Sozialarbeit

Fachtagung in Mülheim: Geflüchteten Frauen besser helfen

Organisierten die Fachtagung: Sabine Boeger (Runder Tisch), Helene Batemona-Abeke (Medica Mondiale), Cäcilia Tiemann, Antje Buck (Gleichstellungsstelle), Thomas Konietzka (Sozialamt). Foto:Bögeholz

Organisierten die Fachtagung: Sabine Boeger (Runder Tisch), Helene Batemona-Abeke (Medica Mondiale), Cäcilia Tiemann, Antje Buck (Gleichstellungsstelle), Thomas Konietzka (Sozialamt). Foto:Bögeholz

Mülheim.  Über 50 Beschäftigte aus Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden und auch Ehrenamtler tauschten sich in Mülheim über praktische Sozialarbeit aus.

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Bei einer Fachtagung für Beschäftigte aus Sozialarbeit, Verwaltung und für Ehrenamtler ging es erstmals in Mülheim um besondere Hilfe für geflüchtete Frauen. „Zwischen Aufbruch, Hoffnung und Gewalt“, so der Titel der Veranstaltung, gemeinsam gestemmt von Gleichstellungsstelle, Sozialamt und dem „Runden Tisches gegen häusliche Gewalt“.

Unter den Geflüchteten benötigen Frauen besondere Betreuung, Aufmerksamkeit und vor allem Ansprache. Die Bedürfnisse alleinstehender Frauen werden zwar in Mülheim berücksichtigt, so wurden sie bei der Unterbringung von den Männern getrennt, doch ihre Bedürfnisse stellen Mitarbeitende von Verwaltung, Wohlfahrtsverbänden oder Polizei häufig vor neue Fragen.

Viele haben auch unter Zwang oder aus Not geheiratet

Geflüchtete Frauen haben Unterdrückung und (sexuelle) Gewalt vor und auf der Flucht erlebt, viele haben auch unter Zwang oder aus Not geheiratet. Im Beratungsgespräch – vom Sozialamt bis zur Schwangerenberatung – müssen sich Mitarbeiter auf Frauen einstellen, die Unrecht und Körperverletzungen erlitten haben, unter Umständen noch erleiden, und aus Ländern kommen, in denen die Frau nichts gilt und man Behörden nicht unbedingt trauen kann. Das Mülheimer Sozialamt betreut (Stichtag: 7. August) 865 erwachsene Personen, davon sind 282 Frauen. 155 Frauen leben mit ihrer Familie in Mülheim, 67 sind alleinerziehend und 60 alleinstehend.

Erstmals wurde in Mülheim ein Forum für die Fortbildung und den Austausch der Mitarbeitenden geschaffen. Helene Batemona-Abeke von der Frauenhilfsorganisation Medica Mondiale brachte den 55 Teilnehmenden, darunter auch drei Männer, in der Evangelischen Familienbildungsstätte die Lebenswelt geflüchteter Frauen nahe, es folgte ein Vortrag über professionelle Gespräche mit Opfern häuslicher Gewalt. Mira Ragunathan von der in Mülheim ansässigen Landeskoordinierungsstelle Frauen und Flucht zählte erfolgreiche Beispiele aus der Praxis auf.

Jetzt geht es um erfolgreiche Integration

Denn die gefährliche und nicht nur körperlich belastende Flucht haben die Frauen, oft mit den Kindern, überlebt. Jetzt geht es um ihre erfolgreiche Integration, und damit auch um die ihrer Kinder. Thomas Konietzka, Leiter des Sozialamtes, kündigte am Donnerstag an, Inhalte der Fachtagung für eine Schulung seiner Fachkräfte verwenden zu wollen.

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