Theater

Eine Hommage auf eine große Theaterinstanz

Wie bei Rene Magritte: Das Tuch verbindet Othello (Jubril Sulaimon) und Desdemona (Dagmar Geppert) auf ausweglose Weise.

Wie bei Rene Magritte: Das Tuch verbindet Othello (Jubril Sulaimon) und Desdemona (Dagmar Geppert) auf ausweglose Weise.

Foto: Franziska Götzen

Mülheim  Theaterregisseur Roberto Ciulli feierte in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag. Die Ruhrfestspiele feiern ihn mit einer dreiteiligen Werkschau.

. Roberto Ciulli ist am 1. April 85 Jahre alt geworden. Wie vital er in diesem Alter noch ist, beweist er regelmäßig, wenn er auf der Bühne steht und spielt. Gemeinsam mit Maria Neumann etwa in „Der kleine Prinz“, wenn er am Ende mit dem Kinderrad über die Bühne radelt, oder in „Peer Gynt“. Er empfindet das als Geschenk und Gnade.

Die Ruhrfestspiele in Recklinghausen bereiten ihm noch ein verspätetes Geburtstagsgeschenk und feiern den großen Mailänder Theatermann, der seit über 50 Jahren in Deutschland lebt und sein Leben dem Theater verschrieben hat, an diesem Wochenende mit einer kleinen Werkschau.

Stilistische Vielfalt

Sie zeigt die stilistische Vielfalt Ciullis, der nicht auf eine Machart festgelegt werden kann. „Roberto Ciulli ist eine Theaterinstanz. Sein Theater an der Ruhr hat bis heute eine Sonderstellung innerhalb der deutschen Theaterlandschaft“, schreibt der Intendant der Ruhrfestspiele Olaf Kröck. „Ciullis Theater fordert heraus, ist kontrovers, ohne sich auf den hohen Sockel der Kunst zu stellen, ohne sich über das Publikum zu erheben.“

Zu sehen ist am Freitag zunächst Peter Handkes „Immer noch Sturm“. Mit diesem Text gewann der Österreicher 2012 den Mülheimer Dramatikerpreis. Für viele war Ciullis Inszenierung eindrucksvoller und stimmiger für den Text als die beim Festival präsentierte Uraufführung von Dimiter Gottscheff. Definitiv eine der herausragenden Arbeiten der letzten Jahre. Am Samstag sind die „Clowns 2½“, der erste Teil der Trilogie, die im vergangenen Jahr mit „Clowns unter Tage“ zum Abschluss gebracht wurde. Othello ist die jüngste Arbeit Ciullis, das Drama entwickelt sich langsam, aber ausweglos.

Gespräch am Sonntag

Da die Gründung des Theaters an der Ruhr in Abgrenzung zum konventionellen Stadttheater einem konzeptionellen Plan folgte, sprechen Roberto Ciulli und sein langjähriger Wegbegleiter Helmut Schäfer auch in einem Gespräch im Festspielhaus am Sonntag von 18 bis 19 Uhr über ihr Konzept und die Entwicklung ihres Theaters. Info: www.ruhrfestspiele.de

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