhaltenden Protest von CDU und Grünen verzichtete der Stadtrat vor Abschluss eines neuen Vertragswerkes auf eine nochmalige Prüfung.

Vertrag mit der Stadt Mülheim macht WDL-Chef „glücklich“

Nun ist der neue Vertrag notariell beglaubigt. Den WDL-Geschäftsführer Frank Peylo macht der Abschluss „wirklich glücklich“. Die WDL hat nun Planungssicherheit für ihre Investition von zehn bis zwölf Millionen Euro in einen neuen gewerblichen Multifunktionsbau mit angeschlossener Luftschiff-Eventhalle für bis zu 5000 Besucher. Quasi gibt das neue Vertragsverhältnis der WDL Sicherheit für die nächsten 65 Jahre.

Unter der Voraussetzung, die angekündigte Investition bis Ende 2025 umgesetzt oder unter Umständen mindestens begonnen zu haben, wird der Pachtvertrag zunächst bis zum Jahr 2034 verlängert. Das entspricht - unter Vorbehalt eines in Essen noch ausstehenden Ratsbeschlusses - dem Mülheimer Ratsbeschluss zur Fortführung des Flughafenbetriebs bis zu zu diesem Zeitpunkt.

2034 könnte die WDL dann einseitig die Option für eine Vertragsverlängerung um weitere 21 Jahre ziehen. Später noch einmal um jeweils 15 Jahre bis schließlich 31. Dezember 2085. Es ist ein „Heimfallrecht“ mit der Stadt vereinbart, das vorsieht, der WDL bei Beendigung des Pachtverhältnisses bis zum Jahr 2055 noch eine Entschädigung des Verkehrswertes von 50 Prozent, bis 2070 in Höhe von 25 Prozent und 2085 keine mehr zuzugestehen.

Stadt kann Veranstaltungshalle 2085 gebrauchsfähig übernehmen

„Auch wir haben Federn gelassen“, meint Peylo damit auch der Stadt entgegengekommen zu sein. So könne sie 2085 „einen Pitch machen“, weil sie Veranstaltungshalle samt Gewerbebau ohne Entschädigung und „in einem gebrauchsfähigen, altersgerechten Zustand“ übernehmen könne.

Streitpunkt war in der Vergangenheit der Pachtzins. Kritiker hatten bemängelt, die Pacht sei kräftig zulasten der Steuerzahler subventioniert. Der Pachtzins (rund 95.000 Euro jährlich) soll nun bis 2024 unverändert bleiben und dann nach Bewertung des städtischen Gutachterausschusses den Marktverhältnissen entsprechend neu festgesetzt werden. Dies steht in einer Antwort der Verwaltung auf eine umfangreiche Anfrage der CDU zu den Vertragsdetails, die am Donnerstagabend unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Hauptausschuss behandelt werden soll. Das Papier liegt dieser Redaktion vor.

Pachtzins soll den Marktverhältnissen angepasst werden

Dass Luftschiff Theo abhebt, ist damit zunächst bis Ende 2034 in Aussicht. Seine weitere Zukunft hängt vom Flughafenbetrieb ab. Sollte er, wie aktuell Mülheimer Beschlusslage, Ende 2034 eingestellt werden, soll Theo nur mehr als imposantes Ausstellungsstück die geplante Veranstaltungshalle schmücken, als dann „größte Stehlampe der Welt“, scherzt Peylo.

WDL ist vollauf zufrieden mit dem Verhandlungsergebnis. Egal, in welche Richtung sich die Flughafen-Frage entwickele, ob der Masterplan-Prozess zur (Nach-)Nutzung des Flughafen-Areals fortgeführt werde oder nicht: „Es kann für alles eine Initialzündung sein“, so Peylo mit Blick auf mögliche Entwicklungen ringsum. „Hier wird was Schönes entstehen. Und wo was Schönes ist, kommt oft auch Schönes dazu.“

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