Jahresrückblick

Diese Nachrichten bewegten die Menschen in Mülheim 2017

Ein 37-jähriger Familienvater wurde im Februar im eigenen Haus von Einbrechern in der Nacht lebensgefährlich verletzt.

Ein 37-jähriger Familienvater wurde im Februar im eigenen Haus von Einbrechern in der Nacht lebensgefährlich verletzt.

Foto: Rene Anhuth/ANC-News

Mülheim.   Das waren die meistgelesenen Texte auf waz.de/muelheim von Januar bis Dezember 2017. Einsätze von Polizei und Feuerwehr erregen Aufsehen.

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Spektakuläre Polizei-Einsätze haben auch in diesem Jahr über die Stadtgrenzen hinaus Wellen geschlagen. Ein Blick in die Statistik der Zugriffe über unsere Onlineseite waz.de/muelheim zeigt, welche Berichte zwischen Januar und Dezember im jeweiligen Monat von den meisten Nutzern gelesen worden sind. Vor allem die emotionalen Themen bewegten die Mülheimer.

1 Am 30. Januar versprüht ein 16-Jähriger im dm-Markt des Forums absichtlich Pfefferspray. Was folgt, ist ein Großeinsatz der Rettungskräfte unter dem Stichwort „Massenanfall von Verletzten“. 22 Betroffene klagen über Atemwegs- und Augenreizungen. Feuerwehr und Polizei sind in der Innenstadt allgegenwärtig. Das Einkaufszentrum wird kurzfristig evakuiert. Zum Glück muss nur eine Person auch ins Krankenhaus gebracht werden. Der verantwortliche Schüler wird der Polizei später sagen, er sei sich über die Folgen seiner Tat nicht im Klaren gewesen. Er habe das Spray nur auf seine Wirkung hin testen wollen. Der Vorfall tue ihm „unendlich leid“. Der dm-Markt im Forum verbannt das als „Tierabwehrspray“ verkaufte Produkt kurzfristig aus seinen Regalen, in der Filiale an der Schloßstraße ist es auch nach dem Vorfall weiter erhältlich.

Einbrecher verletzt Familienvater lebensgefährlich

2 Am frühen Morgen des 24. Februar wird ein Familienvater (37) im eigenen Haus von Einbrechern lebensgefährlich verletzt. Die Täter fliehen mit hochwertigen Elektro-Geräten, die sie noch auf der Flucht wegwerfen. Am Tatort sichern Ermittler DNA-Spuren eines polizeibekannten Mannes, der in Deutschland ohne festen Wohnsitz ist. Für sie ist bald klar: Das ist der mutmaßliche Haupttäter. Allerdings ist Petru-Ciprian C. weiter auf freiem Fuß. Der junge Mann hat sich in sein Heimatland Rumänien abgesetzt, in dem ebenfalls ein Strafverfahren gegen ihn läuft. Bevor das nicht abgeschlossen ist, kommen die deutschen Behörden nicht an ihn heran. „Uns sind die Hände gebunden“, sagt die zuständige Staatsanwältin.

3 Im März fordert die Schulpflegschaft der Gustav-Heinemann-Gesamtschule von Stadtverwaltung und Politik, die Zuweisung von weiteren Seiteneinsteigern sofort zu stoppen. „Wir schaffen es nicht mehr“, betont Schulleiterin Christa van Berend. „Die Raumprobleme sind nicht einmal das Schlimmste“, sagt Daniela Kruse, Vorsitzende der Schulpflegschaft. Die Lehrer gingen alle mittlerweile auf dem Zahnfleisch. Außerdem berichten Schulleitung und Eltern von „häufigen massiven disziplinarischen Problemen“. Es komme zu körperlichen Gewalttätigkeiten gegen Schüler, mittlerweile aber auch gegen Lehrer. Die Schulverwaltung versichert, sie nehme die Probleme ernst.

Bettler tritt Schwangere in den Bauch

4 Am Nachmittag des 13. April tritt ein 32-jähriger Bettler in einem Café in der Innenstadt einer schwangeren Bedienung mit Wucht in den Bauch. Die Frau hatte den Mann zuvor gebeten, den Außenbereich zu verlassen und die Gäste nicht zu belästigen. Die Bedienung übersteht die Attacke zum Glück ohne gesundheitliche Schäden. Den 32-Jährigen nahmen Polizisten nach Zeugenhinweisen in einem Krankenhaus fest. Der Mann soll psychische Probleme haben.

5 Am 29. Mai geht der erste Notruf bei der Feuerwehr um 11.22 Uhr ein: Im Kofferraum eines VW Golf ist eine Gasflasche, in der Acetylen war, explodiert – und mit ihr ein Teil des Wagens. Augenzeugen berichten von einer hohen Stichflamme, ein Feuerwehr-Sprecher von Fahrzeugteilen, die noch in 50 Metern Entfernung gefunden werden. Ein Mitarbeiter des Kfz-Betriebs an der Eltener Straße, bei dem sich die Explosion ereignet, erleidet schwere Brandverletzungen. Eine Frau, die mit dem Wagen kurz darauf von dem Gelände hätte fahren wollen, übersteht den Vorfall unbeschadet. Gegen sie wird wegen fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Das Verfahren dauert an.

Angler verstößt gegen Tierschutzgesetz

6 Dieser Fang ist ein Bumerang. Ein Angler präsentiert sich mit zwei stattlichen Welsen, die er aus der Ruhr gezogen hat. Hohe Wellen schlägt der Bericht auch auf den Mülheimer Facebook-Seiten. Im Juni ist klar: Die Angel-Aktion war ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Die Stadt stellt einen Bußgeldbescheid in Höhe von 528,50 Euro aus. Auch wenn der Angler die Entscheidung für unverhältnismäßig erklärt haben soll, will er bezahlen. Seine Familie stößt sich vor allem an der Begründung des Veterinäramtes: Der Tatbestand der Tierquälerei sei erfüllt, weil die Fische nicht getötet und etwa verspeist, sondern wieder freigelassen worden seien.

7 Nach einem Unfall am 18. Juli auf der A 3 in Höhe Entenfang gibt es wieder Probleme mit uneinsichtigen Autofahrern. Laut Feuerwehr wird die Rettungsgasse zugefahren und werden Einsatzfahrzeuge so ausgebremst. Auch nach der Wiederfreigabe der A 3 löst sich der Stau zäh auf. Viele Fahrer sind nicht zeitig wieder an ihren Autos, weil sie während der Sperrung „offensichtlich“ die Zeit nutzen, um „einen Spaziergang auf der Autobahn zu unternehmen“. Bei dem Unfall zuvor waren ein Motorradfahrer und sein Sozius auf ein Stauende aufgefahren und schwer verletzt worden.

Oberhausener befreit Schwerverletzte unter Auto

8 Zufällig kommt ein Fitnessstudio-Betreiber am 25. August an einem Unfall an der Heidestraße vorbei. Eine Radfahrerin ist von einem Auto erfasst worden und unter dem Fahrzeug eingeklemmt. Der Oberhausener fackelt nicht lange und hebt mit anderen Ersthelfern den Wagen an, so dass es gelingt, die schwer verletzte Frau zu befreien. Das Unfall-Opfer wird mit einem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Der Fitnessstudio-Betreiber realisiert erst im Laufe des Tages, was da am Morgen passiert ist. Der Dank der Einsatzkräfte ist ihm gewiss. Seinen Einsatz findet er einfach „selbstverständlich.“

9 Rätselhaft ist die Attacke auf einen 48-Jährigen auf dessen eigener Terrasse südlich des Flughafens Essen/Mülheim. Der Mann war am Abend des 2. September niedergestochen und lebensgefährlich verletzt worden. Stunden später nimmt die Polizei einen Verdächtigen in seiner Kettwiger Wohnung fest. Laut Polizei sollen sich das Opfer und der mutmaßliche Täter flüchtig gekannt haben. Ein mögliches Motiv liegt aber im Dunkeln. Der Tatverdächtige sitzt wegen versuchten Mordes in U-Haft.

13-Jährige stirbt nach Fahrradunfall

10 In Heißen wird ein 13-jähriges Mädchen am 9. Oktober auf dem Schulweg von einem Betonmischer erfasst. Die Heranwachsende wird dabei so schwer verletzt, dass sie Stunden später im Krankenhaus stirbt. Auch den Polizisten vor Ort geht der Unfall nahe. Eine Welle der Anteilnahme erfasst danach die Stadt. Am Unfallort wird eine Gedenkstätte aufgebaut. Besonders verwerflich: Unbekannte stehlen kurz darauf ein sogenanntes Ghost Bike, das an der Einfahrt zum Heißener Hof zur Mahnung und Erinnerung aufgestellt worden ist. Das Gedenk-Rad ist bis heute verschwunden.

11 Ein tragischer Unfall geschieht am 1. November: Ein aus Nordafrika stammender, alkoholisierter Mann versucht am Hauptbahnhof eine Zugtür zu öffnen, während der Zug bereits anfährt. Dabei fällt er zwischen Zug und Bahnsteig und zieht sich Verletzungen zu, denen er später im Krankenhaus erliegt. Ein technischer Defekt an dem Zug werde ausgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher.

Luxus-Versteigerung im Uhlenhorster Wald

12 An drei Wochenenden im Dezember verkauft ein Auktionator luxuriöse Gegenstände, die aus Villen-Auflösungen aus ganz Deutschland stammen. Verkaufsfördernd ist das Ambiente: Möbel und Kunstwerke werden in einem Anwesen am Uhlenhorster Wald angeboten, das selbst zum Verkauf steht – für 3,3 Millionen Euro. Für die Artikel des Auktionators müssen Kunden nicht ganz so tief in die Tasche greifen: Die Preise liegen im drei- bis fünfstelligen Euro-Bereich.

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