Umwelt

Einweg-Becher liegen auch in Mülheim oft neben der Tonne

Nach Gebrauch in den Müll: Der Einwegbecher wird nur ein einziges Mal benutzt. Eine Alternative für weniger Abfall könnten mitgebrachte Becher sein, die sich spülen lassen.

Foto: Ingo Otto

Nach Gebrauch in den Müll: Der Einwegbecher wird nur ein einziges Mal benutzt. Eine Alternative für weniger Abfall könnten mitgebrachte Becher sein, die sich spülen lassen. Foto: Ingo Otto

Mülheim.   Rund 17 000 Pappbecher werden täglich in Mülheim verbraucht. Die Grünen werden beim nächsten Umweltausschuss erneut das Problem ansprechen.

Der Kaffee „to-go“ ist sehr beliebt. Bequem und praktisch, zum Mitnehmen im Einwegbecher. „Dass dieser Trend eine Kehrseite hat, verdrängen viele“, heißt es in einer Mitteilung der Mülheimer Grünen. Vor allem auf zwei negative Begleiterscheinungen der mobilen Verpflegung weisen sie hin: Neben einem enormen Rohstoffverbrauch für das einmalige Benutzen würden insbesondere die weggeworfenen Becher auffallen, die das Stadtbild verschandeln.

„Laut Umwelthilfe“, erklärt Franziska Krumwiede-Steiner von den Mülheimer Grünen, „werden in Deutschland jährlich drei Milliarden Einwegbecher benutzt.“ Heruntergerechnet seien das in Mülheim um die 17 000 täglich. Würde man diese Zahl an Bechern stapeln, bekommt man einen 140 Meter hohen Turm, der nur 15 Meter kleiner als der Fernmeldeturm in Speldorf ist.

Anfrage der Grünen im Umweltausschuss

Schon vor einem Jahr wurde eine Anfrage der Grünen im Umweltausschuss zu einer kommunalen Regelung der Nutzung von Einwegbechern abgelehnt. Jetzt wollen sie in der nächsten Ausschusssitzung das Themas am 26. September erneut aufgreifen.

Um die Umwelt zu schützen, ist es besser, auf Pappbecher zu verzichten und stattdessen mehrfach befüllbare Becher (z. B. aus Keramik) zu benutzen. Ein Praxistest in der Mülheimer Innenstadt zeigt: Bringt man seinen eigenen Becher mit in ein Café oder eine Bäckerei und bestellt einen Kaffee „to-go“, sind die Reaktionen sehr verschieden. Der ein oder andere Verkäufer guckt verdutzt, wenn man fragt, ob man das Heißgetränk auch in seinem eigenen Becher bekommen kann, aber in den meisten Geschäften ist dies kein Problem.

Bei manchen Händlern gibt’s Rabatt

Bei Hemmerle, Backwerk, Backbord, Mr. Baker und anderen Cafés und Bäckereien auf der Schlossstraße ist es möglich, den Kaffee aus seinem eigenen Becher zu trinken. In manchen Geschäften gibt es heiße Getränke sogar günstiger, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt. Bei Tchibo im Forum gibt es 10 Cent, bei Starbucks im Rhein-Ruhr-Zentrum schon 30 Cent Rabatt.

Ein anderer Weg, um Einwegbecher einzusparen, ist ein innerstädtisches Pfandsystem für Kaffeebecher. In München gibt es bereits ein solches Pfandsystem. „Beispielhaft ist die Kampagne der Stadt München“, sagt Brigitte Erd von den Grünen. Dort zahlen die Kunden einen Euro Pfand und bekommen ihre Getränke in einem Mehrwegbecher. Diesen kann man dann in einem der mehr als 50 teilnehmenden Cafés wieder abgeben. Auch in Essen gebe es aktuell eine Ratsinitiative, so Erd. In Mülheim beschäftigen sich die Klimainitiative und Lokale Agenda mit dem Thema.

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