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Einbrüche in Werkstätten machen Anwohnern in Menden Sorgen

Die Tür zu seinem Werkzeugschuppen hat Andreas Sinoradzki inzwischen repariert

Foto: Oliver Müller

Die Tür zu seinem Werkzeugschuppen hat Andreas Sinoradzki inzwischen repariert Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Siebenmal wurde in der letzten Woche im dünn besiedelten Menden/Raadt eingebrochen. Die Täter hatten es nur auf wertvolles Werkzeug abgesehen.

In dem spärlich besiedelten Gebiet zwischen Horbeck-, Klingenburg- und Mendener Straße sind die Anwohner in Sorge: In der vergangenen Woche wurde dort mehrfach in Werkstätten, Schuppen und Scheunen eingebrochen. Die Täter hatten es stets auf hochwertige Maschinen und Elektrowerkzeuge abgesehen.

Andreas Sinoradski, der an der Horbeckstraße einen Landschafts- und Gartenbaubetrieb hat, und sein Nachbar gehörten in der Nacht zum Donnerstag, 5. Oktober, wohl zu den ersten Einbruchsopfern. Während es beim Nachbarn, der privat eine kleine Landwirtschaft hat, nicht gelang, die Fenster- und Türenverriegelungen der Werkstatt aufzuhebeln, schlugen die Täter nebenan zu, entwendeten teure Markengeräte wie Abbauhämmer, Motor- und Stichsägen, Akkuschrauber. Zurück blieben die leeren Werkzeugkisten.

Nachbarschaft hat Whatsapp-Gruppe eingerichtet

Den Schaden schätzt Andreas Sinoradski auf 10 000 bis 15 000 Euro. Die Täter nutzten im Schutz der Nacht Sinoradskis Schubkarren, um die Beute bis zum Wanderparkplatz am Forstbachtal zu schaffen, wo die Schubkarren stehen blieben. In den nächsten Tagen brachen die Täter bei verschiedenen Landwirten und Firmen ein. Andreas Sinoradskis hat eine Vermutung: „Ich gehe davon aus, dass die Täter irgendwo ein großes Fahrzeug stehen haben. Das machen die voll und dann sind die weg.“

Die Nachbarschaft hat sich inzwischen in einer Whatsapp-Gruppe zusammengeschlossen. 30 Mitglieder hat die Gruppe bereits. Es sind auch etliche Nachbarn dabei, die befürchten, als nächste die Einbrecher auf ihrem Grundstück zu haben. Es gibt nur wenige Zufahrtsstraßen in diesem Bereich. Wem etwas auffällt, der informiert die anderen. „Wir tauschen uns etwa stündlich aus“, berichtet ein Gruppenteilnehmer.

Für die Anwohner sieht es nach einer Serie aus

Für die Anwohner sieht das alles ganz nach einer Serie aus, doch mehrfach kam von betroffenen Mitgliedern aus der Whatsapp-Gruppe der Vorwurf, dass offenbar nicht alle mit den Anzeigen betrauten Sachbearbeiter der Kriminalpolizei über alle Taten, die doch in räumlicher Nähe geschehen seien, Bescheid wussten. „Die kommen jede Nacht, und die Polizei scheint das nicht zu wissen“, sagte ein Anwohner dieser Zeitung. „Wir fühlen uns alleingelassen.“

Die Polizei bestätigte auf Nachfrage sieben Einbrüche – darunter zwei Versuche – in der Zeit vom 2. bis 7. Oktober, am Saalsweg, Bollenberg, Horbeckstraße, Klingenburgstraße und auf der Mendener Straße. Schwerpunktmäßig in Scheunen, Werkstätten, Maschinenhallen. Alle Anzeigen seien aufgenommen worden, die Spurensicherung sei vor Ort gewesen.

Fälle im Regionalkommissariat zusammengeführt

Anfangs seien zwei Kommissariate mit den Taten befasst gewesen, sagt Polizeisprecherin Sandra Steinbrock. Das liege daran, dass Einbrüche in Wohnungen und Firmen von verschiedenen Fachkommissariaten bearbeitet würden. Inzwischen seien aber alle Fälle in der Zuständigkeit des Regionalkommissariats in der Von-Bock-Straße in Mülheim. „Wir können nach dem jetzigen Ermittlungsstand noch nicht sagen, ob es eine Serie ist“, sagt Steinbrock. „Auch wenn die zeitliche und örtliche Nähe auf dieselben Täter hinweisen könnte.“ Die Polizei wird in Menden mehr Präsenz zeigen, Straßen stärker bestreifen. „Wir nehmen die Sache ernst“, betont Steinbrock. „Melden Sie uns Verdächtiges!“

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