Ruhr Reggae Summer

Ein Super-Samstag beim Ruhr Reggae Summer in Mülheim

Bob Marleys Sohn Ky-Mani ziog die Massen am Samstag wie ein Magnet an.

Bob Marleys Sohn Ky-Mani ziog die Massen am Samstag wie ein Magnet an.

Foto: Tamara Ramos

Mülheim.   Beim Ruhr Reggae Summer in Mülheim flippte das Partyvolk bei Trettmann aus. Und dann kam ja auch noch Bob Marleys Sohn auf die Bühne.

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Trettmann kommt auf die Bühne, die Menge flippt aus. Samstagabend, kurz nach acht. Seit Freitag läuft der Ruhr Reggae Summer in Styrum in vollen Touren.

Der Platz vor der Hauptbühne ist voll. „Ich will alle Hände sehen“, ruft Trettmann. Die Menschen kommen dieser Aufforderung augenblicklich nach, an allen Armpaaren hängt mindestens ein Festivalbändchen. In dem Händemeer blitzt ein pinkfarbener Fächer auf, Dosenbier und Getränke in „Ruhr Reggae Summer“-Bechern werden hochgehalten, sowie gerade in den ersten Reihen eine Horde Handys: den Augenblick festhalten. Auf den Schultern der Papas sitzen nicht wenige Kinder, die empfindlichen Ohren von großen Ohrenschützern abgedeckt. Gerade ganz vorne spürt man den Bass bis in die Knochen.

Kinder mit zum Festival bringen? Kein Problem!

Immer wieder folgen aber auch ruhigere Songs wie „New York“, die ganz zu der Stimmung am Rande der Menschenmenge passen: Viele sitzen in mitgebrachten Campingstühlen oder auf Decken, an den Ständen können sie die afrikanische, mexikanische, asiatische oder italienische Küche testen. Aber auch der Klassiker, Pommes rot-weiß, und die Wiener Würstchen sind vertreten. Auf dem Markt, einer langen Reihe von Ständen am Weg zu Naturbad und Campingplatz, können Besucher von Traumfängern über Kleidungsstücke und Schmuck bis zum Henna-Tattoo alles erwerben. . .

Claudia Sauerländer ist mit der Familie, darunter zwei Kinder, auf dem Festival: „Wir wohnen hier in der Gegend, es bietet sich also an, mal vorbeizuschauen. Für die Kinder bedeutet es schon viel Input, aber sie haben Spaß. Und hier sind die Leute auch viel umgänglicher als bei anderen Festivals, hier kann man die Kinder gut mitbringen. Es wird auf alle Rücksicht genommen.“

Bob Marleys Sohn Ky-Mani zieht die Massen an

Gegen 22 Uhr ist der Platz vor der Hauptbühne bis zu den Ständen voll. Der Grund: Ky-Mani Marley, einer von Bob Marleys Söhnen. Der jamaikanische Filmschauspieler und Reggae-Musiker schafft es, andere Anlaufpunkte wie das Tanzzelt und die sandige Tanzfläche am ­Beachplatz beinahe leerzufegen. Über den Köpfen der Menge fliegt Konfetti, ein aufblasbarer Kaktus mit Augen wird herumgereicht und Flaggen mit einem Portrait Bob Marleys oder dem Wappen der „Rumpiraten“ – eine Eigenanfertigung – geschwungen. Luftballons fliegen, Hände werden gereckt und schwingen im Takt einheitlich mal zur einen, mal zur anderen Seite.

Rund um die Menge stehen verteilt Teams des „Deutschen Roten Kreuzes“, sowie an allen Durchgängen Personen in Mitarbeiterwesten. Das Finale des Samstagabends: Kabaka Pyramid. Die Menge wippt mit, schwingt Handys und Hände und zwischenzeitlich überlässt der Artist ihr ganze Songabschnitte, denn textsicher sind die Fans der Reggae-Musik. Eine Show wird ihnen allemal geboten: Die Hitze der Feuersäulen auf dem Dach der Bühne spürt man bis in die ersten Reihen, Lichteffekte lassen den Platz zwischenzeitlich taghell erscheinen.

„Ein Gefühl wie im Urlaub“

Party, Markt, kulinarische Vielfalt, Sand, Wasser und Reggae-Musik: „Ein Gefühl wie im Urlaub“, findet Paula Knaps-Loos. Die Düsseldorferin ist schon auf dem ersten „Ruhr Reggae Summer“-Festival gewesen, damals noch unter Betreuung als Teil einer Jugendgruppe. Der Höhepunkt für sie kommt erst Sonntagabend: Alpha Blondy. . .

In der Nachbarschaft hat man sich schon auf das Festival eingestellt. „Vier Häuser treffen sich inzwischen traditionell am Samstag zur Festivalzeit im Garten zu einer kleinen Feier“, berichtet Martina Janßen. Vorbereitungen? Das Auto an die Straße stellen. „Hier wird es immer sehr voll, wenn man Besuch erwartet, muss man leider die eigene Ausfahrt reservieren. Manche lassen auch ihren Wegmüll bei uns im Vorgarten, das sind während der Tage eigentlich die beiden größten Probleme.“ Der Lärmpegel habe sich über die Jahre deutlich reduziert, lobt Janßen, die Festivalbesucher seien zudem alle immer friedlich und sehr freundlich: „Da hält man auch gern mal ein Pläuschchen.“

>> DER ZWÖLFTE RUHR REGGAE SUMMER

2018 ist das zwölfte Mal, dass das „Ruhr Reggae Summer“- Festival stattfindet. Über 200 Mitarbeiter sind nötig, um für einen reibungslosen Ablauf zu sorgen. Dieses Mal steht das Festival unter einem ökologischen Gedanken: Einweg-Besteck ist zu 100 Prozent kompostierbar, das Fleisch wird von Bio-Höfen der Region bezogen.

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