Innenstadt

Eine vorbildliche Investition in Mülheims Innenstadt

Im Mai haben die Vorarbeiten am Rüterhaus begonnen. Bis November werden neue Fenster eingebaut, die Fassade erneuert und das Dach isoliert.Foto:Michael Dahlke

Im Mai haben die Vorarbeiten am Rüterhaus begonnen. Bis November werden neue Fenster eingebaut, die Fassade erneuert und das Dach isoliert.Foto:Michael Dahlke

Mülheim.   Es gibt die Eigentümer, die langfristig denken und in den Bestand investieren. Das Rüterhaus wird für einen Millionenbetrag zukunftsfähig.

Von solchen Wohnungseigentümern hätte Citymanagerin Gesa Delija gerne mehr in der Stadt: die einen Millionenbetrag in die Hand nehmen und die Wohnungen und Büros in den Obergeschossen zukunftsfähig und attraktiv machen. Denn nötig, das weiß sie, hätten es mehrere Gebäude in der Innenstadt. Glücklicherweise ist derjenige, der jetzt das Rüterhaus in Angriff genommen hat, nicht der einzige. „Aber es muss auch nicht immer eine Vollsanierung sein“, betont sie.

Badmodernisierung, neue Fliesen in der Küche, damit hätten Vermieter auch schon Erfolge erzielt. Ziel müsse eine soziale Mischung in der Innenstadt sein. „Äpfel und Birnen ergeben auch keinen Obstsalat. Vielfalt ist der Schlüssel zur Vitalität und die kann die Innenstadt gebrauchen.“ Derzeit sind über ein Viertel aller Mieter Leistungsbezieher und das verfügbare Einkommen gering. Ein paar Meter weiter an der Ruhr leben die Betuchten.

Investor will sein Inkognito wahren

Dem Investor, der sein Inkognito wahren möchte, gehören drei Objekte. Fragen beantwortet er, vermittelt über die Citymanagerin per Mail, nur leider knapp statt ausführlich. Die Frage nach dem Leerstand lässt er leider unbeantwortet.

Neben dem seit längerer Zeit eingerüsteten Rüterhaus am Synagogenplatz, besitzt er seit Anfang vergangenen Jahres noch das Eckhaus Schloßstraße und Kohlenkamp am Raschebrunnen, wo ein leerstehendes Ladenlokal bald mit Leben gefüllt werden soll, sowie den verwinkelten Komplex zwischen Löhberg 27 und Kohlenkamp 28, wo auch seit geraumer Zeit eine Baustelle eingerichtet ist. Dort hatte das Modehaus Molitor, gegenüber dem neu gestalteten Tanzhaus vor über zehn Jahren geschlossen, auf der anderen Seite befindet sich ein Teil der Targobank.

Interessenten können noch Wünsche einbringen

Da die Verkaufsfläche im verwinkelten Erdgeschoss klein und eine große Verkaufsfläche im Obergeschoss unattraktiv ist, ließ sich die Ladenfläche so gut vermarkten wie sauren Wein. Aus der Verkaufsfläche im ersten OG werden Wohnungen mit Fenstern zum Kohlenkamp. Durch einen Fahrstuhl sollen die Wohnungen besser erreicht werden. Im Erdgeschoss bleibt eine kleine, aber charmante Verkaufsfläche mit langer Schaufensterfront. Einen Interessenten gibt es noch nicht. „Aber er hätte jetzt die Chance, das die Wünsche noch berücksichtigt werden können“, so Delija.

Insgesamt summiert sich das Angebot des Investors auf 36 Wohnungen mit 2350 Quadratmetern und 13 Gewerbeeinheiten mit 2450 Quadratmeter. Alleine ins 1960 gebaute Rüterhaus fließt ein siebenstelliger Betrag in die energetische Sanierung. „Die gute Lage und die Sichtbarkeit in der Fußgängerzone“ bewegt ihn zu diesem Schritt. Fenster und die vorgehängte Fassade werden ausgetauscht und auch das Dach wird gedämmt. Im rückwärtigen Bereich sei bereits in den vergangenen Jahren gearbeitet worden. Die Fertigstellung ist im November vorgesehen. Eine Förderung erhalte er nicht. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man durch Investitionen vernünftige Mieter bekommt und diese auch bereit sind, eine Marktmiete zu zahlen“, antwortet er auf die Frage nach Mieterhöhungen.

>> OPTISCHE AKZENTE WERDEN GESETZT

Auch optisch ändert sich etwas, etwa durch bodentiefe Fenster und Akzente. „Moderner und frischer soll es werden, anders als der langweilige Kasten aussehen“, so der Investor.

2013 war die Fassade in der Kritik. „Die Stadt hatte die Chance, die Fassade nach ihren Wünschen zu gestalten. Es ist nichts passiert“, stellt er fest.

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