Fernsehen

Eine Mülheimerin flirtet im ZDF mit dem Bergdoktor

Die Schauspielerin Simone Hanselmann aus Mülheim spielt in der zwölften Staffel der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ mit. Als Apothekerin Franziska Hochstetter (l.) kommt sie Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) näher.

Die Schauspielerin Simone Hanselmann aus Mülheim spielt in der zwölften Staffel der ZDF-Serie „Der Bergdoktor“ mit. Als Apothekerin Franziska Hochstetter (l.) kommt sie Dr. Martin Gruber (Hans Sigl) näher.

Foto: Bernd Schuller/ZDF

Mülheim.   Schauspielerin Simone Hanselmann kommt dem Arzt als Apothekerin in neuer Staffel näher. Vorher sticht sie bei der Kreuzfahrt ins Glück in See.

Eine gebürtige Mülheimerin ist im Januar gleich doppelt im ZDF zu sehen. Zunächst bei der Kreuzfahrt ins Glück am Neujahrsabend (21.45 Uhr), ehe sie sich in der zwölften Staffel des Bergdoktors ab dem 10. Januar in ihrer Rolle als Apothekerin dem Protagonisten emotional nähert. Damit werden Millionen von Zuschauern Simone Hanselmann sehen.

Ihre Karriere begann recht früh, früher als üblich. 17 Jahre war die Schauspielerin, als sie ihre erste Rolle bekam. Durch den Modelwettbewerb „Gesicht 96“ wurde sie bekannt, war dort unter den 30 Finalisten. Nach einem Jahr als Model wurde das Fernsehen auf sie aufmerksam, die junge Frau aus Winkhausen spielte in der Seifenoper „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ mit. Sie verkörperte die an Bulimie erkrankte Anna Meisner, eine Hauptrolle. Die Figur litt an einer Störung, weshalb Simone Hanselmann bis 1999 gleich drei verschiedene Rollen bekleidete, bis sie in der Sendung schließlich in die Psychiatrie eingewiesen wurde und ausstieg.

Unheimlich viel gelernt

„Es war eine tolle Zeit, in der ich unheimlich viel gelernt habe, aber auch wahnsinnig anstrengend“, blickt sie zurück. Sie hatte den Vorteil, dass sie schon viel Berufserfahrung sammelte, da sie keine klassische Schauspielausbildung durchlief. „Und dann nehme ich immer wieder privaten Unterricht. Man lernt ja nie aus“, sagt die 39-Jährige. Durch die Daily Soap war sie zudem täglich vor der Kamera und bekam Sicherheit. Auch beim Lernen von Texten halfen ihr die täglichen Dreharbeiten. Serien mag die Schauspielerin ohnehin sehr gerne. „Man kann eine Rolle entwickeln, sich entfalten und muss sich nicht immer auf etwas Neues einstellen“, beschreibt sie den Vorteil. Außerdem mag sie es, dauerhaft mit denselben Menschen zusammenzuarbeiten.

In Mülheim ist die Schauspielerin nur noch selten. „Zuletzt war ich in diesem Jahr zu dem runden Geburtstag meiner Tante dort“, erzählt Hanselmann. Seit 20 Jahren lebt sie in Berlin, reist aber berufsbedingt auch viel. Für den Dreh zur Kreuzfahrt ins Glück war sie länger auf See unterwegs. Da ihre fünfjährige Tochter noch nicht zur Schule geht, konnte diese mitkommen. Der Opa, nicht mehr berufstätig, passte während der Dreharbeiten auf die Kleine auf.

Dreharbeiten an Urlaubsorten

„Ich drehe dort, wo andere Urlaub machen. Das ist großes Glück. Ich lerne so viele neue Orte kennen“, freut sich Hanselmann. Sie kam mit dem Traumschiff, wo sie an Neujahr zur Hochzeitsreise auf die Kykladen Natalie Cramer verkörpert, auf die griechischen Inseln Santorin und Mykonos. Heiraten wird sie selbst dort nach einigen Umständen auch. Eine Woche etwa wurden die Szenen im Sommer an den Orten gedreht, bevor es weiterging. In der Vergangenheit schlug die Schauspielerin ein erstes Angebot des Traumschiffs aus, es passte nicht in ihren Plan.

Beim Bergdoktor zog sie bereits 2017 in das Dorf ein, als neue Apothekerin Franziska Hochstetter. Bislang war sie dabei eine Randfigur, die in der neuen Staffel eine größere Rolle in der Handlung spielen wird. In Ellmau und Going stellt sich nun die Frage, ob sich zwischen ihr und dem Bergdoktor (gespielt von Hans Sigl) aus einem Flirt mehr entwickelt.

Zu viel möchte Hanselmann nicht vorweg nehmen. Es kommt zu einem Date. „Die Apothekerin und der Bergdoktor sind aneinander interessiert. Wie es dort weitergeht darf ich allerdings noch nicht verraten“, deutet sie an. Sie erhält im Übrigen auch nur das aktuelle Drehbuch, aus dem nicht immer hervorgeht, wie sich die Serie entwickeln soll.

Hanselmanns Stärke sind fröhliche Rollen

Ihre Stärke sind fröhliche Rollen, so, wie sie auch im echten Leben ist. Hanselmann mag Comedy und könnte sich in diesem Bereich auch noch einmal etwas vorstellen. „Auf einmal wurde bei mir entdeckt, dass ich gut und schnell weinen kann“, erzählt die Wahl-Berlinerin. Was ihr auch noch fehlt, sei ein Auftritt in einem Historienfilm. „Etwas aus einer anderen Zeit, in der sich die Leute anders benommen haben. Das wäre spannend.“ Außerdem hat Hanselmann noch nie eine Titelrolle bekleidet. „Das muss passen, Optik und Alter spielen eine Rolle, die Wirkung der Schauspielerin“, weiß sie. Beim Bergdoktor rückt sie immerhin stärker in den Fokus.

>>> MEHRERE PROJEKTE IM JAHR

  • Die Schauspielerin Simone Hanselmann beteiligt sich an zwei bis drei Projekten im Jahr. 2018 hatte sie vier, zwei davon waren der Bergdoktor und die Kreuzfahrt.

  • Die Bezahlung von Schauspielern erfolgt pro Drehtag. Sie müssen sich entscheiden, ob sie mehrere Nebenrollen in einem Jahr annehmen, oder die Chance auf eine Hauptrolle wahren. „Ich konnte glücklicherweise immer davon leben. Es geht aber nicht allen so“, sagt Hanselmann.

  • Sie hätte Optionen, falls in Zukunft weniger Anfragen kommen sollten. Hanselmann könnte sich dann vorstellen, als Synchronsprecherin zu arbeiten oder Drehbücher zu schreiben. Möglicherweise würde sie auch ihr Abitur nachholen, etwas studieren und danach neuen Boden betreten.

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