Stadtgeschichte

Die Vortragsreihe zur Mülheimer Geschichte kommt gut an

Im historischen Gebäude befindet sich heute das Haus der Stadtgeschichte mit seinem Foyer, dem Vortragssaal und der Musikschule. Das ursprüngliche Gebäude ist die ehemaligen Johannisburg. Das Gasthaus bestand von 1901 bis 1904. Die Mülheimer Familie Leonhard kaufte das Haus und stiftete der Stadt am Hingberg eine Augenklinik.

Im historischen Gebäude befindet sich heute das Haus der Stadtgeschichte mit seinem Foyer, dem Vortragssaal und der Musikschule. Das ursprüngliche Gebäude ist die ehemaligen Johannisburg. Das Gasthaus bestand von 1901 bis 1904. Die Mülheimer Familie Leonhard kaufte das Haus und stiftete der Stadt am Hingberg eine Augenklinik.

Foto: Stadtarchiv / Stadt Mülheim

Das Archiv setzt seine Reihe zur Mülheimer Geschichte fort. Berichte aus Ahnenbüchern und Urkunden hören mehr Besucher als in anderen Städten.

Mülheim. Das Haus der Stadtgeschichte ist keine Festung, in der historische Dokumente verschlossen für die Ewigkeit lagern. Es ist ein offenes Haus, in der jeder in alten Akten, Karten, Urkunden und Zeitungsbänden Vergangenes Nachlesen kann. Geschichte ist kein alter Hut, sondern hat viele Parallelen zur Gegenwart, das dokumentieren auch die Vorträge aus der „Reihe zur Mülheimer Geschichte“, die im Vortragssaal an der Von-Graefe-Straße 37 zu erleben sind. Das neue Programm ist gerade erschienen.

Zahlreiche unerforschte Betätigungsfelder

„Darin spiegelt sich die komplett Bandbreite der Historie“, beschriebt Jens Roepstorff. „Ahnenforschung über Kneipen und Stammtischrunden bis zu Porträts Mülheimer Persönlichkeiten“, fügt der kommissarische Archivleiter hinzu. Noch längst seien nicht alle Quellen erforscht und ausgewertet“, weiß der Archivar.

Die Mülheimer Stadtgeschichte bietet zahlreiche unerforschte Betätigungsfelder, auf denen sich auch mehrere Hobbyhistoriker tummeln. „Sie sind ständige Gäste in unserem Lesesaal. Sie entdecken in den Quellen Zusammenhänge“, die auch die Profis weiterbringen“, sagt Jens Roepstorff. Er lädt daher auch andere ein, die Potenziale des Stadtarchives mehr oder weniger intensiv zu nutzen.

Historischer Weg der Informationsverbreitung

Ergebnis so mancher Quellenforschung sind dann auch die Vorträge im Haus der Geschichte. „Von Jugendlichen bis zur Seniorin sind alle Altersgruppen vertreten. Je nach Interesse besuchen zwischen 30 und 90 Personen die Vorträge“, freut sich Roepstorff.

Gegenüber anderen Archiven liegt Mülheim damit an der Spitze. Andernorts hören zwischen zehn und 30 Gäste zu. Roepstorff: „Dabei gehören Vorträge heute schon selbst zu den historischen Wegen der Informationsverbreitung.“

Vor mehr als 20 Jahren startete Barbara Kaufhold die „Kleine Reihe Zeitgeschichte“. Damals liefen die Vorträge im Foyer des Museums alte Post. In den Anfängen flimmerten auch alte Mülheim-Filme über die Leinwand im Dachgeschoss.

Im Lauf der Jahre wuchs die Reihe

Damals waren diese Vorträge auch Foren des Austausches. „Barbara Kaufhold gewann beispielsweise Zeitzeugen für ihre weiteren Buchprojekte. Aus diese entstanden wiederum Vorträge über Abschnitte der Stadtgeschichte“, erinnert sich Roepstroff.

Später übernahmen die Stadtarchivare die Vortragsreihe, bauten sie von vier auf acht bis neun Informationsabende pro Jahr aus. Zu Beginn kamen hauptsächlich Mitglieder des Mülheimer Geschichtsvereins. Heute sei die komplette Stadtgesellschaft präsent.

Wer also einen Themenkomplex der örtlichen Vergangenheit intensiv beleuchtet hat und seine Arbeit anderen vorstellen möchte, kann sich im Stadtarchiv melden. „Mehr als eine Stunde darf der Vortrag aber nicht dauern. Danach hören die Leute nicht mehr zu“, weiß Jens Roepstorff aus Erfahrung. „Dokumente oder historische Ansichten für die Leinwand machen den Abend kurzweilig.“

Nach der aufwendigen Umgestaltung der alten Augenklinik zum Haus der Geschichte sowie zur Musikschule hat das Archiv mehr Zulauf bekommen. Das gilt auch für die Vortragsreihe. Wer erfahren möchte, was Clärenore Stinnes erlebt hat, kommt am 12. März ins Haus der Geschichte.

Mit Clärenore Stinnes auf Weltreise

Die Tochter des damals reichsten Industriellen Europas, Hugo Stinnes, begeisterte sich für Technik. Sie ignorierte gesellschaftliche Anstandsregeln und wurde die beste Rennfahrerin in den 1920er Jahren. Sie fuhr mit dem Auto durch drei Kontinente, umrundete die Welt und war Gast bekannter Persönlichkeiten.

Durch die bewegte baugestalterische Geschichte der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft führt Thomas Emmons am 16. April. Im Mai geht es um das 150-jährige Bestehen der Bürgergesellschaft Mausefalle. Baas Ulrich Rädecker schildert, wie sich das Mölmsch Platt von den Stammtischrunden in den Kneipen zu einem Verein der Mundartpflege entwickelte.

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