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Erster Hoftrödel auf der Heimaterde

Die Heimaterdler Stefanie Marschalkowski, Angelika und Peter Siens sowie Angelika Haseke freuten sich über Käufer beim ersten Hoftrödel auf der Heimaterde.

Die Heimaterdler Stefanie Marschalkowski, Angelika und Peter Siens sowie Angelika Haseke freuten sich über Käufer beim ersten Hoftrödel auf der Heimaterde.

Foto: Frank Oppitz

Mülheim.   Der erste Hoftrödel verwandelte die Wege der Heimaterde in Marktstraßen. Viele Anwohner beteiligten sich und boten Gebrauchtes vor der Haustür an.

Viele Einwohner des Stadtteils nahmen am Hoftrödel teil und bauten in ihren Gärten und Einfahrten Stände auf, an denen die Fußgänger den ganzen Tag über stöbern konnten.

Alte Pendeluhren, Porzellangeschirr und Kleidung. Bücher, Spielzeug, Filme und CDs oder Schallplatten, die Auswahl ist groß. „Der Hoftrödel ist eine super Idee. Vor allem, weil er direkt vor der Haustür stattfindet. Man muss die Sachen nicht so weit tragen und hat alles, was man braucht, in der Nähe. In Ruhe Mittagessen kochen ist kein Problem. Besonders mit den Kindern ist es so einfacher“, findet Stefanie Marschalkowski.

Auch Erbstücke in der Auslage

Sie hat bereits Flohmarkterfahrung, der Stand ihrer Familie bietet vor allem Kleidung und Beschäftigungsmaterial für die Kleinsten an. Besonders für den Kauf von Kindersachen seien Trödelmärkte empfehlenswert, da diese oft nur kurze Zeit benötigt würden und sich die Interessen der Kleinen schnell änderten.

Der Stand von Nachbarin Angelika Sinz schließt direkt an. Ein Stück sticht hier besonders ins Auge: Die Pendeluhr ist ein Erbstück von den Eltern, das sein Dasein lange im Keller fristete. „Man denkt jedes Mal: Stellst du bei ebay rein. Aber es dauert dann ja doch immer, bis man in die Pötte kommt. Da kam der Hoftrödel wie gerufen“, sagt Sinz mit einem Schmunzeln. „Es gibt für alles Liebhaber, die gezielt suchen und hierher kommen, weil die Veranstaltung vorher bekanntgegeben wurde. Gerade hier in der Siedlung gibt es viele große Kellerräume, in denen die derzeitigen Bewohner noch Schätze vom Vorgänger gefunden haben.“

Beim Hoftrödel gab es keine Standkosten

Nach Entrümpelung sieht es in den Straßen keinesfalls aus. Viele Anwohner legen sich bei der Gestaltung ihres Trödelstands mächtig ins Zeug. Wimpel flattern über den Tischen oder sie bauen wie in Schaufenstern mit Spielsachen kleine Welten: Eine Burg bildet die Kulisse eines königlichen Besuchs. Julia Wirth setzt ihre Ware mit Obstkisten in Szene. Ein großes, selbst bemaltes Schild heißt die Besucher zum ersten Hoftrödel willkommen. „Wir haben viele Sachen für den Trödel und bei dieser Aktion muss man damit nicht irgendwo hinfahren.“, sagt Wirth. Sie wechselt sich mit ihrem Mann am Stand ab, damit beide sich auch in der Nachbarschaft umsehen können. „Besonders vorteilhaft ist: Man hat keine Standkosten. Außerdem stärkt der Hoftrödel das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Nachbarschaft.“

Doch gerade in seltener besuchten Seitenstraßen lässt die Kundschaft manchmal auf sich warten. Genug Zeit also für einen Plausch mit dem Nachbarn von gegenüber, dem man sonst nur im Vorbeigehen zuwinkt. Nicht selten machen Kaffeetabletts die Runde, hier und da müssen Verkäufer an ihren Tisch zurückgerufen werden, wenn ein Spaziergänger zum Kunden wird. An diesem Tag wächst die familiäre Atmosphäre des Stadtteils.

Einzelne Verkaufsstellen werden übersehen

Das findet auch Marco Bröss: „Der Hoftrödel ist viel persönlicher, das passt zum familiären Heimaterde. Das könnte man ruhig öfter machen. Viele sitzen oft in den eigenen Gärten, die Spielplätze sind relativ leer. Aber besonders die Kinder kommen heute in der Nachbarschaft herum und finden neue Freunde.“

Die Premiere des Hoftrödels auf der Heimaterde kommt gut an. Sandra Rasimsky ist bereits fündig geworden und stärkt sich in der Bäckerei: „Das muss man allerdings auch. Es ist eine schöne Aktion, aber leider ist die Heimaterde auch weitläufig. Auf der Karte ist schwer zu erkennen, auf welchem Straßenabschnitt sich die Stände befinden und einzelne Verkaufsstellen werden schnell übersehen oder gar nicht erst angelaufen, wenn kein anderer in der Straße mitmacht.“

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