ÖPNV

Duisburger wollen Nachtexpress nach Mülheim kappen

Nachtexpress

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Foto: Georg Lukas

Mülheim.   Die Verbindung zum Hauptbahnhof der Nachbarstadt steht auf der Kippe. VRR,SPD und Nachtschwärmer wollen dieverbindende Buslisnie erhalten.

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Bei Nachtschwärmern sind sie beliebt. Eltern nutzen die Nachtexpressbusse oft als sicheres Transportmittel für ihren Nachwuchs. Seit sie regelmäßig im Stundentakt unterwegs sind, fahren viele Menschen von und zur Arbeit mit dem Nachtexpress. Einige dieser Busverbindungen reichen über die Stadtgrenze bis zum nächsten Umsteigepunkt. Eine Qualität fast wie in Berlin oder Köln. Aber von dieser guten Verknüpfung will die Stadt Duisburg wieder ein Stück wegnehmen und die Nachtbuslinie NE 9 einstellen.

So steht es im Nahverkehrsplan der Nachbarstadt, der in diesen Wochen dort die politischen Gremien passiert. Bei der Mülheimer Verkehrs-Gesellschaft (MVG) finden die Verantwortlichen diesen Plan gar nicht witzig. Auch Politiker mehrerer Fraktion haben bereits Alarm geschlagen, wollen den Nachtexpress NE 9 erhalten.

Zustimmung von Duisburg ist zwingend erforderlich

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kritisiert ebenfalls den Duisburger Plan. „Der NE9 verbindet zwei Städte miteinander und sollte aufgrund seiner Verknüpfung regional bedeutsamer Freizeitstandorte und Bahnhöfe weiterbetrieben werden.“ Der NE9 fährt vom Rhein-Ruhr-Zentrum über Hauptbahnhof, Stadtmitte, Duisburger Straße zum Duisburger Hauptbahnhof.

„Sollte die Stadt Duisburg die Fahrten des NE 9 in Duisburg nicht mehr haben wollen, kann die MVG nicht einfach dort weiterfahren. Die Zustimmung von Duisburg ist zwingend erforderlich. Die Bedienung in Mülheim wäre weiterhin sichergestellt“, antwortet Sylvia Neumann von der MVG-Presse­stelle auf Fragen der Redaktion. „Die Stadt Mülheim hat den NE 9 nicht zur Kürzung vorgesehen.“

SPD fordert: umgehend Gespräche aufnehmen

Für Speldorfer und Broicher wäre das Kappen des NE 9 frustrierend. Sie sind mit dem Nachtbus ab Duisburg Hauptbahnhof schnell zu Hause. Auch die Besucher der Gastro-Angebote entlang der Nachtexpress-Linie und speziell der Lokale in Uni-Nähe würde der NE9 nach Hause bringen können.

Für die heutige Sitzung des Mobilitätsausschusses haben die Sozialdemokraten bereits einen Antrag gestellt. Verkehrsplaner der Stadt und die MVG sollen mit der Stadt Duisburg umgehend Gespräche aufnehmen, um zu erarbeiten, wie der NE 9 als Städteverbindung erhalten werden kann.

Empfindliche Mobilitätseinschränkung

„Sollte eine Aufnahme in die neuen Nahverkehrspläne beider Städte nicht möglich sein, sind alternative Angebote zu entwickeln, die den – offenbar in Duisburg gewollten – Wegfall der Linie kompensieren“, fordert die SPD. Fällt der NE9 weg, „bedeutete dies auch für Mülheimerinnen und Mülheimer eine empfindliche Mobilitätseinschränkung in den Nachtstunden.“ Daher sei es sinnvoll, vor Beschluss neuer Nahverkehrspläne in beiden Städten zu klären, wie ein ausreichendes ÖPNV-Angebot für die sichergestellt werden kann.

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