Replik

Ein Mann und sein Auto sind die Stars auf Mülheims Straßen

Wenn Dominic und K.I.T.T. durch Mülheim cruisen, ziehen sie alle Blicke auf sich.

Foto: Oliver Müller

Wenn Dominic und K.I.T.T. durch Mülheim cruisen, ziehen sie alle Blicke auf sich. Foto: Oliver Müller

Mülheim.   Vom Turboboost bis zur Stimme: Seit fünf Jahren bastelt Dominic Güthaus an einer Replik des Kultautos K.I.T.T. aus der US-Serie „Knight Rider“.

Was hätte Michael Knight bloß ohne sein Auto getan? Er wäre wohl schon in Folge eins der 80er-Jahre Serie „Knight Rider“ in irgendeinem Kellerverlies stecken geblieben. „Hol mich hier raus, Kumpel“, sprach Michael stets in seine Armbanduhr und schon zündete K.I.T.T. den Turboboost, flitze an allen Bösewichten vorbei, um seinen Fahrer aus brenzligen Situationen zu retten. Am Ende hatten K.I.T.T.s Lack und Michaels Lederjacke nicht mal einen Kratzer abbekommen. Ein Mann und sein Auto wurden so zu Helden für Generationen. Zwar wird die Serie längst nicht mehr produziert, der Kult um K.I.T.T. lebt aber weiter – etwa in der Selbecker Garage von Dominic Güthaus.

Langsam rollt der schwarze Flitzer über den Hinterhof vor das Garagentor. Schwarzer Lack, schnittige Kurven: Dominic Güthaus dreht den Zündschlüssel und der Sensor an der Motorhaube leuchtet rot – K.I.T.T. ist zum Leben erwacht. Fünf Jahre bastelt der 30-Jährige schon an dem Pontiac Firebird Trans Am, Baujahr 1990. Wen wundert’s: „Knight Rider war meine absolute Lieblingsserie als Kind“, sagt er und schiebt hinterher: „In der Serie fährt David Hasselhoff allerdings ein 1982er Baujahr.“ Mittlerweile sei das sein fünftes Modell. So lange dauerte es, bis Dominic das richtige Auto gefunden, die vielen Einzelteile gesucht und teilweise selbst angefertigt hatte – vom blinkenden Armaturenbrett über die abnehmbaren Dachhälften über die Sitze bis hin zu den Fußmatten. „Das soll natürlich alles so originalgetreu wie möglich sein“, sagt Dominic. Und das ist es: Serienfreunde kennen die roten Balken, die aufleuchten, wenn K.I.T.T. sich mit Michael unterhält. Auch im Nachbau blinkt und blitzt es wie im Original-Cockpit. Selbst K.I.T.T.s Sprüche hallen aus den Lautsprechern: „Micky, für dich roll ich rauf auf den Mond.“

Turboboost und Oil-Slick dürfen nicht fehlen

Natürlich dürfen auch K.I.T.T.s wichtigste Gimmicks nicht fehlen, etwa der Turboboost oder der Oil-Slick. „Später sollen noch Zusatz-Features hinzu kommen“, verrät Dominic. „Wenn man den Turboboost drückt, soll eine Vibrationsmatte unter dem Sitz das Gefühl vermitteln, dass man beschleunigt.“ Als nächstes großes Projekt, hat sich Dominic vorgenommen, K.I.T.T.s Sprachsteuerung zu verbessern. Ähnlich wie bei „Siri“ soll der Wagen auf Ansprache reagieren und entsprechend antworten. „Wenn ich zum Beispiel frage: ‘K.I.T.T., haben wir einen Strafzettel’? gehen die Scheibenwischer an.“

Der Knight Rider aus Mülheim

Dominic Güthaus hat das, wovon viele Fans der US-Serie Knight Rider wohl träumen: Er hat das Superauto K.I.T.T. originalgetreu nachgebaut.
Der Knight Rider aus Mülheim

Etwa 30 000 bis 40 000 Euro hat der 30-Jährige mittlerweile in seinen K.I.T.T. verbaut, in jeder freien Minute daran geschraubt. Was sagt eigentlich seine Frau dazu? „Die hat mich dabei immer unterstützt“, lacht Dominic. Schließlich ist sie ebenso großer Fan der Serie wie er. „Abends dudeln bei uns immer die alten Folgen Knight Rider oder A-Team im Fernsehen“, verrät er. Und natürlich kutschierte K.I.T.T. seine Braut auch standesgemäß zum Standesamt.

Übergesprungen ist der Funke fürs Schrauben auf der Schloßbrücke. „Dort kam ich vor etwa sechs Jahren nach der Arbeit vorbei, sah einen Firebird am Straßenrand parken und dachte, wow, das ist ja Kitt – ich war sofort begeistert.“ Zufällig traf er den Besitzer, der ihm erklärte, wie und wo er an den Wagen gekommen war. „Von da an, hab ich mich auf die Suche gemacht.“ Mittlerweile hat Dominic mit zwei weiteren Bekannten die K.I.T.T.-Crew NRW gegründet, die sich regelmäßig treffen und gegenseitig beim Bestücken ihrer Replikate aushelfen.

Wenn Dominic und K.I.T.T. bei schönem Wetter durch Mülheim cruisen, ziehen sie alle Blicke auf sich. „Egal, wo wir hinfahren, die Leute sind sofort begeistert – das freut mich natürlich“, sagt er. Ob Schauspieler David Hasselhoff weiß, dass sein Auto in Selbeck parkt? „Leider nein“, lacht Dominic. „Dafür gibt es weltweit zu viele Replika.“ Aber vielleicht trifft man Michael Knight ja einmal auf einer Messe oder einer anderen Veranstaltung. „Das wär’ ein Traum.“

>>> K.I.T.T.kann man für Veranstaltungen mieten

Als nächstes könnte sich Dominic Güthaus vorstellen, den A-Team-Bus umzubauen – ebenfalls eine seiner Lieblingsserien aus den 80ern. „Das ist nicht ganz so aufwändig.“

Die Abkürzung K.I.T.T. steht für „Knight Industries Two Thousand“. Die US-Serie wurde von 1982 bis 1986 produziert.

K.I.T.T. kann man für Hochzeiten, Geburtstage oder andere Feiern mieten. Dominic Güthaus hat eine eigene Homepage für das Kult-Auto angelegt: www.kitt-muelheim.de

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